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Massiver Crashblock mit 100 Tonnen wird präzise gesteuert

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Ein 100 Tonnen schwerer Crashblock in einer Testanlage des IAV in Ingolstadt lässt sich innerhalb von fünf Minuten für einen Small overlap Test in Position bringen. Der Koloss lässt sich millimetergenau steuern.

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Für Frontalaufpralltests nach dem Small overlap Crashtest hat Messring einen massiven Crashblock mit einem Gewicht von 100 Tonnen entwickelt.
Für Frontalaufpralltests nach dem Small overlap Crashtest hat Messring einen massiven Crashblock mit einem Gewicht von 100 Tonnen entwickelt.
(Bild: Messring)

Seit das IIHS (Insurance Institute for Highway Safety) 2012 in den USA den sogenannten Small overlap crashtest eingeführt hat, steigt der Bedarf an derartigen Frontalaufpralltests kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Mit gravierenden Folgen für die Betreiber von Crashtestanlagen. Denn die Umrüstzeiten für diese Testkonfiguration sind bei herkömmlichen Anlagen mit fest installiertem Crashblock erheblich: Allein der Anbau zusätzlicher Barrieren kann eine Crashbahn schon mal einen halben Tag lang lahm legen.

In der neuen Testanlage der IAV, der Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr, in Großmehring bei Ingolstadt zeigt Messring, wie es besser geht: Hier wurde ein mehr als 100 Tonnen schwerer Crashblock installiert, der sich auf Knopfdruck und innerhalb von wenigen Minuten in die für Small overlap Tests gewünschten Positionen fahren lässt. Eine entsprechende Barriere kann direkt an den Crashblock montiert werden. Frontalaufpralltests lassen sich ohne großen Aufwand auch kurzfristig realisieren. Gerade für kommerzielle Anlagenbetreiber dürfte die Anschaffung eines mobilen Crashblocks unverzichtbar sein, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Crashblock lässt sich präzise steuern

Auf den ersten Blick deutet wenig darauf hin, wie beweglich der graue Koloss in Ingolstadt ist. Wie ein Gebirge aus Beton thront er direkt vor der Filmgrube, inmitten der Testhalle mit ihrer 200 m langen Crashbahn. Doch per Tastendruck lässt sich das Ungetüm zum Leben erwecken. Dann hebt es sich selbstständig aus seiner Position, fährt mit rund zehn Zentimetern pro Sekunde autonom und lasergesteuert nach links oder rechts an die gewünschte Stelle, senkt sich dort millimetergenau ab und lässt sich auf Knopfdruck verriegeln.

Drei Ankerpositionen und eine Parkposition abseits der Crashbahn haben die Experten von Messring für den mobilen Block vorab definiert und programmiert. Selbst die Außenpositionen links und rechts von der Crashbahn erreicht der Crashblock in weniger als fünf Minuten – inklusive Heben, Senken und Verriegeln.

Drahtgebundene Datenleitung

Um den grauen Riesen entlang der vorgegebenen Linie sicher durch die Halle manövrieren zu können, wurde er mit einem lenkbaren hydraulischen Fahrwerk ausgestattet. Unebenheiten im Untergrund von ±1 mm pro Meter lassen sich damit ausgleichen. Massive Radsätze mit Kunststoffüberzug und einem Durchmesser von 360 mm bzw. 620 mm sorgen außerdem dafür, dass auch das Schienensystem der Testanlage überquert werden kann.

Im Gegensatz zu einem frei fahrbaren Crashblock mit Akku-Ladesystem, wie für das Technologiezentrum Fahrzeugsicherheit (TFS) von Mercedes-Benz in Sindelfingen entwickelt hat, wird der mobile Block in Ingolstadt über eine feste Kabelverbindung mit Strom versorgt. Hierüber werden auch die gesammelten Daten übermittelt.

Insgesamt zehn mobile Indoor-Crashblöcke in unterschiedlichen Ausführungen hat Messring nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren weltweit installiert. Mit steigender Tendenz. Ein erster lasergesteuerter mobiler Block für den Außeneinsatz auf Freiflächen befindet sich derzeit in der Entwicklungsphase.

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