Hochschule Darmstadt Mehr Sicherheit bei der Programmierung mit LabVIEW

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Maschinen sollen sich künftig mit dem Tablet grafisch programmieren lassen. Allerdings muss dazu ein Anwendungsstandard definiert werden. Hier kommt der Hochschule Darmstadt eine besondere Aufgabe zuteil.

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Rahman Jamal, Global Technology & Marketing Director bei National Instruments, und Prof. Dr. Markus Haidum, vom „Competence Center For Applied Sensor Systems“ (CCASS) an der Hochschule Darmstadt: Weltweit erstes „LabVIEW Competence Center for High-Assurance System Development“ (CAS).
Rahman Jamal, Global Technology & Marketing Director bei National Instruments, und Prof. Dr. Markus Haidum, vom „Competence Center For Applied Sensor Systems“ (CCASS) an der Hochschule Darmstadt: Weltweit erstes „LabVIEW Competence Center for High-Assurance System Development“ (CAS).
(Hochschule Darmstadt)

Die Entwicklungsumgebung LabVIEW macht es möglich, Maschinen in Zukunft per Handbewegung auf dem Tablet-Computer grafisch zu programmieren, ohne dass der Anwender dafür eine komplexe Programmiersprache lernen muss. Unter Leitung von Professor Markus Haid von der Hochschule Darmstadt (h_da) wird es die Aufgabe des neuen Zentrums sein, einen Anwendungsstandard für LabVIEW in sicherheitskritischen Bereichen wie der Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt zu entwickeln.

Jetzt wurde der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik der Hochschule Darmstadt angesiedelte „Competence Center For Applied Sensor Systems“ (CCASS) vom Hard- und Software-Hersteller National Instruments zum weltweit ersten „LabVIEW Competence Center for High-Assurance System Development“ (CAS) ernannt. Damit kommt der Hochschule eine zentrale Rolle zu, wenn LabVIEW in der Test- und Prüfautomation eingesetzt wird.

Einfaches programmieren

Bisher gibt es keinen Standard für die Anwendung der grafischen Programmiersprache LabVIEW in sicherheitskritischen Bereichen. „In Zukunft könnte es möglich sein, diese intuitive Programmiersprache auch dort standardisiert einzusetzen “, sagt Prof. Dr. Markus Haid. Mit wenigen Handbewegungen auf dem Tablet-PC könne zum Beispiel ein Pharmakologe ohne Informatik-Kenntnisse eine Maschine programmieren, die seine Probe über einen festgelegten Zeitraum dreht oder schüttelt. Diese intuitive Art der Programmierung hält Haid für zukunftsweisend.

Haid organisiert neben der Wissensvermittlung im Rahmen des Lehrplans auch fünftägige Seminare, in denen der Umgang mit der Programmiersprache vertieft wird. In diesen für die Studierenden freiwilligen und kostenlosen Veranstaltungen hat das CCASS über 700 Studierende geschult und damit eine wichtige Qualifikation in der Test- und Prüfautomation vermittelt.

Standards für den sicherheitskritischen Bereich

Seit 2009 ist das CCAS „Labview Academy“. „Unser Ziel ist es, einen Standard für die Anwendung von LabVIEW im sicherheitskritischen Bereich zu entwickeln“, sagt Markus Haid. Das CAS soll mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie Zertifizierungsstellen wie dem TÜV diesen neuen Standard erarbeiten. „Das CAS wird hier eine zentrale Rolle übernehmen und zwischen den Partnern vermitteln“, sagt Haid.

Die neuerliche Aufwertung des Darmstädter Zentrums stärke die Rolle der h_da als nachgewiesenes Kompetenzzentrum für Zertifizierungen in der Programmiersprache. In Master- und kooperativen Doktorarbeiten soll die entsprechende Forschung weiter vertieft werden. „Das Kompetenzzentrum CAS an der h_da ist das weltweit erste und einzige seiner Art“, sagt Prof. Dr. Arnd Steinmetz, Vizepräsident für Forschung und Lehre der h_da. „Bei der Entwicklung der Standards wird es deshalb eine Führungsrolle einnehmen. Darauf sind wir sehr stolz.“

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