400 Kilometer von Brüssel nach Rüsselsheim

Mit dem Opel Ampera-E auf Langstreckenfahrt

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Als der Ampera-E am Nürburgring vorbeirollt, ist der Akku gerade mal halb leer. Die ersten 200 Kilometer liegen hinter mir, meinen elektrischen Fahrstil habe ich so weit perfektioniert, dass mir der Bordcomputer im Öko-Ranking immerhin 3,2 von 5 Punkten gibt und die Restreichweite liegt bei mehr als 250 Kilometern. Das sollte gar klappen und ich kann mir angesichts der fortgeschrittenen Stunde sogar nochmal eine kleine Autobahn-Etappe erlauben.

Und weil ich jetzt so langsam mal heim will, lasse ich es auf den letzten 60 Kilometern sogar noch einmal richtig fliegen: Mit quietschenden Reifen geht es hinauf in den Taunus und danach wieder hinunter ins Rheintal, wo der Akku sich schnell noch mal eine letzte Reserve rekuperiert. So reicht es locker bis an den Main und als am Ende der Fahrt das Opel-Werk aus der Dämmerung schält, ist die Angst vor dem Ende der Reichweite endgültig verflogen.

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402,6 Kilometer mit einer Akkuladung, ein Schnitt von 58 km/h und von 12,3 kWh pro 100 Kilometer und danach sogar noch 97 Kilometer Reichweite übrig – natürlich muss man seinen Fahrstil ein bisschen umstellen und seine Routenplanung den Anforderungen des Akku-Autos anpassen. Aber dann taugt der Ampera-E tatsächlich als Alltagsauto und steht einem teureren Tesla in kaum etwas nach.

Zu wenig Ampera-E für Deutschland

Doch die schöne neue Welt, die Opel mit dem Akkuflitzer heraufbeschwört, hat einen kleinen Haken – der Ampera-E ist nach wie vor nicht lieferbar. Für dieses Jahr hat Deutschland nur eine winzige Charge im niedrigen dreistelligen Bereich abbekommen. Und als Opel vor ein paar Wochen die Website mit den Reservierungen für 2018 freigeschaltet hatte, mussten die Hessen die Seite nach wenigen Tagen schon wieder vom Netz nehmen, weil das komplette Kontingent verkauft war.

Vielleicht sind also Model S & Co. erst mal doch die bessere Alternative. Denn die Luxusliner aus Kalifornien sind zwar deutlich teurer, mittlerweile aber ohne lange Lieferfristen verfügbar. Oder man kauft doch einen Renault Zoe oder einen Nissan Leaf.

Die kommen zwar nicht ganz so weit und müssen zwischen Brüssel und Rüsselsheim ganz sicher mal laden. Doch für das, was man bei der Anschaffung spart, kann man sich viele Boxenstopps mit Kaffee und Eis versüßen.

Der Beitrag wurde von unserem Schwestermagazin kfz-betrieb übernommen.

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