Augmented Reality MEMS-Scanner für Smart Glass und Head-up-Displays

Redakteur: Gerd Kucera

Augmented-Reality-Brillen haben sich bislang nicht im Konsumbereich durchsetzen können. Nun wagen Infineon und das Start-up TriLite Technologies in Wien einen neuen Anlauf. Infineon optimiert dazu einen MEMS-Scanner-Chip-Satz und TriLite übernimmt dessen Systemintegration nebst Steueralgorithmen zur Verbesserung der optischen Leistung.

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Die Kombination MEMS-Spiegel und MEMS-Treiber ist laut Infineon winzig und habe einen geringen Stromverbrauch.
Die Kombination MEMS-Spiegel und MEMS-Treiber ist laut Infineon winzig und habe einen geringen Stromverbrauch.
(Bild: TriLite Technologies)

Spätestens seit Vorstellung der Google Glass im Sommer 2014 fasziniert die Entwicklung einer Augmented-Reality-Brille für den Konsumbereich immer wieder die Entrepreneure der Elektronikbranche. Solche Smart Glasses haben den großen Durchbruch bisher noch nicht geschafft, sind aber wohl in jeder großen Tech-Schmiede in Entwicklung.

Mit seiner neuen MEMS-Scanner-Lösung (MEMS; Micro Electro Mechanical Systems) will der Halbleiterkonzern Infineon vollkommen neue Produkt-Designs und Anwendungen ermöglichen, um Informationen auf Glasflächen zu projizieren. Die Kombination aus MEMS-Spiegel und MEMS-Treiber ist nach seinen Angaben winzig und habe einen geringen Stromverbrauch. Damit sollen AR-Lösungen für einen breiteren Markt zugänglich werden, etwa für tragbare Elektronik wie Brillen oder für Head-up-Displays (HUD) in Autos.

Viel Platz für neue Ideen

Dazu sagt Charles Chan, zuständig für die Automotive-MEMS-Produktlinie bei Infineon: „Augmented-Reality-Lösungen ergänzen die reale Umgebung mit digitalen Informationen und helfen uns im Alltag, bei der Arbeit und in der Freizeit, vor allem aber im Straßenverkehr. Straßenkarten, Informationen oder Nachrichten, die auf in die Brille projiziert werden, führen uns zum Supermarkt oder zum Mietauto an der nächsten Ecke. Auch die Sicherheit und der Komfort beim Autofahren steigt durch die Einblendung relevanter Informationen aus Fahrerassistenzsystemen oder der Routennavigation; diese können beispielsweise über die gesamte Windschutzscheibe des Fahrzeugs statt in einem kleinen Bereich vor dem Fahrer dargestellt werden.“

„Der MEMS-Scanner-Chipset“, so beschreibt Infineon die wesentlichen Merkmale, „hat einen schwenkbaren Spiegel, der die Grundlage für eine neue Generation von Laser-Beam-Scanner-Projektoren legt. Dieser neue Chip-Satz übertrifft alternative System-Designs und konkurrierende MEMS-Scanner-Lösungen bei Leistung, Größe, Energieverbrauch. Auch die Systemkosten sind wettbewerbsfähiger.“

Im Gegensatz zu einer konventionellen HUD-Lösung ermögliche der Laser-Beam-Scanner auf Basis der neuen Chip-Lösung anspruchsvolle Head-up-AR-Systeme bei minimalem Platzbedarf. Das ermögliche aufgrund einfacher Integration und niedrigeren Stückkosten AR-HUDs mit großem Sichtfeld, selbst in Fahrzeugen der Kompakt- und Kleinwagenklasse.

Der MEMS-Chip-Satz im Smart Glass erlaube die Entwicklung von AR-Mikrodisplays mit geringen Gewicht, die sich in Alltags- und Sportbrillen integrieren ließen. Aufgrund des geringen Stromverbrauchs der Chips reiche es, kleine Akkus in das Brillengestell zu integrieren, um die Brille den ganzen Tag tragen zu können ohne sie aufladen zu müssen.

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