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Supercomputer Milliardenförderung für die Quantenwissenschaften

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Weltweit erreichen die Quanten­wissenschaften einen immer höheren technologischen Reifegrad. Um in diesem spannenden Forschungsgebiet weiterhin eine Vorreiterrolle einzunehmen, arbeiten die RWTH Aachen, die TU Delft und das Forschungszentrum Jülich gemeinsam an skalierbaren Quantentechnologien.

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Am 20.04.2017 haben das QuTech-Institut in Delft und die Aachen Jülich Research Alliance (JARA), bestehend aus dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen als Projektpartner eine Vereinbarung geschlossen. Künftig wollen sie ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Quantenwissenschaften vertiefen.
Am 20.04.2017 haben das QuTech-Institut in Delft und die Aachen Jülich Research Alliance (JARA), bestehend aus dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen als Projektpartner eine Vereinbarung geschlossen. Künftig wollen sie ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Quantenwissenschaften vertiefen.
(Bild: TU Delft)

Die Kooperation hat das Ziel, wissenschaftliche und technologische Entwicklungen im Bereich des Festkörper-Quantencomputing voranzutreiben. Zudem sollen die Aktivitäten der beteiligten Einrichtungen im Rahmen des geförderten EU-Flagship-Programms zur Quantentechnologie gebündelt werden. Das Programm startete im Mai 2016 und sieht ein Fördervolumen in Höhe von einer Milliarde Euro vor.

Die Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer verstärkten Zusammenarbeit führender europäischer Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der festkörperbasierten Quanteninformationsverarbeitung (SQIP) und des Hochleistungsrechnens (HPC). Die beteiligten Einrichtungen bringen ihre jeweilige Expertise ein, um Quantensysteme mit einer hohen Anzahl von kontrollierbaren, zuverlässigen Qubits besser verstehen und auch konstruieren zu können. Zudem möchten die Partner im Forschungsbereich des skalierbaren festkörperbasierten Quantencomputing kooperieren, um skalierbare Quanteninformationsverarbeitung als Informationstechnologie der Zukunft fortzuentwickeln.

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Quantencomputer

Die Bauelemente dieser Computer der Zukunft sind so genannte „Quantenbits“, kurz Qubits, deren herausragende Eigenschaft darin besteht, die Zustände Null und Eins simultan anzunehmen. Klassische Bits hingegen können nur einen Zustand, entweder Null oder Eins, darstellen. Dieses Superpositionsprinzip birgt somit das Versprechen, die Rechenleistung von Computern dramatisch erhöhen und künftig den stetig wachsenden Bedarf an Rechenleistung decken zu können. Durch das Prinzip der Quantenverschränkung können Qubits miteinander verbunden bleiben, selbst wenn sie sich an verschiedenen Orten befinden. Quantensysteme, die über Distanzen hinweg verschränkt sind, können nun die Basis für Quantennetzwerke und zukünftiges Cloud Computing bilden und somit für Hackerattacken praktisch unangreifbare Kommunikationskanäle schaffen.

Karel Luyben, Rector Magnificus der TU Delft: “Dies ist eine wichtige und hoch spannende Zeit für die europäischen Quantenwissenschaften, die sich mit den besten Forschungsgruppen weltweit im Wettbewerb befinden. Wir sind stolz darauf, dass Delft in diesem Bereich der Hochtechnologieforschung führend vertreten ist, und wir freuen uns, nun mit JARA, einem zentralen Akteur auf dem Gebiet, zusammenzuarbeiten.“

Professor Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen, ergänzt: „Bereits 2005 hat die RWTH Aachen auf dem Gebiet der Quanteninformation wissenschaftliche Aktivitäten aufgenommen. Doch erst gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich, in der Allianz JARA, ist es uns möglich, hochqualifizierte Wissenschaftler der Branche in die Region zu holen.“

Professor Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich: „Die Quanteninformation ist ein zentrales Thema im Forschungsfeld Information, das einer der strategischen Schwerpunktbereiche des Forschungszentrums Jülich ist und das es systematisch weiterentwickeln wird. Gemeinsam mit unseren Partnern in Aachen und Delft wollen wir auf den vorhandenen Kompetenzen aufbauen.“

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