Autosalon Paris

Mercedes-Benz präsentiert den stärksten Elektro-Supersportwagen der Welt

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Leichtbaustrategie „AMG Lightweight Performance“

Die Batterie findet ihren Platz in einem Carbon-Monocoque, das integrativer Bestandteil und Rückgrat des Flügeltürers ist. Das Monocoque-Gehäuse ist fest mit der Aluminium-Spaceframe-Karosserie verschraubt und verklebt. Auch die Faserverbundstoffe haben ihren Ursprung unter anderem in der Formel 1. Für die Konstruktion des Monocoques nutzen die Ingenieure von Mercedes-AMG die Vorteile von CFK (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff). Dazu zählen hohe Festigkeit, die extrem steife Strukturen in Bezug auf Torsion und Biegung ermöglicht, exzellente Crash-Performance sowie geringes Gewicht. Bei gleicher Stabilität sind Bauteile aus Carbon bis zu 50% leichter als vergleichbare aus Stahl gefertigte Komponenten. Gegenüber Aluminium beträgt die Gewichtseinsparung immer noch etwa 30% bei weitaus geringerer Materialstärke. Das Batterie-Carbon-Monocoque ist überdies als „Zero Intrusion Cell“ für die höchsten Anforderungen an die Crash-Sicherheit ausgelegt. Es schützt die Batteriemodule im Inneren vor Verformungen und Beschädigungen im Falle eines Crashs.

Basis für die CFK-Konstruktion sind feine Carbonfasern, zehnmal dünner als ein menschliches Haar. Gespannt auf einer Strecke von hier bis zum Mond würde die innovative Faser nur 25 g wiegen. 1000 bis 24.000 dieser Fasern werden zu Einzelsträngen zusammengefasst. Web- und Nähmaschinen fertigen daraus mehrlagige Fasermatten, die sich zu dreidimensionalen Gebilden formen lassen. Wird flüssiges Kunstharz injiziert, härtet dies aus und verleiht der gewünschten Struktur die endgültige Form und Stabilität.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 36 Bildern

Optimale Gewichtsverteilung und tiefer Schwerpunkt

Der rein elektrische Antrieb wurde bereits in der Konzeptphase des Supersportwagens berücksichtigt. Das Packaging bietet optimale Voraussetzungen für die Integration des leistungsfähigen und emissionsfreien Technologie-Pakets: So können die vier Elektromotoren und die zwei Getriebe möglichst nah an den vier Rädern und tief unten im Fahrzeug platziert werden. Das Gleiche gilt für die Hochvoltbatterie in Modulbauweise. Die Vorteile dieser Lösung sind der tiefe Fahrzeugschwerpunkt und die ausgeglichene Gewichtsverteilung – ideale Bedingungen für ein optimales Handling, das der elektrisch angetriebene Flügeltürer mit seinem benzinbetriebenen Schwestermodell teilt.

Neue Vorderachskonstruktion mit Pushrod-Federbeinen

Raumlenkerachse mit Pushrod-Federbeinen

Der zusätzliche Antrieb der Vorderräder verlangt nach einer neu konstruierten Vorderachse: Anders als im Serienfahrzeug mit AMG V8-Motor, das über eine Doppelquerlenker-Achse verfügt, kommt beim SLS AMG Coupé Electric Drive eine Raumlenkerachse mit Pushrod-Federbeinen zum Einsatz. Der Grund: Die stehend angeordneten Federbeine müssen den zusätzlichen Antriebswellen weichen. Wie bei zahlreichen Rennfahrzeugen üblich, kommen nun liegende Federbeine zum Einsatz, die über separate Schubstangen (Englisch: push rods) und Umlenkhebel betätigt werden. Dank der aufwendigen, Motorsport-erprobten Vorderachskonstruktion befinden sich Agilität und Fahrdynamik des SLS AMG Electric Drive auf dem gleich hohen Niveau wie bei der V8-Variante. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal betrifft die Parameter-Servolenkung mit Zahnstangen-Lenkgetriebe: Die Servounterstützung erfolgt elektrohydraulisch statt hydraulisch.

