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Mit dem elektronischen Abstandswarner auf Distanz

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

In Büro, Industrie oder Lager: Überall müssen Menschen den erforderlichen Mindestabstand einhalten. Ein elektronischer Helfer sorgt für den gebotenen Abstand.

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Mit dem elektronischen Abstandswarner wird der Mindestabstand von 1,5 m mithilfe der Ultra-Wideband-Technik eingehalten.
Mit dem elektronischen Abstandswarner wird der Mindestabstand von 1,5 m mithilfe der Ultra-Wideband-Technik eingehalten.
(Bild: Phytec)

Distanz ist das Gebot der Stunde: Mit einem elektronischen Abstandmelder können Menschen den gesetzlich verordneten Sicherheitsabstand konsequent in Unternehmen einhalten. Sobald eine gesundheitskritische Nähe entsteht, gibt der Distancer ein Warnsignal ab, um alle Beteiligte vor Abstandsunterschreitungen zu warnen.

Entwickelt wurde das Gerät von Phytec. Die Motivation dahinter ist, auch während eines Lock-down oder bei eingeschränkter räumlicher Nähe die Produktion aufrechtzuerhalten. Abstand im Produktionsbetrieb wahren. Denn für viele Prozesse in der Industrie müssen sich Mitarbeiter frei bewegen können. Deshalb ist es wichtig, Infektionsketten aufzuzeichnen.

Ultra-Wideband-Technik

Mit dem Gerät ist es möglich, ein Abstandstagebuch bei Unterschreitung des Abstandes ab 1,5 m zu führen, das zur Nachverfolgung dient und in Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter, die bei einer Infektion in Quarantäne müssen, auf ein absolutes Minimum reduziert. Wird vom Gerät eine Unterschreitung des Abstands auf unter zwei Meter gemessen, so erfolgt eine akustische und optische Signalisierung am Distance Tracker als Hinweis an den Träger. Wird die kritische Grenze von 1,5 m unterschritten, wird die akustische und optische Signalisierung verstärkt, zudem werden diese Unterschreitungen im Gerät mit einem Zeitstempel in einem Flash-Speicher abgespeichert.

Im Gegensatz zur Corona-Warn-App kommt nicht Bluetooth LE zum Einsatz, sondern die Ultra-Wideband-Technik. Sie bietet für den Abstandswarner eine Genauigkeit ±5 cm. Auch wird das Gerät nicht am Handgelenk getragen, sondern um den Hals und damit in der Nähe von Mund und Nase. Eine Messung am Handgelenk wäre zu ungenau. Bei Unterschreitung eines Abstands von zwei Meter ertönt ein akustisches Signal.

Betrieben wird er Distancer über einen Lithium-Akku, der über USB-Kabel aufgeladen wird. Außerdem sind noch zwei Batterien integriert. Der Hersteller garantiert eine Einsatzzeit von elf bis zwölf Stunden, also rund eine Produktionsschicht. Im Schlafmodus beträgt die Stromaufnahme rund 12 mA. Durch den Einsatz von Flash-Technologie bleiben die Daten auch bei einem Batteriewechsel erhalten.

Zum Auslesen der Geräte wird der Distance-Tracker per Tastendruck in den Bluetooth-Modus versetzt und überträgt seine Daten an ein vorher mit ihm gepaartes Gateway, im Kit ist das das mitgelieferte Demo-Gateway. Die Firmware des Distance-Trackers läuft unter Zephyr OS und wird im Source mitgeliefert, kann also leicht als Basis für eine eigene Applikation dienen.

Zwei Ausführungen verfügbar

Verfügbar sind die Geräte in zwei Ausführungen: Eine Lite- und eine Pro-Version. Mit der Pro-Version lassen sich die Infektionsketten nachvollziehen. Es kann belegt werden, mit wem und wie lange der Infizierte näheren Kontakt (also unter der kritischen Marke von 1,5 m) hatte, Zielpersonen können exakt definiert werden. Nicht alle Mitarbeiter müssen pauschal in Quarantäne geschickt werden. Durch diese gezielte Selektionsmöglichkeit kann die Produktion oder die Arbeit aufrechterhalten werden.

Vorbeugend können Personen selektiert werden, die noch keine Symptome zeigen, weil sie nachweislich Kontakt hatten, um eine weiterer Verbreitung zu verhindern. Das alles unter Wahrung des Datenschutzes. Erst wenn ein Infektionsfall auftritt kann der Verantwortliche aus dem Unternehmen zwei bisher getrennte Listen vergleichen um die Infektionsketten nachzuvollziehen. Die Distancer werden von der 100-prozentigen Tochter der Phytec vermarktet.

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