Vernetzte Produktion

Maschinen mit Verbindung in die Cloud

| Autor: Klaus Länger

Die Cloud stellt Informationen weltweit zur Verfügung.
Die Cloud stellt Informationen weltweit zur Verfügung. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Der Begriff Industrie 4.0 bleibt oft ziemlich nebulös. Ausgerechnet der Blick in die Wolke bringt hier Klarheit. Denn die Vernetzung von Maschinen über die Cloud ist eines der zentralen Merkmale.

Eine tiefgreifende Umwälzung geschieht derzeit weltweit in der produzierenden Industrie. Sie bringt die bereits vorhandene oder noch laufende Digitalisierung auf eine neue Ebene, in der Maschinen via Internet vernetzt werden und aus Sensor- und Maschinendaten virtuelle Fabrikmodelle entstehen, die eine schnellere, flexiblere und weltweit koordinierte Produktion erlauben.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Cloud-Strukturen als Kommunikationsschicht. Der Begriff „Industrie 4.0“ soll dabei zum Ausdruck bringen, dass damit eine vierte industrielle Revolution im Gange ist.

Was das in der Realität bedeutet, zeigen zwei Beispiele deutscher mittelständischer Firmen, die bei Entwicklung und Bau innovativer Anlagen mit dem französischen Elektrokonzern Schneider Electric zusammenarbeiten und Microsofts Azure für die Cloud-Anbindung nutzen.

Flexiblere Produktion mit Industrie 4.0

Eine schnelle Anpassung von Werkzeugmaschinen ist heute ein Wettbewerbsvorteil. So liefert Schneider Electric Komponenten für eine Umformanlage, die sehr flexibel Blechprofile herstellt, aus denen Rahmen für LKWs gefertigt werden. Das geschieht durch das sogenannte Walzprofilieren, bei dem ein Blechband durch angetriebene Walzenpaare in die gewünschte Form gebogen wird. Schneider Electric arbeitet hier mit einer deutschen Firma zusammen, die derartige Anlagen entwirft und baut.

Mit Cloudanbindung: Das PacDrive 3-System von Schneider Electric für die Servo-Steuerung in Industrieanlagen.
Mit Cloudanbindung: Das PacDrive 3-System von Schneider Electric für die Servo-Steuerung in Industrieanlagen. (Bild: Schneider Electric)

Die Besonderheit ist hier, dass die Walzen während des Umformprozesses verstellt werden können. So sind nicht nur komplexere Profile möglich, sondern auch die Produktion unterschiedlicher Werkstücke ohne den langwierigen Umbau der über 100 Meter langen Anlage. Im Betrieb liefert die Anlage über Controller und Steuerungsrechner von Schneider Electric eine Fülle an Daten, die in der Azure-Cloud gespeichert werden.

So haben die Ingenieure die Möglichkeit, Echtdaten in ihrer Simulation zu verwenden und damit den Produktionsprozess weiter zu optimieren. Zudem kommen Analysewerkzeuge aus dem Big-Data-Umfeld zum Einsatz, um mögliche Fehler schon im Vorfeld zu erkennen und zu verhindern.

Ergänzendes zum Thema
 
HPE CPI: Appliance für die Industrie 4.0

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