Mehr Transparenz bei der Schaltschrank-Kühlung

Autor / Redakteur: Verena Schneider und Hans-Robert Koch * / Kristin Rinortner

Kühlgeräte avancieren derzeit zu wichtigen Playern für Industrie 4.0. Die durchgängige Kommunikation vom Sensor im Kühlgerät bis in cloudbasierte Systeme eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten.

Firmen zum Thema

Cool bis in die Cloud: Auch die Blue-e+-Chiller können zukünftig über verschiedene Netzwerkprotokolle mittels IoT Interface mit übergeordneten Systemen kommunizieren.
Cool bis in die Cloud: Auch die Blue-e+-Chiller können zukünftig über verschiedene Netzwerkprotokolle mittels IoT Interface mit übergeordneten Systemen kommunizieren.
(Bild: Rittal)

Während der Lebensdauer eines Schaltschrank-Kühlgeräts sind die Kosten, die für Wartung und Service anfallen, zusammen mit den Energiekosten in aller Regel deutlich höher als die ursprüngliche Investition in das Kühlgerät selbst. Optimierungen bei Service und Wartung können dazu betragen, den Arbeitsaufwand und damit die Kosten zu reduzieren – etwa durch Predictive Maintenance.

Für eine bedarfsgerechte Wartung sind allerdings immer Informationen über die einzelnen Kühlgeräte und der äußeren Umgebungsbedingungen notwendig. Ein typisches Beispiel ist der Austausch eines Lüfters, bevor ein Defekt auftritt und im schlechtesten Fall nicht nur das Kühlgerät, sondern die gesamte Anlage ausfällt.

Bildergalerie

Liegen Informationen über die Laufzeit, die erwarteten und tatsächlichen Drehzahlen im Vergleich und der Stromaufnahme des Lüfters vor, können Rückschlüsse auf einen schleichenden Defekt bzw. bevorstehenden Ausfall gezogen werden. Dies ermöglicht einen frühzeitigen Austausch der kritischen Komponente und erhöht die Verfügbarkeit der gesamten Anlage.

Auch können durch Informationen zu Energieaufnahme, Zuständen von Einzelkomponenten, Umgebungsbedingungen und beispielsweise Verschmutzungsgrad der Filtermatte Optimierungspotenziale für Instandhaltung und Energieeffizienz aufgedeckt und nutzbar gemacht werden.

Im Zeitalter von Industrie 4.0 kommt der einfachen und nahtlosen Kommunikation von Informationen zwischen verschiedenen Systemen eine wachsende Bedeutung zu. Die Zeiten, in denen der Instandhaltungstechniker mit Klemmbrett und Kugelschreiber von Kühlgerät zu Kühlgerät gegangen ist, um Informationen zu sammeln, gehören in modernen Betrieben der Vergangenheit an, wenn sie den Anwendern jederzeit einfach zur Verfügung stehen.

Übergeordnete Vernetzung jetzt möglich

So hat Rittal seine Klimatisierungslösungen mit umfangreichen Kommunikationsmöglichkeiten ausgestattet. Über das IoT Interface, das zur Messe SPS IPC Drives 2017 erstmalig vorgestellt wird, können die Geräte auch direkt mit übergeordneten Systemen kommunizieren und mit kundeneigenen Monitoring- und Energiemanagementsystemen vernetzt werden.

So lassen sich Gerätedaten permanent auswerten, wie z.B. die Schaltschrankinnen- und außentemperatur sowie die Verdampfer- und Verflüssigertemperatur. Ebenso transparent sind Daten zu Laufzeiten von Kompressor, Innen- und Außenlüfter sowie Daten zu Auslastung, Meldungen und Geräteeinstellungen.

Anlagenbetreiber können somit frühzeitig mögliche Fehlfunktionen frühzeitig erkennen und erhöhen dadurch die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit ihrer Anlagen. Die Bereitstellung von aktuellen Betriebsdaten und -zuständen beschleunigt zudem die Prozesse in der Instandhaltung.

Als Protokolle werden OPC-UA, Profinet, SNMP, Modbus TCP und CAN Open unterstützt. Dies ermöglicht die Klimatisierungslösungen in IoT-Anwendungen einzubinden und eröffnet den Weg zu neuen Anwendungen und smarten Serviceleistungen. Die Informationen aus den Geräten können etwa auch in cloudbasierten Systemen für umfangreiche Analysen verwendet werden.

(ID:44945617)