Brennstoffzellen Mit der B-Klasse F-CELL als Wasserspender durchs Death Valley

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Stellen Sie sich vor, Sie haben kein Wasser dabei und müssen zwei Tage im Death Valley überleben. Wie das geht, zeigen die Hollywoodstars Diane Kruger und Joshua Jackson in einem Werbevideo der Daimler AG: sie trinken einfach die Emissionen ihres B-Klasse F-CELL von Mercedes-Benz – denn bei dem Brennstoffzellenauto kommt hinten reiner Wasserdampf heraus.

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Making of „The Death Valley Experiment“, Diane Kruger & Joshua Jackson mit der Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL im Death Valley, USA, 2013
Making of „The Death Valley Experiment“, Diane Kruger & Joshua Jackson mit der Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL im Death Valley, USA, 2013
(Bild: Daimler AG)

Seit mehr als zwei Jahren fahren die Hollywoodstars Diane Kruger (spielte u.a. die Helena in „Troja“ und Dr. Abigail Chase in „Das Vermächtnis der Tempelritter“) und Joshua Jackson (bekannt u.a. als Peter Bishop aus der TV-Serie „Fringe – Grenzfälle des FBI“) Tag für Tag mit der B-Klasse F-CELL, die als Emission lediglich reines Wasser erzeugt. Welche außergewöhnlichen Möglichkeiten der Brennstoffzellenantrieb bietet, zeigt das Schauspielerpaar im folgenden Werbevideo – bei einem Ausflug ins kalifornische Death Valley, einem der trockensten Orte der Welt:

„Wir sind mittlerweile überzeugte Brennstoffzellenfans. Die Nutzung des Autos ist total einfach. Im Alltag haben wir keinerlei Einschränkungen bei unserer gewohnten Mobilität – und Wasserprobleme im Death Valley hatten wir auch nicht“, so Diane Kruger. „In drei Minuten voll tanken, rund 400 Kilometer weit fahren und dabei null Emissionen ausstoßen – das ist einfach perfekt“, freut sich Joshua Jackson.

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Im Video „Defying Death Valley“ fahren die beiden zwei Tage lang durch das rund 50 °C heiße Death Valley – ohne Trinkwasservorräte. Sie machen ihr Leben von den Emissionen der B-Klasse F-CELL abhängig. Die Hollywoodstars nutzen das Wasser, das beim Fahren durch den Betrieb der Brennstoffzelle entsteht – zum Trinken und Kochen.

Brennstoffzelle als serienreifer Antrieb von morgen

Als Brennstoffzellenfans sind Diane Kruger und Joshua Jackson nicht allein: Die Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL entwickelt sich zum beliebten und geschätzten Dauerläufer. Allein die etwa 70 Fahrzeuge starke F-CELL-Flotte in den USA hat inzwischen mehr als 1,6 Mio km zurückgelegt und dabei rund 113.500 l Kraftstoff sowie nahezu 270 t CO2 eingespart. Eines der insgesamt knapp 200 Fahrzeuge, die seit 2010 in Europa und den USA in Kundenhand sind, hat bereits 315.000 km auf dem Kilometerzähler.

Unter Serienbedingungen gefertigtes Brennstoffzellenfahrzeug

Die B-Klasse F-CELL ist das erste unter Serienbedingungen gefertigte Elektrofahrzeug mit Brennstoffzelle von Mercedes-Benz. Der Fahrstrom wird an Bord aus der chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt. Mit einer Reichweite von rund 400 km und kurzen Betankungszeiten von weniger als drei Minuten verbindet die B-Klasse F-CELL emissionsfreie Mobilität mit Langstreckentauglichkeit und überzeugenden Fahrleistungen.

