Industrie 4.0

Mit der intelligenten Fabrik herstellerübergreifend produzieren

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Anhand eines Visitenkartenetuis wurde der intelligente Fertigungsprozess erklärt.
Anhand eines Visitenkartenetuis wurde der intelligente Fertigungsprozess erklärt. (Bild: AI)

Neue Produkte individuell, automatisiert und hochrentabel in Deutschland produzieren – das sind die Ziele, die SmartFactory gemeinsam mit Partner aus Industrie und Forschung verfolgt.

Auf der SPS IPC Drives, eine der wichtigsten Fachmessen zum Thema Automatisierungstechnik in Europa, waren die SmartFactory und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) gemeinsam in einem Verbund von 15 Industriepartnern vertreten.

Im Kreis dieses Partnerkonsortiums (Belden/Hirschmann, Bosch Rexroth, Cisco Systems, EPLAN, Festo, Harting, IBM, Lapp Kabel, Minitec, Pilz, Phoenix Contact, proAlpha, Softing, TÜV Süd und Weidmüller) zeigten die SmartFactory und das DFKI als zentrales Ausstellungsstück die weltweit erste herstellerübergreifenden Industrie 4.0-Anlage. Der gemeinschaftlich entwickelte Demonstrator dient der realitätsnahen Veranschaulichung der Forschungsthemen im Kontext von Industrie 4.0 sowie der Ausarbeitung vielfältiger Lösungsansätze.

Die Anlage besteht aus einzelnen, herstellerspezifischen Produktionsmodulen, die autark oder im Verbund produzieren. Aneinandergereiht bilden sie einen vollständigen Produktionsprozess ab. Mit Starkstrom, Industrial Ethernet, Druckluft und eine übergeordneten Not-Aus-Schleife werden die mobilen Module über ein Infrastruktursystem versorgt, das aus mehreren Boxen besteht.

Die Boxen stammen ebenfalls von verschiedenen Herstellern. Übergreifende IT-Systeme können diesen „Backbone“ auf die Daten der anlagenbestandteile zurückgreifen und Anweisungen geben. Dabei ist die Durchgängigkeit der Daten über die verschiedenen Ebenen gewährleistet.

Als Beispielprodukt, das seine Fertigung selbst steuert, wurde auf der Anlage ein Etui für Visitenkarten mit RFID-Tag hergestellt. Die vorher individuell gewählten, kundenspezifischen Informationen zu Farbe, Inlay und Gravur werden auf dem RFID-Speicher hinterlegt und weisen an jedem Modul die spezifischen Schritte an. Diese Nachfrage von Services einzelner Anbieter im System erlaubt eine effiziente Fertigung bis hin zur Losgröße 1.

Für die nächste Phase der Weiterentwicklung der SmartFactory werden insbesondere die Themen visionäre Anwendungen, Infrastruktur, digitale Fabrik und Automatisierung intensiviert.

2005 gründen BASF, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, KSB, Pepperl+Fuchs, ProMinent, die Technische Universität Kaiserslautern und Siemens die Technologie-Initiative SmartFactory KL e.V. in Kaiserslautern. Über die Jahre hat SmartFactory zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Mittlerweile arbeiten mehr als 30 Mitglieder gemeinsam daran, das Projekt weiter voranzubringen.

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