Bionik

Miniroboter zieht das 2000fache des eigenen Gewichts

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Eine Ameise kann etwa das 60fache Ihres eigenen Gewichts schleppen, der 12 Gramm leichte Miniroboter schafft dagegen den Faktor 2000 - als würde ein Mensch einen Blauwal ziehen.
Eine Ameise kann etwa das 60fache Ihres eigenen Gewichts schleppen, der 12 Gramm leichte Miniroboter schafft dagegen den Faktor 2000 - als würde ein Mensch einen Blauwal ziehen. (Bild: Stanford University)

Stärker als Ameisen: Forscher der Universität Stanford haben eine neue, von natürlichen Vorbildern inspirierte Reihe an Mini-Robotern vorgestellt. Die Kleinmaschinen klettern senkrechte Wände hoch und können, gemessen am eigenen Gewicht, enorme Lasten bewegen.

Ameisen können das bis zu 60fache ihres eigenen Gewichts schleppen, Geckos können senkrechte Wände emporklettern. Eine Forschungsgruppe der Universität Stanford hat sich diese Prinzipien zum Vorbild genommen und zwei Miniroboter vorgestellt, die diese Leistungen noch übertreffen.

Ein 12 Gramm leichtes Modell ist in der Lage, 40 Newton an Scherkraft zu leisten und mit etwa 24 Kilogramm das bis zu 2000fache des eigenen Gewichts zu ziehen. Ein zweites, nur 9 Gramm wiegendes Klettermodell bewegt sich nicht nur eine glatte Glaswand empor, sondern ist dabei noch in der Lage, bis zu einem Kilogramm an Gewicht mitzuschleppen. Das ist in etwa das Äquivalent eines Menschen, der gleichzeitig einen Elefanten trägt. Zu diesem zweiten Miniroboter hat das Forschungsteam auch ein Video bereitgestellt.

Die nötige Oberflächenhaftung erfolgt durch ein bionisches, von Geckos inspiriertes System. Die Echsen, die Wände und Decken entlanglaufen können, haben an ihren Füßen Millionen feinste, auch als Setae bezeichnete Härchen. Diese verzweigen sich an den Haarenden immer weiter. Auf diese Weise entsteht eine große Oberfläche, die dank elektrostatischer Anziehung eine sehr große Haftung generiert.

Die Forschergruppe der Universität Standford machte bereits in der Vergangenheit durch ihre bionischen, von Geckos inspirierten Konzepte auf sich aufmerksam. Bereits 2006 stellten die Forscher einen „Stickybot“ vor, der sich nach dem Prinzip an Wänden entlangbewegen konnte. 2014 kletterte ein Mitglied der Stanford Universität mit von Geckos inspirierten Haftplatten ebenfalls eine senkrechte Wand empor. Nähere Details über die nun entwickelten Miniroboter sollen Ende Mai auf der International Conference on Robotics and Automation vorgestellt werden.

Update 05.05., 09:43 Uhr

In einer früheren Version des Artikels war von einer Zugkraft von 40N die Rede. Hier lag ein Übersetzungsfehler vor; gemeint war die Scherkraft. Wir entschuldigen uns für das Versehen.

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Hallo und danke für den Hinweis. Hier lag ein Übersetzungsfehler vor; gemeint war, dass der...  lesen
posted am 05.05.2015 um 09:51 von Unregistriert

Wenn ein 12g schwerer Roboter 40N ziehenkann, ist das (auf der Erde) das 340-fache. Wo die 2000...  lesen
posted am 05.05.2015 um 08:11 von Unregistriert


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