Energieeffizienz und Ökodesign, Teil 3

Mindestanforderungen des Energieverbrauchs für einfache Set-Top-Boxen

14.05.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Norbert Reintjes* / Johann Wiesböck

Experten schätzen den jährlichen Stromverbrauch einfacher Set Top Boxen in der EU auf 6 TWh im Jahr 2010 und auf 14 TWh im Jahr 2014. Durch die neue Verordnung verspricht sich die EU-Kommission, den Stromverbrauch um 9 TWh zu reduzieren.
Experten schätzen den jährlichen Stromverbrauch einfacher Set Top Boxen in der EU auf 6 TWh im Jahr 2010 und auf 14 TWh im Jahr 2014. Durch die neue Verordnung verspricht sich die EU-Kommission, den Stromverbrauch um 9 TWh zu reduzieren.

Die EU-Verordnung Nr. 107/2009 stellt Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Set-Top-Boxen. Ab dem 25. Februar 2010 dürfen EU-weit nur noch solche Geräte in Verkehr gebracht werden, die den in der Verordnung spezifizierten Energieverbrauchswerten genügen.

Jahrzehntelang waren analoge Signale die Basis für die Verständigung zwischen Sendestation und dem Fernseher. Dies änderte sich mit der Entwicklung von digitalen Übertragungstechniken über Satelliten und Kabel. Set-Top-Boxen fungieren als Bindeglied zwischen neuer digitaler Übertragung und analogen Fernsehgeräten. Analoge terrestrische Fernsehübertragung ist mittlerweile ein Auslaufmodell: Bis 2015 werden Schätzungen zufolge alle europäischen Sender ausschließlich digitale Ausstrahlungstechnik verwenden.

Wer heute einen Fernseher kauft, kann auf die externe Box verzichten, da die Geräte bereits in der Lage sind, digitale Signale zu verarbeiten. In der Übergangszeit werden jedoch viele Verbraucher ihren alten Fernseher um eine Set-Top-Box ergänzen. Folglich wird sich die Zahl der Einfachen Set-Top-Boxen (SSTB) auf dem Gemeinschaftsmarkt einer Studie zufolge von 28 Millionen im Jahr 2008 auf 56 Millionen im Jahr 2014 verdoppeln.

Auch die einfache Set-Top-Box ist ein eigenständiges Gerät

Termine, Geltungs- und Regelbereich der Verordnung 107/2009/EG
Termine, Geltungs- und Regelbereich der Verordnung 107/2009/EG

Die Verordnung definiert eine „Einfache Set-Top-Box“ (SSTB) als ein eigenständiges Gerät, das – unabhängig von den verwendeten Schnittstellen – in erster Linie zum Umwandeln frei empfangbarer digitaler Rundfunksignale mit Standardauflösung (SD) oder hoher Auflösung (HD) in analoge Rundfunksignale für Radio- oder Fernsehgeräte dient. Im Gegensatz zu sogenannten komplexen Set-Top-Boxen besitzen SSTB keine Zugangskontrolle (z.B. für die Nutzung von Pay-TV-Kanälen). Ferner bieten SSTB keine Aufnahmefunktion auf Wechselmedien.

Die Anforderungen limitieren den maximalen Energieverbrauch der SSTB sowohl im Bereitschafts- (Standby-) als auch im aktiven Betriebsmodus. Ab 25. Februar 2010 gelten 1 Watt im Standby und ab Februar 2012 lediglich 0,5 Watt als Höchstgrenze. Im Betriebszustand gilt die Obergrenze von 5 Watt. Die Bereitstellung bestimmter Funktionen erlaubt einen höheren Verbrauch. Verpflichtend wird zudem nicht nur das Vorhandensein eines Bereitschaftsmodus, die Geräte müssen auch automatisch in diesen Modus umschalten.

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