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Mikrocontroller-Markt bricht 2019 um 6% ein

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Rekordzahlen der letzten Jahre sind vorbei: Laut IC Insights wird das weltweite Geschäft mit Mikrocontrollen bis zum Ende des Jahres 2019 um knapp sechs Prozent zurückgehen. Schuld sind unter anderem das schlechte Automobilgeschäft und der Handelskrieg zwischen USA und China.

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Entwicklung des Mikrocontrollermarkts von 2016 bis (voraussichtlich) zum Jahr 2023: Das weltweite Geschäft mit microcontrollern soll 2019 gegenüber dem Vorjahr um 6% sinken. Sowohl Umsatzzahlen als auch Lieferzahlen von MCU-Einheiten brechen in diesem Jahr deutlich ein. Danach soll es wieder aufwärts geben, wenngleich ein anhaltender Preiskampf speziell bei 32-Bit-MCUs den Umsatz wohl weiter dämpfen wird.
Entwicklung des Mikrocontrollermarkts von 2016 bis (voraussichtlich) zum Jahr 2023: Das weltweite Geschäft mit microcontrollern soll 2019 gegenüber dem Vorjahr um 6% sinken. Sowohl Umsatzzahlen als auch Lieferzahlen von MCU-Einheiten brechen in diesem Jahr deutlich ein. Danach soll es wieder aufwärts geben, wenngleich ein anhaltender Preiskampf speziell bei 32-Bit-MCUs den Umsatz wohl weiter dämpfen wird.
(Bild: IC Insights)

Der Handelskrieg zwischen den USA und China, ein Rückgang beim Automobilabsatz und eine generelle weltweite Abkühlung des Elektronik-Marktes macht sich auch im Mikrocontroller-Geschäft bemerkbar: laut dem Marktforschungsinstitut IC Insights soll der MCU-Markt bis zum Jahresende 2019 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 6% einbrechen.

Vorläufiges Ende des Allzeit-Hochs

Nachdem der MCU-Markt in den letzten zwei Jahren Rekordumsätze erzielt hatte, rutschte er nach Erhebungen der Analysten in der ersten Jahreshälfte 2019 stark ab: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sank der weltweite Umsatz mit Mikrocontrollern im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um rund 13%, während die Lieferungen von MCU-Einheiten um 14% zurückgingen, meldet IC Insights.

Da der MCU-Markt zur Jahresmitte 2019 allerdings Anzeichen einer Stabilisierung zeigt, wird erwartet, dass sich der Umsatz mit Mikrocontrollern in den nächsten sechs Monaten aus dem zweistelligen prozentualen Einbruch zurückziehen wird. Das Jahr 2019 soll demnach mit einem Rückgang um 5,8% auf 16,5 Mrd. US-& enden. Ende 2018 hatte der Gesamtumsatz noch 17,6 Mrd. US-$ im Jahr 2018 betragen. Ferner erwarten die Analysten, dass die weltweiten MCU-Lieferungen im Jahr 2019 um 4% auf 26,9 Milliarden Einheiten sinken.

In den kommenden Jahren soll sich die Lage wieder bessern

IC Insights sieht in diesem Rückgang allerdings nur eine kurzfristige Delle. Für 2020 erwarten die Marktforscher bereits wieder, dass sich der Mikrocontrollermarkt nach dem Rückgang im Jahr 2019 leicht erholt und um 3,2% auf rund 17,1 Milliarden US-$ wächst. Gleichzeitig sollen der MCU-Versand um über 7% steigen und mit 28,9 Milliarden Einheiten einen neuen Rekordwert erreichen. Den bisherigen Höchststand hatte das Jahr 2018 mit 28,1 Milliarden ausgelieferten Einheiten erreicht..

IC Insights' Prognosen zufolge wird der Umsatz mit Mikrocontrollern in der Prognose 2018-2023 um eine jährliche Wachstumsrate von durchschnittlich 3,9% steigen und 2023 21,3 Milliarden US-$ erreichen.

Die Lieferungen von MCU-Einheiten waren in den letzten beiden Jahren zu waren Höhenflügen aufgestiegen. Getrieben wurde dieses starke Wachstum durch die zunehmende Automatisierung und eingebettete Steuerung in Systemen, mehr Sensoren und den Ansturm auf die Anbindung von Anwendungen an das Internet der Dinge (IoT). Die Umsatzsteigerung wurde allerdings durch stark fallende durchschnittliche Einheitenpreise auch stark gedämpft. Vor allem im Geschäft mit 32-Bit-Mikrocontrollern herrscht weiterhin ein starker Preiskampf.

Schlechtes Automobilgeschäft maßgeblich Schuld am Rückgang

Automotive-Anwendungen sind nach wie vor der größte Endverbrauchermarkt für MCUs und machten 2019 rund 39% des gesamten Mikrocontroller-Umsatzes aus. Insofern wirkt sich der Handel in diesem Bereich stark auf das Gesamtgeschäft mit MCUs aus: Der Umsatz mit Mikrocontrollern für die Automobilindustrie wird voraussichtlich 2019 um 5% auf 6,4 Milliarden US-$ sinken, nachdem er 2018 nur um 1,1% gestiegen war, als der Fahrzeugverkauf zu sinken begann. Dabei hatte man vor zwei Jahren gerade in diesem Segment große Entwicklungen erwartet: Im Jahr 2017 stiegen die weltweiten Umsätze mit Automobil-MCUs um 12%, was auf die Automobilverkäufe im Jahr, die Verbreitung von Sensoren in Fahrzeugen und die Zunahme von fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen (ADAS) zurückzuführen ist.

Uach hier erwartet IC Insights allerdings ein baldiges Ende der Flaute. Der Umsatz mit Automobil-MCUs soll demzufolge nach 2020 voraussichtlich um 1% auf fast 6,5 Milliarden US-$ steigen, gefolgt von einer allmählichen Stärkung des Wachstums im Zeitraum 2021-2023 auf 8,1 Milliarden US-$ im letzten Prognosejahr.

(ID:46089795)