Microsoft, Intel, Bosch & Amazon: KI-Startup zieht Techgrößen als Investoren an

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Großes Interesse an KI-Chip-Architektur: Das KI-Startup Syntiant hat in einer zweiten Finanzierungsrunde sechs weltweit führende Technikkonzerne als Investoren angelockt, darunter Microsoft, Intel, Bosch und Amazon.
Großes Interesse an KI-Chip-Architektur: Das KI-Startup Syntiant hat in einer zweiten Finanzierungsrunde sechs weltweit führende Technikkonzerne als Investoren angelockt, darunter Microsoft, Intel, Bosch und Amazon. (Bild: VCG)

Das Startup Syntiant, Entwickler einer eigenen KI-Chip-Architektur, wird von sechs großen Technikkonzernen umgarnt. In seiner zweiten Finanzierungsrunde konnte das vor einem Jahr gegründete Unternehmen 25 Millionen US-$ einstreichen. Zu den Investoren zählen unter anderem Microsoft, Intel, Bosch und Amazon.

Um den gerade rapide wachsenden Markt rund um künstliche Intelligenz geht die Jagd nach jungen UInternehmen mit KI-Fachwissen in der Industrie weiter. Zahlreiche junge Startups wurden in den letzten 12 Monaten von in der Elektronikbranche etablierten Chipherstellern durch Investitionen gefördert oder rundheraus übernommen. Das 2017 in Irvine, Kalifornien gegründete Startup Syntiant hat in seiner zweiten Finanzrierungsrunde gleich sechs namhafte, auf dem Weltmarkt führende Unternehmen als Investoren herangezogen. Angeführt von Microsofts Startup-Investitionszweig M12 haben sich der Amazon Alexa Fund, Applied Ventures, Intel Capital, Motorola Solutions Venture Capital und Robert Bosch Venture Capital als neue Investoren an dem jungen Entwickler von KI-Chips beteiligt. In dieser zweiten Finanzierungsrunde brachten die sechs Kapitaleigner insgesamt 25 Millionen US-$ auf; insgesamt wurden damit 30 Millionen US-$ in Syntiant investiert.

Syntiant testet derzeit sein erstes Produkt, einen 20 Tera-Operationen/Watt-Maschinenlernchip, den das Unternehmen einen neuronalen Entscheidungsprozessor (NPD) nennt. Es verwendet eine Reihe von Hunderttausenden von NOR-Zellen, um TensorFlow-Aufträge für neuronale Netzwerke im analogen Bereich zu berechnen.

"Wir freuen uns sehr, mit einigen der weltweit größten Unternehmen zusammenzuarbeiten", sagte Kurt Busch, CEO von Syntiant, in einem Interview mit der EE Times. Busch sagte, Syntiant sieht die Investoren als großartige Partner, die hoch motiviert sind, die Weiterentwicklung des maschinellen Lernens zu beschleunigen.

Anfangs auf Spracherkennung konzentriert

Busch sagte anlässlich der Investorenrunde, dass Syntiant die neue Finanzierung nutzen würde, um sein erstes Produkt zu kommerzialisieren und mit der Arbeit an seinem Chip der zweiten Generation zu beginnen, der die Anwendung der Technologie von Syntiant auf Video erweitern wird. Zu Beginn werde sich das Unternehmen darauf konzentrieren, mit seinen Chiplösungen die Entwicklung und Implementierung neuer, besserer Spracherkennungsalgorithmen zu beschleunigen und zu erleichtern. In einem Gespräch mit dem amerikanischen Fachmagazin EE Times sagte Syntiant-CEO Busch bereits im Juni, dass das Unternehmen bestrebt ist, es extrem einfach zu machen, die Sprachsteuerung an jedes Gerät anzuschließen, einschließlich batteriebetriebener Systeme.

Die Popularität von virtuellen elektronischen Assistenten wie Amazon's Echo und Google Home hat eine neue Ära von Sprachcomputer-Schnittstellen eingeleitet, von denen viele Menschen glauben, dass sie praktisch jedes Endgerät mit Elektronik umfassen werden. Amazon, Google und Baidu haben sich unter anderem auf die Suche nach der Verbreitung ihrer KI-basierten Sprachdienste gemacht.

Investoren versprechen sich großes Potential in der KI-Chip-Architektur

Die Technologie von Syntiant basiert auf einer Prozessor-in-Memory-Architektur, die vom CTO des Unternehmens, Jeremy Holleman, einem Forscher an der University of North Carolina in Charlotte, definiert wurde. Bereits 2014 veröffentlichte Holleman auf der International Solid-State Circuits Conference wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet.

Die Architektur von Syntiant ist eine von wenigen in der aufstrebenden KI-Landschaft, die als vielversprechend für die Ausführung der massiv parallelen, multiplizierten und akkumulierten Operationen, die mit Deep Learning verbunden sind, mit sehr geringer Leistung angesehen werden.

"Die Architektur von Syntiant ist gut geeignet für die Berechnungsmuster und die inhärente Parallelität tiefer neuronaler Netze", sagt Samir Kumar, Managing Director of M12, der anlässlich der neuen Investorenrunde ins Board of Directors von Syntiant berufen wurde. "Wir sehen großes Potenzial in der Fähigkeit, Durchbrüche in der Energieleistung für die KI-Verarbeitung im Internet of Things zu ermöglichen."

"Machine Learning am Rande ist die neue Grenze für kundenspezifische Halbleiter", sagte Dave Flanagan, Vice President von Intel Corp. und Group Managing Director von Intel Capital. "Wir sind begeistert von den Fortschritten, die Syntiant seit der Führung der Serie A im vergangenen Jahr gemacht hat. Wir freuen uns auf eine enge Zusammenarbeit mit den beeindruckenden Investoren der Serie B, um das weitere Wachstum des Unternehmens zu unterstützen."

"Die Technologie von Syntiant ist konkurrenzlos bei keinem anderen Anbieter im Bereich der KI-Hardwarebeschleunigung für die Konsumgüterindustrie und ermöglicht eine ständige Rückschlüsse auf Sprach-/Ton- und Bild-/Videoanwendungen am Edge", sagte Luis Llovera, Geschäftsführer von Robert Bosch Venture Capital. "Die Technologie ist für eine Vielzahl von Bosch-Produkten strategisch relevant, insbesondere für Verbrauchersensorik-Anwendungen."

Anfang dieses Monats demonstrierte Syntiant auf der OktoberTech 2018 von Infineon einen Prototyp eines NDP, der gleichzeitig Dutzende von anwendungsdefinierten Audio- und Keyword-Klassifikationen unterstützen kann, so dass Entwickler benutzerdefinierte, ständig verfügbare Sprachbenutzeroberflächen erstellen können. Optimiert für Audiodatenraten, ist der Prozessor in der Lage, Lautsprecher zu identifizieren, Audioereignisse zu erkennen und die Umgebung zu klassifizieren sowie Sensoren zu analysieren.

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