Windows 10 Microsoft lädt Win-10-Installationsdatei ungefragt auf den PC

Redakteur: Robert Di Marcoberardino

Keine Lust auf Windows 10? Microsoft ist das egal und speichert in vielen Fällen das 6 GB große Installations-Image trotzdem auf der Festplatte ab — für alle Fälle. IT-Experten geben nachlässigen Admins die Schuld

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Surprise: Beim Upgrade-Wunsch überrascht Microsoft die User neuerdings mit einem heimlich vorinstalliertem Windows-10-Image
Surprise: Beim Upgrade-Wunsch überrascht Microsoft die User neuerdings mit einem heimlich vorinstalliertem Windows-10-Image
(Bild: Microsoft)

Microsoft lädt die Windows-10-Installationsdatei bei aktivierten Windows-Updates in einigen Fällen automatisch auf alte Windows-Versionen (7, 8, 8.1) herunter, auch wenn der User keinen Upgrade-Wunsch geäußert hat. „Just in case“ möchten die Redmonder so vermutlich den schnellen Umstieg auf Win 10 ermöglichen. Das Problem: Die Datei benötigt insgesamt rund 6 GB an Speicherplatz und der Download belegt ungefragt die Internetleitung.

Offiziell geäußert hat sich Microsoft zu den Vorwürfen nicht, obwohl das Problem nun schon einige Wochen lang im Internet die Runde macht. Ob der eigene Rechner vom Zwangs-Update betroffen ist, lässt sich herausfinden, wenn man die Anzeige von versteckten Dateien im Datei-Explorer erlaubt. Microsoft speichert die Image-Datei in einem nicht sichtbaren Ordner unter C:\$windows.~BT ab.

Einige Systemadministratoren haben mittlerweile Artikel online gestellt, die den Schluss zulassen, dass das ungefragte Update möglicherweise auch falschen Systemeinstellungen geschuldet ist — zumindest bei Office-PCs.

So tritt der Download etwa auf, wenn Anwender Admin-Rechte auf ihren Rechnern haben, oder User sich unter mehreren Domains anmelden (work, client, home), die unterschiedlich konfiguriert sind. Microsoft hat außerdem schon Blocking-Tools für Windows 10 über GPO verteilt, die eventuell noch nicht vom Admin installiert wurden.

Technisch wenig versierten Privat-Nutzern, die auf die automatische Windows-Updatefunktion vertrauen, helfen die Admin-Tipps kaum weiter. Besonders ärgerlich ist der Download zudem bei Ultrabooks mit vergleichsweise kleinen SSD-Speichern. Bei 128 oder 256 GB Gesamtkapazität sind die belegten 6 GB nicht gerade ohne.

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