Mit der B-Klasse F-CELL in 125 Tagen 30.000 km durch 14 Ländern

Die Brennstoffzellentechnologie ist integraler Bestandteil der langfristig angelegten Daimler-Antriebsstrategie hin zu einer emissionsfreien Mobilität. „Mit verschiedenen Projekten in Deutschland, den USA und Norwegen und nicht zuletzt mit dem Mercedes-Benz F-CELL World Drive haben wir gezeigt, dass die Zeit für Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle reif ist und Wasserstoff als Energieträger enormes Potenzial hat. Umso mehr freuen wir uns, dass sich auch prominente Filmstars als Vorreiter für diese Technologie engagieren und auf die Vorzüge der Elektromobilität aufmerksam machen.“, so Prof. Dr. Thomas Weber, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Beim Mercedes-Benz F-CELL World Drive im Jahr 2011 legten drei B-Klasse F-CELL in 125 Tagen 30.000 km in 14 Ländern auf vier Kontinenten zurück – und demonstrierten damit nachhaltig die Alltagstauglichkeit dieser Technologie. Auch Joshua Jackson machte bei der ersten Weltumrundung mit Brennstoffzellenautos mit und fuhr einen Teil der Strecke in den USA.

Groß angelegte Flottentests mit Brennstoffzellenantrieben

Neben den inzwischen knapp 200 B-Klassen F-CELL brachte die Daimler AG seit 2001 60 A-Klasse F-CELL, drei Sprinter und knapp 60 Busse mit Brennstoffzellenantrieb in Flottentests auf die Straße. Zusammen haben die weit mehr als 300 Fahrzeuge bis heute rund 9 Mio. km zurückgelegt. Das zeigt die uneingeschränkte Alltagstauglichkeit und Langlebigkeit der Brennstoffzellentechnologie.

Kooperation von Daimler, Ford und Nissan

Um die großflächige Marktverfügbarkeit dieser emissionsfreien Technologie zu beschleunigen und Investitionskosten zu senken, haben Daimler, Ford und Nissan Anfang 2013 eine Kooperation zur gemeinsamen Entwicklung eines Brennstoffzellensystems geschlossen. Ziel ist es, im Jahr 2017 ein wettbewerbsfähiges Elektrofahrzeug mit Brennstoffzelle auf den Markt zu bringen.

Bis 2023 soll es 400 öffentliche H2-Tankstellen in Deutschland geben

Es ist zu erwarten, dass bis dahin insbesondere beim Aufbau einer tragfähigen Infrastruktur signifikante Fortschritte gemacht werden – nicht zuletzt durch das hohe Engagement von Daimler in verschiedenen internationalen Demonstrationsprojekten und im Rahmen der Initiative H2 Mobility. Diese hat sich erst kürzlich darauf verständigt, bis zum Jahr 2023 die heute 15 Tankstellen umfassende, öffentliche Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland auf rund 400 H2-Tankstellen auszubauen. Somit würde nicht nur für die Ballungsräume und Hauptverkehrsrouten, sondern auch für den ländlichen Raum eine alltagstaugliche H2-Versorgung geschaffen werden.

Das Video ist durchaus realistisch

Übrigens: Das 700-bar-Hochdruck-Tanksystem des B-Klasse F-CELL fasst 3,7 kg Wasserstoff. Da 1 g Wasserstoff im Brennstoffzellenstack mit Sauerstoff zu 8,94 g Wasser reagiert, entstehen aus einer Tankfüllung etwas mehr als 33 kg oder 33 l Wasser – was zum Trinken, Kochen und Spülen während des zweitägigen Wüstentrips durchaus reicht. Dabei handelt es sich um destilliertes Wasser, das gesundheitsschädlich ist, da es den Elektrolythaushalt im Körper stört. Allerdings besteht diese Gefahr nur bei größeren Mengen, wie Univ.-Prof. Dr. med. Michael Fromm, Direktor des Instituts für Klinische Physiologie an der Charité in Berlin erklärt: „Die Niere kann den Harn maximal bis auf 50 mosmol/l verdünnen, Ausscheidung also weniger als 25 mmol NaCl pro Liter Harn. Die Na+-Konzentration im Plasma darf bis etwa 120 mmol/l sinken, ehe Symptome auftreten, also eine Verringerung um 25 mmol/l. Cl- ist vergleichsweise unwichtig. Das Verteilungsvolumen für NaCl im Plasma plus Interstitium ist 25% des Körpergewichts, also 17 Liter bei 70 kg. Ein nierengesunder Mensch könnte also theoretisch insgesamt 17 Liter Wasser ohne Zufuhr von Elektrolyten trinken.“

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