Aktion Elektronik hilft 2012 Marktchancen in Afrika – Potenzial für den deutschen Mittelstand

Redakteur: Holger Heller

Im Rahmen ihrer Spendenaktion "Elektronik hilft 2012" (siehe Kasten unten) für die Opfer der Hungersnot in Ostafrika berichtet die ELEKTRONIKPRAXIS über technologische Projekte, Kooperation und Visionen, die dem schwarzen Kontinent eine bessere Zukuft bescheren sollen. Heute: Die deutsche Wirtschaft interessiert sich zunehmend für Afrika.

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Rangliste: Auswahl der am besten geeigneten Länder für unternehmerisches Engagement
Rangliste: Auswahl der am besten geeigneten Länder für unternehmerisches Engagement
(Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft)

Der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft unterstützt die Unternehmen dabei, auf dem afrikanischen Kontinent aktiv zu werden. Bereits 2007 hatte der Verein erstmals eine Studie vorgelegt, welche die Marktchancen für deutsche Unternehmen in Subsahara-Afrika darstellte. Die neue Studie 2011/12 erweitert den Blick auf den gesamten Kontinent und bietet eine aktualisierte Darstellung der interessantesten Märkte für deutsche Unternehmen auf dem Kontinent. Die Grundlage für diese Studie bilden volkswirtschaftliche Daten, politische Indikatoren und Befragungen von deutschen Unternehmen. Die quantitativen und qualitativen Faktoren wurden ausgewertet und darauf basierend eine Rangfolge erstellt.

Ergänzendes zum Thema
Elektronik hilft 2012 – Spendenaktion für Ostafrika

Die Hungernöte vor allem im Osten von Afrika treffen die Ärmsten der Armen. Mit einer Spendenaktion unter dem Titel "Elektronik hilft" will die ELEKTRONIKPRAXIS wie schon im vergangenen Jahr einen Beitrag zu den Hilfsaktionen leisten.

So können Sie sich als Leser beteiligen: Spenden Sie direkt bei CARE Deutschland-Luxemburg e.V. Bitte als Verwendungszweck "Ostafrika - Elektronikpraxis hilft" angeben bzw. auswählen. Wir werden darüber berichten, was in Summe zusammengekommen ist.

So können Sie sich als Anzeigenkunde beteiligen: Buchen Sie eine Anzeige im Sonderteil "Elektronik hilft" in der Ausgabe 18 (Erscheinungstermin 24. September) zum Sonderpreis bei unseren Mediaberatern unter Tel. +49(0)931 418-2464. Wir spenden den kompletten Umsatz dieser Hilfsaktion an die Aktion Deutschland Hilft.

Unser Team aus Redaktion, Verkauf und Verwaltung bringt seine Arbeitskraft ein, um diesen Sonderteil zu organisieren, zu bewerben und zu produzieren. ELEKTRONIKPRAXIS trägt alle anfallenden Kosten für Druck, Papier und Porto, um jeden Euro Ihrer Anzeigenspende an die Menschen in Ostafrika übergeben zu können.

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Der interessanteste Markt ist demnach die Republik Südafrika, aber auch Länder wie Botsuana und Ghana sind vertreten. Die Befragung der Unternehmen wurde größtenteils vor dem Ausbruch des „arabischen Frühlings“ durchgeführt. Die Bedeutung der nordafrikanischen Staaten Ägypten, Algerien, Marokko und Tunesien wird aber in Zukunft nicht weniger groß sein und vor allem reformfreudige Länder, wie z.B. Tunesien, werden voraussichtlich eine noch größere Rolle für die deutsche Wirtschaft spielen.

Marktchancen in ausgewählten Ländern und Branchen

Für 2011 rechnet der IWF mit einer Wachstumsrate von über 5% für den Kontinent. Die Länder profitierten dabei von einer Kombination vorteilhafter Faktoren wie hohe Rohstoffpreise und schnell wachsendes Exportvolumen, allgemein umsichtige Wirtschaftspolitik, Schuldenerlass, die Steigerung der Zusagen der Geberländer sowie Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen.

Vor allem Investitionsprogramme der Regierungen, insbesondere in die Infrastrukturbereiche Energieversorgung, Straßenverkehr, Schifffahrt und Telekommunikation bieten vielfältige Chancen für ausländische und damit auch für deutsche Unternehmer. Die deutsche Wirtschaft ist hat an den positiven wirtschaftlichen Entwicklungen in Afrika bisher nur durchschnittlich teilgenommen. Der Anteil Afrikas am gesamten deutschen Außenhandel liegt bei lediglich 2% und verzeichnet erst in den letzten Jahren wieder ein leicht ansteigendes Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der deutsch-afrikanische Außenhandel im Jahr 2010 um 17% auf 37 Mrd. €, vor allem im südlichen Afrika konnte der Anteil des bilateralen Außenhandels erhöht werden. Auch im ersten Halbjahr 2011 konnten die deutschen Exporte nach Afrika gesteigert werden. Die Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika hat dem Land und der Region einen sehr positiven Wachstumsschub gebracht, wodurch die Wirtschaftskrise schnell überwunden werden konnte.

Um die Chancen für ein unternehmerisches Engagement identifizieren zu können wurden in der Studie des Afrika-Vereins einerseits volkswirtschaftliche Daten ausgewertet und zum anderen Personen mit langjähriger Afrika-Erfahrung befragt, um auch Faktoren in die Betrachtung mit einbeziehen zu können, die sich nicht in statistischen Angaben wieder finden.

Die ersten elf Plätze belegen die Länder Südafrika, Nigeria, Ägypten, Angola, Namibia, Botsuana, Tunesien, Mauritius, Algerien, Ghana und Marokko. Diese Rangfolge lässt sich nicht wie ursprünglich angedacht auf eine Top 10 reduzieren, da die Plätze neun bis elf von Algerien, Ghana und Marokko mit demselben Durchschnitt von 8,5 belegt werden (siehe Tabelle).

Automobilindustrie in Südafrika wichtigster Sektor

Der südafrikanische Automobilsektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren des Landes und einer der stärksten Automobilmärkte weltweit. 2008 betrug sein Anteil am BIP rund 8%. Auch für deutsche Hersteller bietet Südafrika einen günstigen Produktionsstandort. Volkswagen produziert in Uitenhage bei Port Elizabeth, Daimler in East London und BMW in Rosslyn bei Pretoria. Die Aussichten sind positiv, so wird BMW die neue 3er Serie ab 2012 bauen, Mercedes Benz SA die neue C-Klasse ab 2014.

2009 wurde der Sektor stark von der internationalen Wirtschaftskrise und der damit einhergehenden geringeren weltweiten Nachfrage getroffen. Doch bereits 2010 erholte sich die Branche wieder mit einer jährlichen Produktion von 472.000 Fahrzeugen. Für 2011 wird mit einer weiteren Produktionssteigerung von ca. 17,5% gerechnet. Dabei profitiert der Automobilstandort Südafrika insbesondere von der Unterstützung der Regierung. Zur Bekämpfung der Krise legte das Wirtschaftsministerium einen Qualifizierungsfonds auf, den die Automobilhersteller, insbesondere auch deutsche Unternehmen, zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter während der Kurzarbeits-Phasen nutzen konnten. Außerdem wurde eine anhaltende staatliche Unterstützung bis 2020 zugesichert.

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