Meilensteine der Elektronik

Alles Wissenswerte über EBV – von den Anfängen bis heute

| Redakteur: Margit Kuther

EBV im Wandel der Zeit: Seit der Gründung ein bewährtes Motto „Qualität ist wichtiger als Quantität“.
EBV im Wandel der Zeit: Seit der Gründung ein bewährtes Motto „Qualität ist wichtiger als Quantität“. (Bild: EBV)

Voller Tatendrang gründete Erich Fischer 1969 EBV – der Enthusiasmus ist auch heute noch spürbar, was sich im Motto „Distribution is today. Tomorrow is EBV“ niederschlägt.

1969, wie alles begann: Die 1960er Jahre sind für tatkräftige Vertriebsprofis Goldgräberzeiten: die amerikanische Halbleiterindustrie ist noch jung, der Chipverbrauch in Europa gering, und die Kunden sind noch nicht vertraut mit der neuen Technologie.

Mit der Chipwelle schwappt auch das Geschäft des Elektronikvertragshändlers, das seinen Ursprung im Radioersatzteilgeschäft hat, nach Deutschland. Der 31-jährige Erich Fischer, Vertriebsleiter bei Motorola in Wiesbaden, erkennt das Potenzial.

Mit einem Motorola-Franchisevertrag für Nordrhein-Westfalen macht er sich im Juni 1969 selbstständig und gründet die EBV Elektronik. Fischers Strategie unterscheidet sich von Anfang an von der anderer Handelshäuser: Fischer setzt konsequent auf direkte Kundenbetreuung mit technischem Außendienst und beschränkt sich nicht auf Kleinkunden.

Fokussierte Linecard, beste Lieferanten, fundiertes Know-how, beste Mitarbeiter

EBV ist bereits damals der einzige Distributor, der dem Kunden darlegen kann, was Halbleiter, integrierte Schaltkreise und Transistoren sind und wo er diese einsetzen kann. „Distribution is today. Tomorrow is EBV“ passt eigentlich schon damals als Leitspruch – auch wenn er erst 1998 vom Management geprägt wird.

Die Geschäftsprinzipien gelten bis heute: nur Halbleiter, fokussierte Linecard mit den besten Lieferanten, kein Kommissionslager, fundiertes Fachwissen, nur die besten Mitarbeiter, nur Kunden, die pünktlich zahlen. „Qualität ist wichtiger als Quantität“, ist Fischers Credo. „Und Qualität führt zwingend zu Quantität.“

EBV auf Erfolgskurs

1970: Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Am Ende des Jahres stehen bereits fünf Millionen Mark Umsatz in den Büchern. 1972 haben Halbleiter bzw. Transistoren die Elektronenröhre nahezu verdrängt. Doch die Kunden haben noch wenig Erfahrung mit der Halbleitertechnik. In dieser Zeit sucht Hewlett Packard für seine Halbleitersparte in Deutschland händeringend nach einem Distributor.

HP wird nach Motorola, National Semiconductor, Signetics und Unitrode die fünfte Produktlinie von EBV. Denn EBV brachte beste Voraussetzungen mit: Fischers Prinzip war, nur Leute einzustellen, die den Wandel von der Röhrentechnik zur Halbleitertechnologie verstanden haben. Der Franchisevertrag war der Beginn einer fruchtbaren Partnerschaft.

A propos Mitarbeiter: Sie sind das wichtigste Kapital der EBV. Vertrauen und hohe Eigenverantwortung prägen das Personalmanagement – damals wie heute. Die Fluktuation ist seit der Firmengründung gering. Etliche EBV-Mitarbeiter sind bereits seit Jahrzehnten im Unternehmen.

1976: Information ist oberste Distributoren-Pflicht: Die neu eingeführten konsolidierten Lagerlisten sind ein Novum in der Branche: monatlich aktuell, mit Crossreferenzen hinterlegt und Preisstaffelung.

Die Kunden sehen auf einen Blick, welche Bauelemente in welcher Stückzahl EBV auf Lager hat. Die Preislisten sind die zarten Anfänge elektronischer Datenverarbeitung bei EBV.

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