Messtechnik-Highlights auf der electronica

| Redakteur: Hendrik Härter

Großer Andrang auf der electronica vom 13. bis 16. November in München. Wir haben uns die Messtechnik-Highlights herausgesucht.
Großer Andrang auf der electronica vom 13. bis 16. November in München. Wir haben uns die Messtechnik-Highlights herausgesucht. (Bild: Messe München)

An diesen Ständen der Halle A3 auf der electronica sollten Sie genauer hinschauen! Hier sind die großen Messtechnik-Hersteller zu finden. Was sie zeigen werden, haben wir hier zusammengefasst.

Wenn sich vom 13. bis 16. November die Tore der electronica in München wieder öffnen, werden auch die großen Messtechnik-Hersteller ihre aktuellen Produkte auf den jeweiligen Ständen präsentieren. Wir haben uns im Vorfeld einige Highlights angeschaut.

Den Start macht Rohde & Schwarz, die am Stand A3/307 vor allem seinem Oszilloskop aus der Familie R&S RTP. Die Messgeräte erfassen bis zu eine Million Messkurven pro Sekunde und kompensieren Transmissionsverluste zwischen Signalquelle und Oszilloskop in Echtzeit durch De-embedding. Sie sind in drei Bandbreitenversionen verfügbar: 4, 6 oder 8 GHz. Ein weiteres Highlight ist der Spektrumanalysator R&S FSW: Neben einem überarbeiteten Äußeren mit neuem Bedienkonzept sowie einem SCPI-Rekorder für die einfache Programmierung ferngesteuerter Testabläufe sind alle R&S FSW-Modelle ab 26,5 GHz maximaler Eingangsfrequenz mit 2 GHz interner Analysebandbreite erhältlich. Auch die Familie R&S Spectrum Rider FPH hat Verstärkung bekommen: Es stehen neue Grundgeräte mit Frequenzen bis 6 GHz, 13,6 GHz und 26,5 GHz sowie entsprechende Frequenzerweiterungen zur Verfügung. Damit ermöglichen sie eine Spektrumanalyse bis 31 GHz im Labor oder Feld.

Zudem präsentiert Rohde & Schwarz den analogen Signalgenerator R&S SMB100B und den Vektorsignalgenerator R&S SMBV100B. Die beiden neuen Mittelklassegeräte bieten auf kleinstem Raum große Vielseitigkeit und Leistungsstärke. In ihrer Klasse bieten sie eine hohe spektrale Reinheit sowie hohe Ausgangsleistung. Der Leistungsmesser R&S NRQ6 ist für Frequenzen von 50 MHz bis 6 GHz ausgelegt und bestimmt bandbegrenzt die Durchschnittsleistung (Continuous Average) eines Übertragungskanals bis zu einer Signalbandbreite von 100 MHz. Als einziger Leistungsmesskopf im Markt liefert er bis zu einer unteren Leistungsmessgrenze von -130 dBm extrem genaue und schnelle Messergebnisse.

Keysight und ein Oszilloskop mit 110 GHz

Auf dem Stand von Keysight am Stand A3/506 werden die Oszilloskope der Serie UXR das Interesse der Besucher auf sich lenken. Bei der analogen Bandbreite bietet der Hersteller 13 bis 110 GHz. Angesprochen werden vor allem Entwickler von DDR-, USB-, PCIe- oder anderen seriellen Techniken sowie PAM4, 5G, Radar, Satellitenkommunikation und optischen Designs. Die Abtastraten liegen pro Kanal bei 256 GS/s bei den Geräten von 40 bis 110 GHz und 128 GS/s pro Kanal bei den Geräten mit 13 bis 33 GHz.

S9100A ist eine skalierbare Testlösung für die Serienfertigung von 5G-Basisstationen. Anwender haben die Möglichkeit, Netzwerkgeräte (NEMs) in großem Umfang für 5G New Radio (NR) zu testen. S9100A verwendet den PXIe Vektor-Transceiver (VXT) Keysight M9410A. Der VXT unterstützt Bandbreiten bis 1,2 GHz, kombiniert mit mmWave-Transceiverköpfen. Damit liefert die Testumgebung Error Vector Magnitude (EVM) und Adjacent Channel Leakage Ratio (ACLR) über FR1 und FR2.

Die Testlösung von Keysight nutzt gängige Hard- und Softwareplattformen einschließlich PathWave von Keysight, die die neuesten 3GPP 5G NR Standards (Rel. 15.2.0) unterstützen. Dies ermöglicht den Herstellern von drahtlosen Geräten einen einfachen Übergang von der Validierung des F&E-Designs über die Integration und Verifizierung bis hin zur Serienfertigung. Es bietet auch die Skalierbarkeit, die NEMs benötigen, um komplexe 5G-Designs kostengünstig und schnell sowohl im Sub-6GHz (FR1) als auch im mmWave (FR2) Frequenzbereich zu validieren - über die Luftschnittstelle wie auch in leitungsgebunden Testumgebungen.

