NXP implementiert Security-IP von Microsoft in Applikationsprozessoren

| Redakteur: Sebastian Gerstl

NXP stellt einen neuen Applikationsprozessor seiner i.MX8-Baureihe vor, der für Azure Sphere IoT zertifiziert ist. Auf dem Baustein sind sowohl das Azure Sphere OS als auch Microsofts Sicherheits-IP Pluton implementiert.
NXP stellt einen neuen Applikationsprozessor seiner i.MX8-Baureihe vor, der für Azure Sphere IoT zertifiziert ist. Auf dem Baustein sind sowohl das Azure Sphere OS als auch Microsofts Sicherheits-IP Pluton implementiert. (Bild: NXP / Microsoft (Montage))

NXP und Microsoft haben angekündigt, gemeinsam eine sichere Hardware-Plattform für industrielle IoT-Edge-Anwendungen liefern zu wollen. Dazu gehören neue Versionen des NXPs i.MX 8-Prozessors, die um eine die Sicherheits-IP von Microsoft ergänz weren. Das zu entwickelnde Ökosystem wird eng mit den Cloud-Services von Microsoft verknüpft sein.

NXP und Microsoft haben auf dem NXP Connects Technologietreffen im kalifornischen Santa Clara angekündigt, ihre bisherige Zusammenarbeit bei Applikationsprozessoren und IoT-Lösungen speziell fürs Geräte-Edge weiter zu intensivieren. Die jüngste Ankündigung zielt darauf ab, die i.MX 8 Prozessorserie von NXP um einen Microsoft-Azure-Sphere-zertifizierten Crossover-Anwendungsprozessor zu erweitern. Ziel dieser Kollaboration sei, einen sicheren, intelligenten Embedded-Prozessor für IoT-Edge-Anwendungen bereitzustellen, der die Sicherheitsplattform von Azure Sphere nahtlos nutzt.

Der angekündigte Applikationsprozessor basiert auf der Arm Cortex-A35-Architektur mit wahlweise einem oder zwei Kernen. Außerdem soll er über einen leistungsstarken Grafikprozessor und einen HiFi4-DSP-Kern für die Audioverarbeitung verfügen. Das Produkt wird unter Verwendung der FD-SOI-Technologie (Fully-Depleted Silicon-On-Insulator) hergestellt und nutzt eine heterogene Prozessorarchitektur mit unabhängigen Leistungsbereichen, was zu einem sehr geringen Strombedarf führen soll, kündigte NXP an. Der Prozessor soll in begrenztem Umfang ab dem vierten Quartal 2020 verfügbar sein.

Microsofts „Pluton“ soll für erweiterte Sicherheit sorgen

Auf dem Chip wird Microsofts Azure Sphere OS laufen, dem ersten von Microsoft entwickeltem Betriebssystem auf Linux-Basis, das die Firma nicht für den internen Einsatz entwickelt hat. „Es läuft in einer viel kleineren Umgebung, die jeder für Linux erwarten würde“, kündigte ein Microsoft-Sprecher im Rahmen der Kollaboration mit NXP an.

Der Prozessor wird ein Sicherheitssubsystem namens Pluton beinhalten, das von Microsoft entwickelt wurde. Zu seinen Funktionen gehört unter anderem das Erzeugen und sichere Speichern von kryptographischen Schlüsseln. Diese Funktionen ermöglichen es dem neuen Prozessor, sich mit den Azure Sphere Security Services von Microsoft zu verbinden, die Azure Sphere Geräte schützen, indem sie die Sicherheitsfunktionen über die gesamte Lebensdauer der jeweiligen Geräte auf dem neuesten Stand halten. Dieser Service identifiziert auch neu auftretende Sicherheitsbedrohungen und fungiert als Vermittler zwischen Gerät und Cloud.

Garantierte Verfügbarkeit von 13 Jahren anvisiert

Der Schritt zielt auf die schnell wachsende Welt der industriellen IoT-Anwendungen ab. Beide Partner sagten, dass sie intensive Aktivitäten entfalten, um ein Anwendungsökosystem mit Partnern aufzubauen und zu etablieren. Um den Einstieg in das Ökosystem und die Abwicklung der Softwarelizenzierung zu erleichtern, wird jedem Chip eine Betriebssystemlizenz mitgeliefert.

Dazu gehören auch Updates über die gesamte Lebensdauer. Vorläufig ist eine Nutzungsdauer von 13 Jahren geplant.

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Kann nur zustimmen. Schon in den 2000-er Jahren habe ich einen entsprechenden Artikel gelesen. Er...  lesen
posted am 17.06.2019 um 13:31 von Unregistriert

Es gibt vorzügliche und auch kommerziell supportete Alternativen die nicht in der Hand einer...  lesen
posted am 17.06.2019 um 13:25 von Unregistriert

Richtige Überschrift: NXP implementiert Microsofts NSA-Backdoor IP in seine...  lesen
posted am 17.06.2019 um 12:04 von ghl001


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