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Millionenstrafe für UMC wegen Technologiediebstahl von Micron

| Redakteur: Michael Eckstein

Hat UMC DRAM-Patente von Micron gestohlen und für den Aufbau einer chinesischen Speicherchip-Produktion verwendet? Ja, urteilt das zuständige Gericht und verhängt hohe Geldstrafen. Die beteiligten Mitarbeiter müssen für lange Zeit ins Gefängnis.

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Komplex: Design und Fertigungsprozesse zum Herstellen leistungsfähiger und zuverlässiger DRAM-Speicher sind gut gehütete Firmengeheimnisse.
Komplex: Design und Fertigungsprozesse zum Herstellen leistungsfähiger und zuverlässiger DRAM-Speicher sind gut gehütete Firmengeheimnisse.
(Bild: Micron)

Im seit langem schwelenden Patentrechtsstreit zwischen US-Halbleiterhersteller Micron und dem taiwanesischen Chipproduzenten United Microelectronics Corp. (UMC) haben die Taiwaner nun eine Niederlage einstecken müssen, berichten EETimes und Bloomberg. UMC wurde aufgefordert, eine Strafe von 100 Mio. New Taiwan Dollar zu zahlen, was umgerechnet rund 3,0 Mio. Euro entspricht.

Das zuständige Gericht im taiwanesischen Taichung sieht es demnach als erwiesen an, dass UMC sich unrechtmäßig geistiges Eigentum von Micron für das Design von DRAM-Speicherchips angeeignet und für eigene Zwecke verwendet hat. Micron hatte UMC vorgeworfen, die geheimen Informationen genutzt zu haben, um damit das chinesische Unternehmen Fujian Jinhua Integrated Circuit Co. (Jinhua) beim Aufbau einer eigenen DRAM-Fertigung zu unterstützen. Dies hat UMC stets vehement bestritten und will den Berichten nach Berufung einlegen.

Fakt ist, dass Micron seit Jahren gegen Technologiediebstahl insbesondere durch asiatische Chiphersteller kämpft. UMC unterhält zudem enge Verbindungen mit chinesischen Produzenten, die eigene DRAM-Fertigungen aufbauen wollen. Technologisch liegen diese gegenüber etablierten Unternehmen wie eben Micron weit zurück. Ohne die nötige Expertise ist an ein schnelles Aufholen nicht zu denken. Vor diesem Hintergrund erscheinen die Vorwürfe Microns plausibel, dass sich die chinesischen Firmen über Mittelsmänner illegal geistiges Eigentum beschafft haben.

Hohe Haft- und Geldstrafen für Mitarbeiter

Das Gericht entschied nun im Sinne Microns: Demnach haben zwei Ingenieure, die zuvor für Micron Taiwan arbeiteten, bevor sie im November 2015 und März 2016 zu UMC kamen, Geschäftsinformationen von Micron auf Anfrage eines dritten UMC-Ingenieurs bereitgestellt.

Das war offensichtlich keine gute Idee: Die drei wurden zu Gefängnisstrafen zwischen sechs Jahren und sechs Monaten, fünf Jahren und sechs Monaten und vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Zusätzlich sollen sie eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 180.000, 150.000 und 120.000 Euro zahlen. Nach Ansicht des Gerichts hat Micron durch die Vorgänge einen Teil seines Technologievorsprungs und seiner Wettbewerbsfähigkeit im hart umkämpften Speicherchipmarkt eingebüßt.

UMC hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe von Micron das Projekt mit Jinhua ausgesetzt und Micron seinerseits wegen Patentverletzungen erfolgreich verklagt. UMC beharrt nach wie vor auf seiner Aussage, dass die DRAM-Technologie, die bei dem Projekt mit Jinhua verwendet wurde, intern bei der UMC entwickelt wurde und auf einem ihrer eigenen Verfahren basierte.

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