Industrie-PC „Max liebt Müsli“, Verpackungs-Unikate aus dem Profidrucker

Autor / Redakteur: Sandra Korsinek * / Margit Kuther

„Max liebt Müsli“. Personalisierte Grußbotschaften zieren die bunt bedruckten Dosen des Heidelberger mymuesli-Ladens. Für den filigranen Druck sorgt Omnifire 250 von Heidelberger Druckmaschinen, gesteuert u.a. von Kontrons KBox.

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KBox-C-Serie von Kontron: Die wartungsfreie Rechnerplattform lässt sich nach Kundenwunsch konfigurieren und wird etwa bei Heidelberger Druckmaschinen eingesetzt.
KBox-C-Serie von Kontron: Die wartungsfreie Rechnerplattform lässt sich nach Kundenwunsch konfigurieren und wird etwa bei Heidelberger Druckmaschinen eingesetzt.
(Bild: Kontron)

Die Hightech-Druckmaschine der Heidelberger Druckmaschinen AG bedruckt im Handumdrehen die Verpackung der individuell zusammengestellten Müsli-Mischungen mit Rezeptideen, Fotos und so manchen Lebensweisheiten.

Die Müsli-Freunde im Laden staunen, denn vom ersten Design-Entwurf, den der Kunde auf einem Touchscreen erstellt, bis hin zur fertig bedruckten Packung vergehen nur wenige Augenblicke. Darauf sind die Ingenieure von Heidelberg mächtig stolz, denn nur selten erleben Endkunden ihre Produkte hautnah. Normalerweise verrichten die mächtigen Offset- und Digitaldruckmaschinen der Firma ihren Dienst ohne Aufsehen, verborgen in Hallen professioneller Druckereien.

Die Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft ist seit vielen Jahren ein wichtiger Anbieter und zuverlässiger Partner für die globale Druckindustrie. „Endkunden werden zwar täglich mit Erzeugnissen aus unseren Druckmaschinen konfrontiert; die Maschinen selbst haben aber nur die Wenigsten schon einmal gesehen", sagt Frank Reitter, Entwicklungsingenieur im Bereich Elektronikkomponenten bei Heidelberg.

Mehr noch als im Müsli-Laden zählen in jeder Druckerei Schnelligkeit und Effizienz: Zeit ist Geld. Jede gesparte Minute bedeutet zusätzliche Kapazitäten und damit einen höheren Umsatz. Bei Maschinen, die bis zu 18.000 Offsetbögen pro Stunde drucken, kommen dabei schnell stattliche Summen zusammen. Unabhängig von ihrer Größe werden die Druckmaschinen deshalb auch im industriellen Betrieb per Touchscreen gesteuert.

Ultra-HD-Auflösung: Die Herausforderung gemeistert

Überwacht wird der Druckvorgang dabei an einem hochmodernen Leitstand auf einem riesigen 65 Zoll großen Wallscreen. Der Bildschirm hat eine Diagonale von 160 Zentimetern und eine stattliche 4k-Ultra-HD-Auflösung. Nur so lassen sich im produktiven Einsatz alle wichtigen Kennzahlen zu komplexen Druckvorgängen auf einen Blick erfassen.

Gerade diese hohe Auflösung, stellte die Ingenieure von Heidelberg bei der Entwicklung des Leitstands allerdings vor eine enorme Herausforderung. Hubert Blüm, verantwortlich für den Einkauf elektronischer Automatisierungskomponenten bei Heidelberg, erläutert den Hintergrund:

„Ultra-HD-Technologie gibt es heute in jedem gut sortierten Elektronikfachmarkt, doch im industriellen Umfeld ist das nicht selbstverständlich. Dort sind die Komponenten einer viel stärkeren Belastung ausgesetzt. 'Industrietaugliches Ultra HD', das kann nicht jeder.“

„Wir erwarten höchste Zuverlässigkeit von unseren Komponenten. Unsere Druckmaschinen laufen rund um die Uhr, lange Wartungsintervalle sind dabei das A und O“, ergänzt Frank Reitter.

Auch die aufwändigen, in die Druckmaschinen integrierten Farb- und Qualitäts-Messsysteme verlangen viel Rechenpower. Sie erfassen in Sekundenbruchteilen Farbgenauigkeit und andere Erscheinungsmerkmale der Druckerzeugnisse und regeln sie bei eventuellen Abweichungen selbständig aus, ein für die im Leitstand verbaute Computerhardware extrem anspruchsvolles Verfahren.

