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Mutmacher „Meine Erfahrungen mit der Corona-Krise“

| Autor / Redakteur: Dirk Müller / Gerd Kucera

„Der Mensch kann sich an viele Dinge gewöhnen. Doch freuen sich alle Mitarbeiter wieder auf den Tag, an dem der Normalzustand zurückkehrt“, weiß Dirk Müller von FlowCAD zu berichten.

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Dirk Müller, FlowCAD: 
„Bei uns ist die Lieferkette nur bei bestellten Headsets und den Tintenpatronen in den Home-Offices zusammengebrochen.“
Dirk Müller, FlowCAD: 
„Bei uns ist die Lieferkette nur bei bestellten Headsets und den Tintenpatronen in den Home-Offices zusammengebrochen.“
(Bild: FlowCAD)

FlowCAD hat die Krise nur bedingt getroffen. Ein Großteil der Mitarbeiter verfügt bereits über Laptops mit VPN-Anschluss für die Arbeit vom Hotel oder von zu Hause aus. Zum 1. April hat ein neuer Mitarbeiter angefangen, der sechs Wochen auf seinen Laptop warten musste, weil alle Lieferanten und ein externer IT-Dienstleister lange Wartezeiten vorgegeben hatten. Das war schon ein Problem, jedoch konnten wir die Zeit einigermaßen überbrücken.

Viel gravierender waren die internen Prozesse, die nicht für das Homeoffice optimiert sind. Viele Informationen fließen in normalen Zeiten mündlich von Büro zu Büro und während der Krise dann per E-Mail. Hier setzt man schnell noch ein oder zwei Kollegen auf CC und schon antworten alle. Entsprechend stieg das interne E-Mail-Aufkommen exponentiell, flachte dann durch Enthaltsamkeit stark ab und pendelte sich sodann auf ein sinnvolles aber deutlich höheres Maß gegenüber Normalzeiten ein.

Das mit dem Telefonieren ist auch so eine Sache zwischen zwei Büros zu Hause und parallelem Home Schooling. Das Fazit: Ein Anruf kommt meist zum falschen Zeitpunkt und es gibt viele Störungen. Bei uns ist die Lieferkette nur bei bestellten Headsets und den Tintenpatronen in den Homeoffices zusammengebrochen, der Rest war digital machbar. Mittlerweile habe auch ich Video-Konferenz-Clients aller Anbieter (!) auf dem Rechner und nach dem Hype des Video-Calls sind alle froh, wenn der Schieberegler für die Kamera zu bleibt. Der Mensch kann sich aber an viele Dinge gewöhnen. Auch die Kinder haben letztendlich schnell gelernt, wann die Eltern nicht zu stören sind.

Diesen Beitrag lesen Sie auch in der Fachzeitschrift ELEKTRONIKPRAXIS Ausgabe 15/2020 (Download PDF)

Im Büro werden wir nun auch mit ersten Lockerungen beginnen. An verschiedenen Wochentagen treffen sich dann einzelne Abteilungen jeweils einen Tag in der Woche in der Firma. Das dient dazu die Erfahrungen auszutauschen, zu diskutieren und die sozialen Kontakte aufzufrischen. Alles in allem: Ein Tag Homeoffice in der Woche kann effizient sein. Wenn aber alle im Homeoffice arbeiten wird es ineffizient, monoton und un­sozial. Es freuen sich alle Mitarbeiter wieder auf den Normalzustand.

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