Weitere Höhepunkte sind das Datenerfassungssystem DAQ970A. Dieses System zeichnet eine erheblich schnellere Datenerfassung als das weit verbreitete System 34970/72A aus. Beide Systeme sind ähnlich im Gerätekonzept. Das DAQ970A-System ist softwarekompatibel mit den beiden Systemen 34970A und 34972A.

Es lassen sich Temperatur, entweder über Widerstandsthermometer, Thermoelement oder Thermistoren erfassen; Gleich- oder Wechsel-Spannung, Gleich- oder Wechsel-Strom, Widerstand (2- oder-4-Drahtmessung), Frequenz bzw. Periode und Kapazität direkt auf jedem Kanal messen.

Serie 6 von Tektronix mit 8 GHz und 25 GS/s

Bei Tektronix am Stand A3/438 lässt man es sich ebenfalls nicht nehmen und präsentiert sein Flaggschiff: Die Oszilloskop-Serie 6.. Sie bietet eine Bandbreite von 8 GHz und eine Abtastrate von 25 GS/s auf allen vier Kanälen. Die Serie 6 basiert auf der gleichen Plattform wie die Serie 5, die Tektronix im letzten Jahr vorgestellt hatte. Grundlage ist ein A/D-Wandler mit einer Auflösung von 12 Bit. Der verwendete ASIC ist eine exklusive Entwicklung ebenso wie Trigger oder die digitale Erfassung. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen der Serie 6 gehören ein kapazitiver 15,6" Touchscreen mit Zoom-Funktion, die FlexChannel-Eingänge, ein 12-Bit-A/D-Wandler mit einer vertikalen Auflösung von 16 Bit, ein komplett überarbeitetes Gehäusedesign und ein optionales Windows 10.

Automobilsezifische Softwarelösungen für die Mixed-Signal-Oszilloskope MSO der Serie 5 wurden entwickelt, um die Validierung und das Debugging zu beschleunigen sowie die Design-Zyklen für die komplexen Elektroniksysteme in den Fahrzeugen der nächsten Generation zu verkürzen.

Weiterhin stellt Tektronix die rauscharmen und programmierbaren Dreikanal-Labornetzteile der Keithley Series 2230G vor, die bis zu 375 W innerhalb eines kompakten 2HE-Gehäuses mit halber Rackbreite liefern können. Mit den Netzteilen lassen sich Schaltkreise mit hoher Leistungsaufnahme bei unterschiedlichen Spannungspegeln untersuchen – wie beispielsweise LED-Treiber, Automotive und Leistungs-ICs – die drei Kanäle der Labornetzteile sind isoliert, unabhängig und für jeden Kanal individuell programmierbar. Das 2230G-30-3 liefert eine Leistung von 195 W mit zwei 30 V-3-A-Kanälen sowie einem 5-V-3-A-Kanal, während das 2230G-30-6 und das 2230G-60-3 jeweils bis zu 375 W mit zwei 30-V-6-A-Kanälen oder zwei 60-V-3-A-Kanälen liefert. Beide 375-W-Versionen haben ebenfalls einen dritten 5-V-3-A-Kanal.

Der Arbiträr-/Funktionsgenerator AFG31000 Serie wird auf der electronica erstmals öffentlich gezeigt. Das neue Design enthält viele Neuerungen: ein großer Touchscreen und eine überarbeitete Bedienoberfläche für Ingenieure und Forscher, die immer komplexere Testfälle für Debugging, Fehlersuche, Charakterisierung und Validierung von Testobjekten erzeugen müssen.

Mixed-Signal-Oszilloskop von Rigol

Auf dem Stand von Rigol in A3/231 wird ebenfalls ein Oszilloskop im Mittelpunkt stehen. Die Mixed-Signal-Digital-Oszilloskope MSO/DS7000 basiert auf der On-Chip ASIC-Technik von Rigol. Mit Bandbreiten von 100 bis 500 MHz und Abtastraten von bis zu 10 GS/s lässt sich die Oszilloskop-Serie in Forschung, Entwicklung und Produktion einsetzen. Die Geräte verfügen über einen 10,1''-Touch-Farb-Bildschirm. Große Messdatensätze lassen sich dank eines Speichers von bis zu 500 Mio. Punkten erfassen und verarbeiten. Mit einer Signalerfassungsrate von bis zu 600.000 wfms/s erfasst der Anwender schnelle Signalfolgen und kann sie darstellen und auswerten. Sowohl die Analyse als auch die Darstellung erfolgt mit dem ChipSet der aktuellen UltraVision-II-Architektur.

