Meilensteine der Elektronik

Alles Wissenswerte über EBV – von den Anfängen bis heute

| Redakteur: Margit Kuther

1985: Start einer neuen Ära: Expansion ins Ausland

1985 bricht eine neue Ära an: Erich Fischer gibt grünes Licht für die Expansion ins Ausland. Dabei bleibt Fischer seinem Prinzip treu: Wachstum aus eigener Kraft. Im Januar 1986 eröffnet das erste EBV-Büro außerhalb Deutschlands in der Nähe des Brüsseler Flughafens.

Der erste Franchisepartner ist Motorola, und EBV ist der erste Distributor überhaupt, der außerhalb seines Landes einen Vertrag erhält. Kurz darauf folgt ein Verkaufsoffice in den Niederlanden. Fischers erfolgreiche Expansionsstrategie beruht darauf, im Markt beheimatete Unternehmerpersönlichkeiten und Profis zum Aufbau neuer Standorte zu verpflichten.

In den Folgejahren gesellen sich zu den Verkaufsbüros in den Beneluxstaaten noch Büros in Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Irland, Finnland, Schweden und Norwegen hinzu.

Fehler entlang der Lieferkette vermeiden

Ende der 1980er baut EBV eine Abteilung zur Bauteil-Programmierung auf. Die Investition lohnt sich, denn mit EPROMs für Motorola-Handys macht EBV 1995 einen beachtlichen Teil seines Umsatzes.

Anfang der 90er unterwirft sich EBV als erster Distributor der Umweltnorm ISO 14000 und forciert die Mülltrennung im Lager mit kodiertem Verpackungsmaterial. Auch Bioverpackungen – Tüten aus Bananenfasern und Füllungen aus Stroh – verwenden die EBV-Lagerarbeiter bereits, als Recycling bei Umverpackungen noch unüblich war. Auch die Qualitätsnorm ISO 9000 setzt EBV als eines der ersten Handelshäuser um.

Mit all diesen Initiativen verfolgt EBV ein Ziel: Fehlerquellen entlang der Lieferkette auszumerzen und das Supply Chain Management zu verbessern. Dazu gehört für EBV damals auch, betroffene Kunden per Brief über Produktmodifikationen („Product Change Notifications“) der Hersteller zu informieren. Ein Riesenaufwand im Dienste der Kunden.

1994 durchbricht EBV mit National Semiconductor eine magische Umsatzgrenze: EBV schafft dies u.a. durch Fairplay und Offenheit: so ist die Beziehung zwischen National Semiconductor und EBV in Jahrzehnten gewachsen. EBV und seine Lieferanten verstehen sich als Team.

Ein weiterer Pluspunkt: bei EBV arbeiten echte Halbleiter-Profis. So ging etwa Hersteller National Semiconductor zusammen mit dem Händler EBV zum Kunden, etwa zu Siemens-Nixdorf oder Biotronik, den Weltmarktführer für Herzschrittmacher, um Technikwissen zu vermitteln – ein Novum in der damaligen Zeit.

Kein Wunder, dass sich die EBV-Umsätze mit National rasant entwickeln. Die magische Grenze von 100 Millionen Mark wird 1994 durchbrochen.

1996 zeigen sich die Grenzen des Wachstums: Die Hersteller pochen zunehmend auf Internationalisierung ihrer Franchisepartner. Der Fall des Eisernen Vorhangs und die Gründung der EU haben die (wirtschafts-) politische Landschaft in Europa grundlegend verändert. Gerade in Osteuropa entstehen lukrative neue Märkte.

Doch die notwendige schnelle Expansion ist für EBV ohne Fremdkapital nicht mehr zu stemmen. Fischer müsste von seinem Prinzip keine Kredite aufzunehmen, abweichen. Fischer verkauft, nach Rücksprache mit dem Management, sein Unternehmen an Raab Karcher, die finanzkräftige Tochter von Veba Electronics.

Anschließend zieht er sich ins Privatleben zurück. Nach der Übernahme expandiert EBV rasch. Innerhalb von 18 Monaten werden 21 neue Büros in 15 Ländern eröffnet: Großbritannien, Irland, Schweden, Norwegen, Finnland, Slowenien, Griechenland, Ungarn, Türkei, Israel, Russland, Südafrika, Frankreich, Polen und Tschechien.

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