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microdrones Miniatur-Drohne gelingt Alpen-Überquerung

| Autor: Peter Koller

Ein winziger Quadrocopter des deutschen Herstellers microdrones hat es geschafft, die Alpen zu überfliegen. Mit an Bord war ein GPS-System von u-blox.

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Kleine Drohne vor großen Bergen: Die md4-1000 vor dem Gotthardmassiv bei ihrem Rekordflug über die Alpen
Kleine Drohne vor großen Bergen: Die md4-1000 vor dem Gotthardmassiv bei ihrem Rekordflug über die Alpen
( microdrones)

Eine Drohne vom Typ md4-1000 hat kürzlich geschafft, wozu bislang kein anderer Quadrocopter in der Lage gewesen ist: Ausgerüstet mit einer HD-Kamera hat sie unter widrigen Bedingungen von der Schweiz aus das Gotthardmassiv in Richtung Italien überquert. Der komplexe Rekordflug, der knapp 25 Minuten andauerte, wurde von einem professionellen Stunt- und Filmteam überwacht und dokumentiert. Helikopter und zahlreiche Kameras begleiteten die md4-1000 bei ihrem Weg über die Alpen. An dem Experiment beteiligten sich mehrere Unternehmen – darunter auch Mercedes-Benz.

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Drohnen sind in Zeiten des „Euro-Hawk“ kein beliebtes Thema in Deutschland. Doch häufig wird vergessen, wie flexibel und wichtig so genannte „unmanned aerial vehicle“ für zivile Einsatzzwecke sein können – und wie leistungsstark „UAVs made in Germany“ sind. Letzteres hat microdrones nun mit einem abenteuerlichen Experiment unter Beweis gestellt: Ihre Drohne des Typs md4-1000 überquerte die Alpen über den legendären Gotthardpass zwischen Hospental und Airolo.

„Ein solcher Flug ist für einen ferngesteuerten Quadrocopter eine sehr komplexe Herausforderung, die hohe Flugzeit, Präzision und Widerstandsfähigkeit der microdrones verlangt. Da gibt es eine Menge unberechenbare Faktoren. Deswegen hat sich bislang auch noch keiner an so ein Experiment herangetraut“, erläutert microdrones-CEO Sven Juerss, Mitglied des Bodenteams, welches die md4-1000 aus einem Mercedes-Benz SL und GL 63 AMG begleitete.

Auf der Gesamtstrecke von zirka 12 Kilometern flog die md4-1000 vollautomatisch im GPS-Waypoint-Modus und wich Hochspannungs- und Telefonleitungen sowie einer Seilbahn aus. Erschwerend kamen verschiedene Witterungsbedingungen durch Sonnen- und Schneeeinfluss sowie Höhenunterschiede von mehr als 1.600 Metern hinzu. „Die abwechslungsreiche Strecke liefert uns fantastische Aufnahmen“, berichtet Juerss. „Einmal wurde es auch richtig eng. Wir hatten den Schnee auf dem Gipfel unterschätzt und mussten die Flugbahn unter hohem Zeitdruck korrigieren – das wär fast eine Schlittenfahrt geworden.“

Ein weiteres, kaum berechenbares Hindernis stellte der starke Wind dar, der durch die Temperaturunterschiede noch intensiviert wurde. „Der kalte Wind fällt auf der Südseite praktisch den Berg hinunter – das ist so ein bisschen, als würde man mit einem Skateboard in eine Halfpipe springen – nur, dass man das Skateboard fernsteuern muss“, so Juerss.

Bereits vor mehreren Monaten wurde das Experiment in penibler Kleinstarbeit vorbereitet: Die Strecke wurde genau ausgemessen und in 18 Wegpunkte unterteilt, Hindernisse mussten erfasst und kartographiert werden.

Fünf Flug-Operator für Start, Boden, Luft, Landung und Wegpunkte kontrollierten den vorprogrammierten Flug. Die md4-1000 kann bis zu 88 Minuten in der Luft bleiben und eine Nutzlast von bis zu 1,2 kg tragen.

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 Peter Koller

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