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Win32-Support per Emulation Microsoft und Qualcomm bringen Windows 10 auf ARM-Geräte

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Microsoft will einen zweiten Anlauf wagen, um Windows auf Geräte mit ARM-Prozessoren zu bringen: In Zusammenarbeit mit Qualcomm bringt der Softwareriese Windows 10 zudem auf Geräte mit ARM-Prozessoren. Anders als vor Jahren mit dem funktionabgespeckten Windows RT sollen diesmal Rechner, die mit Snapdragon-SoCs ausgestattet sind, vollwertig x86-Anwendungen ausführen können – also auch Universal Apps wie Office oder Photoshop.

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Microsoft kündigt eine neue Generation an "cellular PCs" an. Zusammen mit SoC-Spezialist Qualcomm soll Windows 10 nun auch auf Geräte mit ARM-Prozessoren gebracht werden. Per x86-Emulation sollen darauf auch klassische Win32-Desktop-Applikationen lauffähig sein.
Microsoft kündigt eine neue Generation an "cellular PCs" an. Zusammen mit SoC-Spezialist Qualcomm soll Windows 10 nun auch auf Geräte mit ARM-Prozessoren gebracht werden. Per x86-Emulation sollen darauf auch klassische Win32-Desktop-Applikationen lauffähig sein.
(Bild: Microsoft)

Auf der Windows Hardware Engineering Conference (WinHEC) im chinesischen Shenzhen kündigte Microsoft die neue Partnerschaft mit Qualcomm an. Zusammen wollen die beiden Unternehmen ein vollwertiges Windows 10, dass auch W32-Applikationen ausführt, auf Tablets, Smartphones und andere mobile Rechner, die mit wenig Energieverbrauch auskommen müssen, ermöglichen. Die neue Generation soll insbesondere Windows Tablets ablösen, die sich noch auf Intels x86-Prozessor Atom stützen. Intel hatte im Mai diesen Jahres bekannt gegeben, die Chipserie weitgehend einzustellen.

2012 hatte Microsoft bereits einmal einen ersten Versuch unternommen, das populäre Betriebssystem auf mobile Plattformen wie Tablets und Smartphones, die mit ernergiesparenderen ARM-Prozessoren ausgestattet sind, zu hieven. Der Versuch misslang jedoch: Das Windows RT genannte Betriebssystem ähnelte zwar optisch dem seinerzeit aktuellen Windows 8, verzichtete aber aus Leistungsgründen vollständig auf x86-Kompatibilität. Dadurch konnten bekannte Win32-Desktop-Anwendungen auf dem mobilen Windows nicht ausgeführt werden; was blieb war nur eine Handvoll von Windows-Apps, die im Vergleich mit ihren Desktop-Cousins enorm abgespeckt waren und zahlreiche Funktionen nicht bieten konnten.

Das wurde dem Betriebssystem, zum Verhängnis, da viele Nutzer aufgrund der mit Windows 8 identischen Oberfläche erwartet hatte, auch dieselben oder zumindest einen ähnlichen Umfang an Anwendungen nutzen zu können. Da für Windows RT in auch in den folgenden Jahren kaum nennenswerte eigenständige Applikationen entwickelt wurden, stellte Microsoft das mobile Betriebssystem 2015 wieder ein.

Um dieses Mal eine gute Software-Unterstützung auf dem mobilen Windows gewährleisten zu können, arbeitet nun Microsoft eng mit Mobile-Prozessor-Spezialisten Qualcomm zusammen. Ziel der Kooperation ist, im nächsten Jahr einen leistungsstarken Snapdragon-Prozessor zu präsentieren, der in der Lage ist, sowohl ARM- als auch – mit Hilfe von Emulation – 32-Bit-x86-Applikationen auszuführen. Die amerikanische PC World meldet unter Berufung auf interne Quellen, dass es sich dabei um den für nächstes Jahr angekündigten Snapdragon 835 SoC handeln könnte. Demnach wären erste Systeme mit dem neuen Windows-on-ARM-OS in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu erwarten.

Wie ExtremeTech berichtet, wird das mobile Windows auf nativem 64-Bit-ARM-Code laufen. Aber x86-Applikationen sollen unterstützt werden, sofern sie 32-Bit-Binaries enthalten, die mit Microsofts Emulationsebene kompatibel sind. Das Unternehmen möchte auf diese Weise die Fehler vermeiden, in die es mit Windows RT gelaufen ist.

Microsoft spricht bei der nächsten Generation von mobilen Rechnern gerne von "cellular PCs". Ob damit neben neuen Tablets und Laptops möglicherweise auch das "Surface Phone" gemeint sein könnte, an dem das Unternehmen gerüchteweise arbeitet, ist immer noch unklar.

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