Kontron, zuverlässiger Partner auf Augenhöhe

Leistungsstark, robust und langlebig. So lauteten die Anforderungen der Ingenieure für den neuen Industrie-PC im neuen Leitstand. Schnell wird klar, Zulieferer, die den Ansprüchen von Heidelberg gerecht werden, sind nur spärlich gesät. Fündig wurde der Druckmaschinen-Hersteller schließlich wieder bei seinem langjährigen Partner Kontron. „Wir pflegen seit Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und kennen Kontron als wirklich kompetenten Partner im Bereich der industriellen Computer", so Reitter.

„Industrietauglich", dieses Stichwort beschreibt das Kerngeschäft der Augsburger Embedded-Computing-Spezialisten treffend. Viele Kunden von Kontron stammen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie, aus der Transport- und Verteidigungsbranche, auch zahlreiche Industriegrößen setzen bei der Steuerung und Vernetzung ihrer Fabriken auf das Know-how der Experten aus der Fuggerstadt.

Parallele Entwicklungsarbeit bei Heidelberg und Kontron

Heidelberger Druckmaschine: Leistungsstark, robust und langlebig. So lauteten die Anforderungen der Ingenieure
Heidelberger Druckmaschine: Leistungsstark, robust und langlebig. So lauteten die Anforderungen der Ingenieure
(Bild: Heidelberger Druckmaschinen)

Während Heidelberg im Jahr 2014 an einem neuen Leitstand arbeitet, beschäftigen sich die Kontron-Entwickler 280 Kilometer weiter südlich mit einem neuen Produkt, den Industriecomputern der KBox C-Serie.

Das Ziel der Augsburger Hightech-Spezialisten: Flexibilität. Die Systeme sollen individuell nach Kundenwunsch konfiguriert werden können. Lüfterlose, wartungsfreie Rechensysteme und hochgradig robuste Hochleistungsrechner - beides soll gleichermaßen möglich sein.

Die KBox, eine Plattform für alle Heidelberg-Maschinen

Genau das macht die KBox zur idealen Rechnerplattform für Heidelberg. Sie kann dadurch praktisch im gesamten Portfolio der Firma eingesetzt werden: von den Bogenoffsetmaschinen der Speedmaster-Reihe bis hin zu den Digitaldruckmaschinen der Fire-Familie.

Reitter ist mit der Flexibilität der Kontron-Serie sehr zufrieden: „Die Skalierbarkeit des Systems hat uns überzeugt. Von der kleinen KBox, die lüfterlos betrieben werden kann, bis hin zu den größeren sehr leistungsstarken Geräten, vieles möglich. Gerade im Entwicklungsprozess ist es ein großer Vorteil, wenn man Systeme entsprechend anpassen kann.“

KBox, skalierbar und flexibel im Praxiseinsatz

Die Kontron-Lösung bewährt sich schnell. Zunächst bei In-House-Tests des neuen Leitstands in Heidelberg, später auch im produktiven Einsatz bei Testkunden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Stand 2016 ist in allen Bogenoffset-Druckmaschinen und nahezu allen Digitaldruckmaschinen von Heidelberg mindestens eine KBox von Kontron implementiert.

Ihre Aufgaben sind so vielfältig wie essenziell: Steuerzentrale zur Bedienung der Druckmaschine, Farbmessung und Qualitätskontrolle, Analyse der druckmaschineneigenen Predictive-Maintenance-Daten und die Auswertung von Auftragsdaten für die Optimierung von Druckereiabläufen.

Die KBox von Kontron dient dabei als zentraler Rechenknoten und auch die Darstellung am Ultra-HD-Wallscreen ist problemlos möglich. „Dank der 4k-Auflösung können wir viel mehr Informationen an zentraler Stelle abbilden und damit die Bedienung ganz anders gestalten. Der Anwender wird viel besser unterstützt und kann noch produktiver agieren", erläutert Reitter.

Heidelberg bietet seinen Kunden dank der Zusammenarbeit mit Kontron einen echten Mehrwert: Der neue Leitstand Prinect Press Center XL 2 mit Ultra-HD-Wallscreen spielt eine Schlüsselfunktion bei der Vereinfachung komplexer Prozesse rund um die Druckmaschine und lässt sich dabei so intuitiv wie nur möglich bedienen.

* Sandra Korsinek ist Portfolio Manager bei Kontron.

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