Angemerkt

Mein kleiner elektronischer Assistent und ich

| Redakteur: Kristin Rinortner

Kristin Rinortner, Redakteurin der ELEKTRONIKPRAXIS, fragt: „Kleine elektronische Assistenten nehmen uns in Zukunft immer mehr Aktivität ab. - Ist das gut oder schlecht?“
Kristin Rinortner, Redakteurin der ELEKTRONIKPRAXIS, fragt: „Kleine elektronische Assistenten nehmen uns in Zukunft immer mehr Aktivität ab. - Ist das gut oder schlecht?“ (Bild: VBM-Archiv)

Der Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky (2b AHEAD ThinkTanks) prognostiziert, dass es im Jahr 2020 etwa 50 Milliarden vernetzte Geräte geben wird, die via Sprache, Gesten oder (etwas später) Gedanken gesteuert werden. Und er meint, dass wir diesen intelligenten elektronischen Assistenten mehr vertrauen werden als anderen Menschen.

Auch im Automobilbereich vollzieht sich der größte Wandel durch die Vernetzung der Fahrzeuge, was bis 2020 zu teilweise selbstfahrenden und bis 2025 zu komplett selbstfahrenden Autos führt.

Unternehmen wie Google oder Apple beweisen, dass die Treiber für diese Entwicklungen aus der digitalen Wirtschaft kommen. Ein Beispiel ist das Google-Auto. Auch wenn VW-Chef Winterkorn den autonom fahrenden Flitzer des Internetgiganten belächelt, ist er sicher, dass die Digitalisierung seine Branche stärker verändern wird als jemals zuvor.

Als Autobauer sehe er in der Digitalisierung Herausforderung und Chance, weil mit der gezielten Nutzung von Big Data und der entsprechenden technischen Aufrüstung der Fahrzeuge ein riesiges Geschäft locke. Eine schöne neue Welt, in der sich die Nutzer entspannt zurücklehnen dürfen.

Ohne Breitbanddatennetze und das Echtzeit-Internet 5G funktioniert das allerdings nicht. Deswegen fordern Politiker wie EU-Digitalkommissar Günther Oettinger vehement „zwölfspurige Datenautobahnen“ mit 100 MBit/s als Zielsetzung bis 2020. Gleichzeitig warnt er: „Wir erwarten Angriffe von Terroristen, Islamisten oder verrückten Gestalten“. Da Deutschland noch IT-Sicherheitsmaßnahmen aus dem letzten Jahrhundert verwendet, wie IT-Sicherheitsexperte Professor Hartmut Pohl darlegt, ist der Handlungsbedarf offensichtlich.

Ob dazu das Konzept der Datensparsamkeit überdacht werden muss, wie Bitkom-Chef Thorsten Dirks aktuell fordert, erscheint mir fraglich. Ich kann mich dann jedenfalls nicht entspannt zurücklehnen. Aber das liegt vielleicht daran, dass ich keine Couch-Potato bin.

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