Ergänzend zu seinen Arbiträren Funktionsgeneratoren zeigt Rigol die Low-Cost-Serien DG800 und DG900. Beide sollen sich einfach bedienen lassen und sind als multifunktionale Generatoren ausgelegt. Sie kombinieren die Anwendungsfelder Funktionsgenerator, Arbiträrer Signalgenerator, Pulsgenerator, Harmonic-Generator, Analog/Digital-Modulation sowie Zählerfunktion in einem Gerät. Neben der bisher genutzten Direct-Digital-Synthesizer-Technik soll die Signal-Fidelity-Technik „SiFi II“ den Signal-Jitter auf 200 ps drücken.

Neue Marke Teledyne Test Tools (T3)

Teledyne LeCroy in A3/630 stellt für seine neue Marke Teledyne Test Tools (T3) ein breites Produktspektrum vor. Die Marke Teledyne Test Tools erweitert das Produktspektrum von Teledyne LeCroy durch eine Vielzahl von qualitativ hochwertigen und dabei günstigen Messgeräten. Gleich zwei portable Time-Domain-Reflectometer (TDR) präsentiert Teledyne Test Tools (T3): Die beiden TDR-Instrumente T3SP10D mit 10 GHz und T3SP15D mit 15 GHz sind kompakt und verfügen über einen echten Differentiellen TDR-Pulser. Mit den Geräten können Anwender Signalintegritätsprobleme in Steckern, Übertragungsleitungen, seriellen Datenkanälen und Kabeln diagnostizieren.

Die TDR-Instrumente bieten Anstiegszeiten von 50 ps (T3SP10D) und 35 ps (T3SP15D), was einer Impedanz-Ortsauflösung (in FR4) von 4,2 mm bzw. 3 mm sowie eine TDR-Wiederholrate von bis zu 10 MHz entspricht. Zusammen mit einem Speicher von bis zu 50.000 Punkte können mit hoher Auflösung TDR-Aufzeichnungen von Messobjekten von bis zu 40 Metern (bei einer Wiederholrate von 1 MHz ) erfasst werden. Die Geräte sind außerdem durch ein ESD-Schutzmodul (koaxiales HF-Relais) ausgestattet, das die Signaleingänge zuverlässig vor ESD-Pulsen schützt, wenn das Gerät nicht benutzt wird.

Neben verschiedenen Einstiegs-Oszilloskopen mit einer Bandbreite von bis 300 MHz sind folgende Produkte dort zu sehen und ab sofort verfügbar: Spektrum Analyzer bis 3,2 GHz, Arbiträre Signalgeneratoren bis 16-Bit bei 350 MHz und 12 Vpp Ausgangsspannung, Digitale Multimeter (DC: 1000 V, AC: 750 V, Strom: 10 A), programmierbare Netzteile (32 V, 3,2 A, 220 W) sowie die Time Domain Reflektometer bis 15 GHz.

Präzise Leistungsmessung von Yokogawa

Bei Yokogawa in Halle A3/117 steht mit dem WT5000 die Leistungsanalyse im Mittelpunkt. So beträgt laut Hersteller die Messgenauigkeit ±0,03% bei 50/60 Hz kombiniert mit einer hohen Stabilität, Störfestigkeit und Flexibilität beim Messen. Solche eine Genauigkeit ist vor allem bei der Untersuchung der Leistungsaufnahme, der Verluste sowie der Effizienz von Elektro- und Elektronikgeräten. Insbesondere die große Dynamik der Strombereiche ist für den Test von energiesparenden Schaltungen unverzichtbar.

Im Vergleich zu einem konventionellen Oszilloskop oder Rekorder kann der portable DL350 ScopeCorder unterschiedlichste Signalarten erfassen. Hierzu stehen 18 verschiedene Messmodule zur Verfügung, die eine flexible Konfiguration der zwei Steckplätze im Messgerät ermöglicht. Die Module bieten isolierte Eingänge mit hoher Auflösung und sind für Eingangsspannungen bis 1000 Volt, Temperaturen, Frequenzen oder serielle Bus-Signale zugeschnitten.

Das DLM3000 verfügt über eine Bandbreite von bis zu 500 MHz und einer Abtastrate von bis zu 2,5 GS/s auf allen analogen Kanälen. Damit eignet es sich besonders für die präzise Signalanalyse bei Messungen an schnell schaltenden Signalen wie in Umrichter-Antrieben. Die hohe Abtastrate wird mit einer Speichertiefe von 250 Megapunkten pro Kanal und einem hohen Spannungsbereich kombiniert. Zur Auswahl stehen 2- und 4-Kanal Modelle der DLM3000 Serie. Mit der 4-Kanal MSO Variante ist zusätzlich im Standardumfang ein 8-Bit Logik-Eingang enthalten. Für die Messung von Logik-Signalen kann der vierte analoge Kanal auf den 8-Bit Logik-Eingang umgeschaltet werden, um so flexibel analoge und digitale Signale zu messen.

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