Keramik-Verbundbremsanlage für perfekte Verzögerung

Der SLS AMG Coupé Electric Drive verzögert mithilfe der AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage; sie überzeugt durch direktes Ansprechverhalten, einen präzisen Druckpunkt und höchste Standfestigkeit auch bei extremen Einsatzbedingungen. Die üppig dimensionierten Scheiben – vorn 402 x 39 Millimeter, hinten 360 x 32 Millimeter – bestehen aus mit Kohlefasern verstärkter Keramik, sind rundum in Verbundbauweise konzipiert und schwimmend radial mit einem Aluminiumtopf verbunden. Gegenüber den herkömmlichen Grauguss-Bremsscheiben sind die Keramik-Bremsscheiben um insgesamt 40 Prozent leichter. Die Reduzierung der ungefederten Massen steigert nicht nur Fahrdynamik und Agilität, dadurch verbessern sich sowohl der Fahrkomfort wie auch der Grip. Die reduzierten rotierenden Massen an der Vorderachse sorgen außerdem für eine nochmals direktere Lenkansprache, was sich vor allem in schnell gefahrenen Autobahnkurven auswirkt.

Design und Ausstattung exklusiv und hochwertig

In optischer Hinsicht verbindet sich das vielfach ausgezeichnete Design des SLS AMG mit spezifischen Merkmalen, die exklusiv die Electric Drive Variante kennzeichnen. Die Frontschürze verfügt über einen markanten CFK-Front­splitter in Sichtcarbon, der Abtrieb an der Vorderachse generiert. Kühlergrill und nebenliegende Luftöffnungen zieren spezielle, in Wagenfarbe lackierte Flächen mit bionischen Öffnungen in Wabenform. Sie sind nicht nur ein visuelles Highlight, sondern verbessern mit ihrer aerodynamisch optimierten Gestaltung auch die Anströmung der dahinter angeordneten Kühlmodule. Abgedunkelte Scheinwerfer verleihen der Frontpartie zusätzliche Eigenständigkeit. In der seitlichen Ansicht fallen der „Electric Drive“ Schriftzug an der Fahrzeugflanke und die AMG Leichtmetallräder im 5‑Doppelspeichen-Design mit spezifischem Lackdesign auf. Serienmäßig rollt der SLS AMG Electric Drive auf Reifen im Format 265/35 R 19 (vorn) und 295/30 R 20 (hinten). Einen dynamischen Abschluss bilden die neue Heckschürze in Diffusoroptik und die abgedunkel­ten Heckleuchten. Exklusiv dem SLS AMG Coupé Electric Drive vorbehalten ist der Mattlack „AMG Electricbeam magno“. Ohne Aufpreis stehen alternativ fünf weitere Farben zur Wahl.

AMG Performance Media serienmäßig

In der AMG DRIVE UNIT befindet sich der elektronische Drehschalter für die Auswahl der drei Fahrprogramme C“ (Controlled Efficiency), „S“ (Sport), „S+“ (Sport plus), mit deren Hilfe der Fahrer drei unterschiedliche Leistungsstufen der Elektromotoren abrufen kann, wodurch sich ebenfalls die Höchstgeschwindigkeit sowie das Ansprechverhalten des Fahrpedals ändert. Hinter den Tastern für „Power“ und „ESP On/Off“ befinden sich die Taster für AMG Torque Dynamics und für das AMG Setup.

Noch mehr Assistenzsysteme serienmäßig

Neben AMG Carbon Außenspiegeln, AMG Carbon Motorraumabdeckung, COMAND APS, Media-Interface, Totwinkel-Assistent und Rückfahrkamera ist auch AMG Performance Media serienmäßig: Das System bietet neben einem vollwertigen, mobilen Hochgeschwindigkeits-Internetzugang auch Informationen über Motorleistung, Quer- und Längsbeschleunigung, Reifendruck, Fahrzeug-Setup und Rundenzeiten weitere Anzeigen:

  • Energiefluss im Fahrzeug
  • Ladezustand der Batterie
  • Aktuelle Reichweite
  • AMG Torque Dynamics
  • Temperaturen von Batterie und Motoren
  • Energieverbrauch kWh/100 km

Der Mercedes-Benz SLS AMG Electric Drive soll 2013 auf den Markt kommen und inkl. 19% MwSt.416.500 € kosten.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:35857970)