Aufgedeckt Mars-Rover Curiosity

Redakteur: Peter Koller

Einen Blick ins normalerweise versteckte Innenleben technischer Geräte und Apparaturen wirft die Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS in der Rubrik "Aufgedeckt". Dieses Mal: Der Mars-Rover Curiosity

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Hightech-Fahrzeug von der Größe eines Kleinwages: Der Mars-Rover Curiosity
Hightech-Fahrzeug von der Größe eines Kleinwages: Der Mars-Rover Curiosity
(Foto: NASA)

Geht alles nach Plan, wird der Mars-Rover Curiosity der NASA am 6. August, um 7.31 Uhr MESZ im Gale-Krater nahe dem Äquator des Roten Planeten landen – auf die Minute genau nach neun Monaten und 570 Millionen Kilometern Flug. Aufgabe von Curiosity (Neugier) ist, nach Spuren von (früherem) Leben auf dem Mars zu suchen und die Bedingungen für künftige bemannte Mars-Missionen zu erkunden. Detaillierte Informationen dazu samt umfassender Bildergalerie dazu finden Sie hier: Wie Curiosity auf dem Mars nach Spuren von Leben sucht

Mehr über das Innenleben elektronischer Systeme in unserer Bildstrecke Aufgedeckt

Konstruiert wurde das 900 Kilo schwere Gefährt am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena. Das JPL hat während der Entwicklungsphase des Rovers Product-Lifecycle-Management-Software (PLM-Software) von Siemens eingesetzt, mit der das Fahrzeug digital entworfen, virtuell zusammengebaut und seine Funktionen schon simuliert wurden, bevor es überhaupt einen physischen Prototypen gab.

Die Software trug dazu bei, dass sämtliche Komponenten zusammenpassen, richtig arbeiten und den Bedingungen der Mission standhalten. „Siemens ist stolz auf unsere starke Partnerschaft mit der NASA und auf unsere Technologie, die ihren Beitrag zu solchen außergewöhnlichen und ambitionierten Missionen leistet“, sagte Siegfried Russwurm, Vorstandsmitglied der Siemens AG und CEO des Sektors Industrie.

Auch in Sachen Hardware ist deutsche Technik beteiligt: Mit an Bord befindet sich eine am Institut für experimentelle und angewandte Physik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) entwickelte Sensoreinheit eines Strahlungsmessers. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt sich als Partner der NASA an dieser Mission. Es fördert die Entwicklung der Sensoreinheit des Instruments „Radiation Assessment Detector (RAD)“ an der CAU und dem Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR in Köln.

In enger Zusammenarbeit mit der Münchener Firma Kayser-Threde bauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der CAU die sensible Technik. Das etwa schuhkartongroße und 1,7 Kilogramm schwere RAD besteht aus einem neuartigen Weitwinkelteleskop. Damit kann das Strahlungsspektrum auf der Marsoberfläche charakterisiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden helfen, unter anderem die zu erwartenden Strahlungsdosen zu ermitteln, denen die Astronautinnen und Astronauten bei späteren Marsmissionen ausgesetzt sein werden. Geeignete Gegenmaßnahmen können so rechtzeitig entwickelt werden. Zudem lassen sich mit den Strahlungswerten Modelle für die Wechselwirkungen der Strahlung mit Marsatmosphäre und -boden überprüfen. Dafür wird RAD stündlich für 15 Minuten neue Messungen vornehmen.

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