Microsoft und Intel wollen Antivirus-Scans auf GPUs verlagern

Redakteur: Sebastian Gerstl

Intel hat für seine eingebetten GPUs neue Security-Features ausgerollt. Microsoft hat bereits angekündigt, diese Funktionen für ressourcenschonende Antiviren-Scans nutzen zu wollen.

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Intel kündigt neue, auf integriertre GPUs gestützte eingebettete Security-Lösungen an. So sollen beispielsweise Antiviren-Scans deutlich ressourcenschonender, schneller und flexibler auf systeman ablaufen können. Microsoft hat bereits angekündigt, diese Features in seine Businessplattform Advanced Threat Protection einzuführen.
Intel kündigt neue, auf integriertre GPUs gestützte eingebettete Security-Lösungen an. So sollen beispielsweise Antiviren-Scans deutlich ressourcenschonender, schneller und flexibler auf systeman ablaufen können. Microsoft hat bereits angekündigt, diese Features in seine Businessplattform Advanced Threat Protection einzuführen.
(Bild: Intel)

Microsoft hat angekündigt, dass es die Vorteile einer neuen Sicherheitsfunktion nutzen wird, die Intel in seinen integrierten Grafikprozessoren aktiviert hat. Normalerweise laufen Antiviren-Scans vollständig auf Ihrer CPU. Früher konnte dieser Prozess ein System in die Knie zwingen. Single-Thread-CPUs würden sich stark verzögern, wenn Sie versuchen würden, während des Scannens eine erhebliche Arbeitslast zu bewältigen. Festplatten kommen ebenfalls ins Stocken bei der Aufgabe, Systemdateien und Anwendungen gleichzeitig zu scannen.

Zwar hat sich dieses Problem dank flashbasierter SSDs und Multi-Core-CPUs weitgehend verringert. Dennoch treten bei parallelen oder im Hintergrund verlaufenden Virenscans selbst auf modernen Highend-PCs merkliche Verzögerungen auf. Und ressourcenärmere Plattformen wie Embedded PCs können sich solche Verzögerungen ohnehin kaum leisten.

Intel hat hierfür eine neue Lösung vorgeschlagen: Der Antiviren-Scanner soll auf den integrierten GPU-Chips ablaufen. Das soll Ressourcen und Strom sparen und gleichzeitig die allgemeine Systemleistung optimieren. Wie Intel selbst in einem Unternehmensblogeintrag ausführt, liege die gesamte CPU-Auslastung bei einem GPU-unterstützten Antiviren-Scan bei etwa 2 Prozent, während eine vergleichbare, rein CPU-gestützte Methode mit durchschnittlich 20 Prozent zu Buche schlage. Diese neue Technologie mit dem Namen 'Accelerated Memory Scanning' ist Teil des gesamten Sicherheitspakets des Unternehmens, der so genannten Intel Threat Detection Technology.

Intel arbeitet auch an einer Funktion namens Advanced Platform Telemetry, die maschinelles Lernen nutzt, um potenzielle Bedrohungen zu kategorisieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Diese Fähigkeit wird in die Tetration Platform von Cisco integriert, die zur Sicherung von Rechenzentren und zum Schutz der Cloud eingesetzt wird.

Microsoft hat als erstes großes Unternehmen bereits angekündigt, diese Security-Features vollumfänglich ausnutzen zu wollen. Als erstes führt das Unternehmen die Technologie in seine Geschäftsplattform Windows Advanced Threat Protection. Langfristig werden diese Fähigkeiten allerdings voraussichtlich auch auf Consumerebene eingeführt werden.

GPUs könnten für diese Art des Scannens in der Tat sehr gut geeignet sein, da sie in der Regel eine hervorragende Mustererkennung bieten. Theoretisch könnte ein neuronales Netzwerkmodell auf Malware-Code trainiert werden, genauso wie Sie es trainieren könnten, um Bilder von Katzen oder Gesichtern zu erkennen. Derart gestützte Antiviren-Software könnte auf neue Bedrohungen viel schneller und adaptiver reagieren als herkömmliche Methoden.

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