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Mit Augmented Reality bleiben technische Handbücher aktuell

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Handbücher für Maschinen und technische Anlangen veralten sehr schnell. Abhilfe soll Augmented Reality und Datenbanktechniken, um den Aufwand von technischen Anleitungen um rund 70 Prozent zu senken.

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Gedruckte Handbücher für technische Anlagen und Maschinen veralten schnell. Mit einerm Augmented-Reality-System sind digitale Dokumentationen immer aktuell.
Gedruckte Handbücher für technische Anlagen und Maschinen veralten schnell. Mit einerm Augmented-Reality-System sind digitale Dokumentationen immer aktuell.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Obwohl Handbücher an Umfang zunehmen sind für Anwender oftmals nicht die gewünschten Informationen sofort auffindbar oder fehlen im schlimmsten Fall. Die wachsende Variantenvielfalt bei der technischen Dokumentation hat außerdem zur Folge, dass Hersteller ihre Produktdokumentationen mit großem Aufwand um immer neue Handlungsanweisungen ergänzen müssen. Dieser Überfluss an Informationen führt schließlich dazu, dass Anwender – gerade bei Investitionsgütern wie Maschinen und technischen Anlagen – häufiger als nötig auf persönliche Hilfe von Experten angewiesen sind.

Oft müssen Techniker in einem Serviceeinsatz weite Strecken zurücklegen. Eine individuell zugeschnittene Anweisung sowie Remote-Service-Angebote würde viel Zeit sparen. Jetzt will ein Projektkonsortium Abhilfe schaffen: Das Aachener Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT arbeitet im Forschungsprojekt „AdaptAR“ gemeinsam mit zwölf Partnern an einem Augmented-Reality-System. Grundlage ist Augmented Reality (AR) und spezielle Datenbanktechniken. Dabei helfen soll ein digitaler Zwilling: Zu jedem Produkt wird ein digitaler Zwilling bereitgestellt, der alle zugehörigen Auftrags-, Produkt-, Prozess- und Ressourcendaten in einer lokalen Datenbank zusammenführt.

Digitaler Zwilling kann lernen

Der Zwilling wird während der Nutzung des Produkts mit weiteren Daten aus verbundenen IT-Systemen angereichert. So umfasst das System stets alle wichtigen Informationen zum Produkt und kann dem Anwender die jeweils zu seinem Produkt passenden Handlungsanweisungen anbieten. Ausgestattet mit Smart Glasses oder einem Tablet kann dieser sich nun direkt am Einsatzort Schritt für Schritt zu einer individuellen Lösung seines Problems leiten lassen.

Die Unternehmen, die sich als Anwender am Projekt beteiligen, testen die Software in verschiedenen Beispielanwendungen entlang des gesamten Produktlebenszyklus – von der Montage eigener Produkte über die Inbetriebnahme und den Betrieb bei internen oder externen Kunden bis hin zur Instandhaltung und sogar zur Wiederaufbereitung.

Grundlage soll eine Smart-Service-Plattform mit einer lokalen Datenbank sein, welche die Daten für den digitalen Zwilling aufnimmt und verknüpft. Die individuellen Handlungsanweisungen generiert ein Softwaretool, das auf dieser Plattform aufsetzt. Ein weiteres Modul des Systems, das mit aktuellen, kommerziell erhältlichen Smart Devices zusammenarbeitet, visualisiert die Handlungsanweisungen, stellt Anleitungen in verschiedenen Sprachen bereit und steuert die sprachbasierte Interaktion mit dem Nutzer. Das Nutzerfeedback trägt in Verbindung mit einer messtechnisch gestützten Situationserkennung dazu bei, das System während des Betriebs laufend zu verbessern.

Digitale Dokumentation und Datenaufbereitung

Das Fraunhofer IPT entwickelt mit seinen Projektpartnern ein Augmented-Reality-System, damit sich technische Anleitungen leichter erstellen und nutzen lassen.
Das Fraunhofer IPT entwickelt mit seinen Projektpartnern ein Augmented-Reality-System, damit sich technische Anleitungen leichter erstellen und nutzen lassen.
(Bild: Fraunhofer IPT)

Für die Hersteller von komplexen Maschinen und Anlagen soll die Plattform eine Erleichterung in der technischen Dokumentation sein. Oftmals ist es sehr aufwendig, die Dokumentationskette neu zusammenzustellen. Wird eine Maschine weiterentwickelt oder erfährt ein Update, müssen alle Informationen neu geprüft und aktualisiert werden.

Die Begleitung der Anwender mithilfe von AR-Werkzeuge wirft im Projekt auch rechtliche und ergonomische Fragen auf: Aus diesem Grund arbeiten die Partner eng mit der Rechtsanwaltskanzlei reuschlaw Legal Consultants aus Berlin sowie Vertretern der IG Metall zusammen, die sowohl Datenschutz, Datensicherheit und Produkthaftung als auch Ergonomie und Akzeptanz der neuen technologischen Angebote prüfen. Als Netzwerkpartner für den Austausch mit weiteren interessierten Unternehmen beteiligt sich außerdem der digitalHub Aachen am Forschungsprojekt AdaptAR.

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