Facebook-Börsengang

Milliardenschmelze – Facebook-Aktie mutiert zum Flop

| Redakteur: Margit Kuther

(Bild: APA)

Der Hype um Facebook war riesig, der Börsenstart ein Fiasko. Und die Facebook-Aktie befindet sich auf Talfahrt.

Der weltweite, wochenlange Hype um die Facebook-Aktie weicht einer globalen Ernüchterung. Der Mega-Börsengang des Jahres, nämlich der von Facebook am 18. Mai 2012, entpuppt sich für die Anleger bereits nach wenigen Tagen als Flop.

Börsenstart mit Pannen

Kaum ein Börsengang war so pannenbeladen wie der von Facebook: So hatten zwei Tage vor dem Börsenstart die Altaktionäre, also die frühen Facebook-Investoren, angekündigt, die Haltefrist für die Papiere statt der üblichen 180 Tage auf die Hälfte zu reduzieren.

Zum Handelsstart traten dann technische Schwierigkeiten bei der Technologiebörse Nasdaq auf: So verzögerte sich der Handelsstart am Freitag aufgrund technischer Pannen bereits um 30 Minuten. Einige Investoren, die zum Handelsstart Aktien gekauft hatten, wussten stundenlang nicht, ob ihre Kauforder durchgeführt worden war.

Der Facebook-Hype verpuffte bereits am ersten Tag

In der Woche vor dem Facebook-Börsengang sprachen die beteiligten Banken noch von einem Facebook-Hype unter Investoren und gingen davon aus, dass an dieser Aktie keine große Adresse weltweit vorbeikomme. Deswegen wurde die Preisspanne der Aktien von den ursprünglich geplanten 28 bis 35 Dollar auf 34 bis 38 Dollar nach oben gesetzt. Zum höchsten Kurs gelangten sie dann am Freitag in den Handel.

Doch laut Insider-Behauptungen hätten nur massive Stützungskäufe der führenden Emissionsbank Morgan Stanley ein Abrutschen der Aktie am Starttag unter die Marke von 38 Dollar verhindert.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist wichtigster Anteilseigner und damit gleichzeitig einer der größten Verlierer durch den Kursverfall . Denn ein Dollar mehr oder weniger beim Aktienpreis macht etwa eine halbe Milliarde an seinem Vermögen aus. Zuletzt waren seine Anteile noch gut 17 Milliarden Dollar wert - zwei Milliarden weniger als am Freitag. Der Verfall der Facebook-Aktie muss für Zuckerberg umso bitterer gewesen sein, als die US-Börsen insgesamt deutlich nach oben gingen.

Keine Erholung der Facebook-Aktie in Sicht

Nach drei Handelstagen (Freitag bis Dienstag) ergab sich für die Facebook-Aktie ein Kursverlust von mehr als 18 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 38 Dollar. Bis zur Schlussglocke am Dienstag verlor das Facebook-Papier in New York 8,5 Prozent und notierte bei 31 Dollar. „Damit legt das soziale Netzwerk mit seinen inzwischen mehr als 900 Millionen Mitgliedern einen der übelsten Börsengänge der vergangenen Jahre hin“, so die Financial Times Deutschland.

Der Facebook-Börsenwert schrumpfte von 104 Mrd. Dollar auf unter 90 Mrd. Dollar zusammen. Und das, obwohl die begleitenden Banken um den Konsortialführer Morgan Stanley eifrig Aktien des Unternehmens zurückgekauft hatten, um den Kurs nicht gänzlich abstürzen zu lassen. Zum Vergleich: Der Suchmaschinen-Betreiber Google ist fast 200 Mrd. Dollar wert.

Wie geht es weiter?

Zunächst stehen Klagen ins Haus: So hat ein Investor aus dem US-Bundesstaat Maryland am Dienstag den US-Börsenbetreiber Nasdaq wegen Nachlässigkeit verklagt – weitere könnten folgen.

Offen bleibt auch, wie sich die Facebook-Aktie weiter entwickeln wird. Auch Börsengurus halten sich derzeit hinsichtlich einer Kaufempfehlung bedeckt.

Eines jedoch hat Facebooks Börsengang gezeigt: Die Anleger sind vorsichtiger bei Internet-Investitionen. Sie haben das Platzen der Internetblase der Jahrtausendwende noch in den Ohren – und deren Folgen vor Augen.

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Die aktuelle Entwicklung der Aktie kann man sich auch sehr gut auf...  lesen
posted am 03.03.2015 um 13:09 von Unregistriert


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