Anhaltend hohe Nachfrage Markt für Leistungs-ICs verdreifacht sich bis 2030

Redakteur: Michael Eckstein

Die Umsätze mit Leistungshalbleitern steigen rund 6x schneller als mit anderen Chips, hat der ZVEI ermittelt. Der Branchenverband betont den Bedarf einer langfristigen Strategie, um Förderprogramme passgenau auf Bedarfe der Abnehmerindustrien auszurichten. Es gehe darum, Mikroelektronik in Deutschland und Europa zu stärken und auszubauen.

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Morgendämmerung: Für den Ausbau der Erneuerbaren Energien sind Leistungshalbleiter unersetzlich – wie auch für viele andere Märkte.
Morgendämmerung: Für den Ausbau der Erneuerbaren Energien sind Leistungshalbleiter unersetzlich – wie auch für viele andere Märkte.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Nach neusten Analysen des ZVEI wird sich das Wachstum im Markt für Leistungshalbleiter bis 2030 verdreifachen. Damit entwickelt es sich sechs Mal so schnell wie der gesamte Halbleitermarkt. Europa ist heute mit einem Anteil von etwa 30 Prozent am Markt für Leistungshalbleiter weltmarktführend – diese Position gilt es zu stärken und auszubauen.

Leistungshalbleiter werden unter anderem benötigt, um erneuerbare Energien in das Stromnetz einzuspeisen. Durch Wind- und Sonnenergie erzeugter Strom wird mithilfe von Umrichtern mit integrierten Leistungshalbleitern in das öffentliche Netz eingespeist. Auch für die leistungs- und energieoptimierte Produktion und die Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie sind Leistungshalbleiter wichtig. Nicht zuletzt ist der stark wachsende Markt für Elektroautos auf Leistungshalbleiter angewiesen.

„Leistungshalbleiter für klimaneutrale und digitale Gesellschaft unersetzlich“

„Für die Transformation in eine klimaneutrale und digitale Gesellschaft sind Leistungshalbleiter unersetzlich“, erklärt Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung die große Bedeutung des Marktes. Insbesondere in den Sektoren Industrie, erneuerbare Energien und Automotive und bei der Kopplung dieser Sektoren werde der Bedarf enorm zunehmen. „Ohne Leistungshalbleiter erhalten wir keinen grünen Strom, daher auch keinen grünen Wasserstoff, und ist keine All-Electric-Society möglich.“

Laut Weber muss Europa die Produktion von Leistungshalbleitern enorm steigern, um die Wertschöpfung zu sichern und um als Industriestandort im internationalen Wettbewerb weiter bestehen zu können. „Bis 2030 müssten in Europa etwa sechs zusätzliche Halbleiterfabriken errichtet werden, um die aktuelle Position des Markts für Leistungshalbleiter nur halten zu können. Die heutigen europäischen Marktführer müssten ihre Produktion in weniger als 10 Jahren mindestens verdreifachen“, so Weber.

Etwa sechs neue IC-Fabriken in Europa nötig

Auch für weitere Anwendungen wie zum Beispiel Sensoren und Prozessoren wird der Bedarf an Chips stark steigen. Daher müssten EU-Kommission, Bundesregierung und die weiteren interessierten EU-Mitgliedstaaten das zweite „Important Project for Common European Interest“ (IPCEI) für Mikroelektronik und Kommunikationstechnologie nun rasch beschließen.

Darüber hinaus brauche es eine langfristige Strategie, um Europas Stärken, wie etwa Leistungshalbleiter, zu stärken und bislang in Europa eher schwache Bereiche, wie zum Beispiel Prozessoren, zu kräftigen. „Notwendig sind passgenaue Förderprogramme, die die Bedarfe der verschiedenen Anwenderindustrien berücksichtigen – insbesondere auch den Mittelstand als Leistungsträger der deutschen Industrie“.

Im Positionspapier „Starke Mikroelektronik in Europa: Zukünftige Versorgungssicherheit bei Leistungshalbleitern in der Industrie“ stellt der ZVEI aus Sicht der Anwenderperspektive der Industrie dar, wie die Bedarfe an Leistungshalbleitern in den nächsten Jahren massiv wachsen werden.

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