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Markierungssysteme: Mit der App zur passenden Kennzeichnung

Autor / Redakteur: Katharina Faes * / Kristin Rinortner

Welche Markierung passt am besten zu meiner Anforderung? Mit der digitalen Transformation wird auch das Thema „Industrielle Markierung“ komplexer. Orientierung bietet hier eine App.

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Markierung 4.0: Der Application Guide aus der App „Marking system“ findet für jeden Anwendungsfall die passende Markierung.
Markierung 4.0: Der Application Guide aus der App „Marking system“ findet für jeden Anwendungsfall die passende Markierung.
(Bild: Phoenix Contact)

Die eindeutige und dauerhafte Kennzeichnung aller Komponenten und Anlagen dient der Sicherheit und Orientierung sowie der effizienten Wartung. Unternehmen werden für den sicheren Betrieb und die einwandfreie Ablauforganisation zertifiziert. Für die geforderten hohen Qualitätsstandards ist eine umfassende Dokumentation sämtlicher Anlagenteile und Betriebsmittel Voraussetzung.

Die Auswahl einer geeigneten Markierung spielt für die industrielle Kennzeichnung eine wichtige Rolle. Die zu erwartenden Umwelteinflüsse – Öle, Chemikalien, UV-Licht – können die Beständigkeit einer Kennzeichnung stark beeinträchtigen. Das Geheimnis einer beständigen und somit langlebigen Kennzeichnung liegt in der optimalen Abstimmung von Markierungssystem, Druckmedium und Markierungsmaterial.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Beschriftungstechnik: Thermotransferdrucker für Markierungsmaterialien im Matten-, Karten- und Rollenformat, High-Speed-Drucker mit UV-LED-Technologie oder Laserdirektmarkierer.

Auch bei den Markierungsmaterialien und -formaten ist die Auswahl groß. Schilder und Etiketten gibt es aus diversen Kunststoffen, Aluminium oder Edelstahl, und zu den Formaten zählen Rollen, Karten und Matten. Außerdem spielt es eine Rolle, ob die zu markierenden Komponenten bereits eine Markierungsnut besitzen. Denn davon hängt ab, wie die Markierungsschilder angebracht werden.

So bieten etwa Elektronikgeräte meist nur ebene Flächen. Neben dem Verrasten der Schilder in einer Markierungsnut sind Kleben, Schrauben und Nieten die häufigsten Montagearten. Bei Etiketten existieren unterschiedliche Klebstofftypen, die sich auf der Rückseite der Etiketten befinden. So gibt es stark klebende Etiketten für strukturierte Oberflächen oder Etiketten, die sich wieder rückstandslos entfernen lassen.

Um sich bei der Vielfalt der industriellen Kennzeichnungsmöglichkeiten zurecht zu finden, werden oft Produkt-Kataloge gewälzt oder Online-Recherchen betrieben – beides ist zeitintensiv und fehlerträchtig. Um hier effizienter zu arbeiten, wünschen sich viele Anwender eine intelligente und mobile digitale Selektionsmöglichkeit, für die sie keine speziellen Vorkenntnisse auf dem Gebiet der industriellen Kennzeichnung benötigen.

Wie sieht die Markierung 4.0 in der Industrie aus?

Diese Möglichkeit bietet die App „Marking system“ von Phoenix Contact, die Informationen zu Markierungssystem, Druckmedium und Markierungsmaterial umfasst. Als Teil der App bietet ein „Application Guide“ dem Anwender einen einfachen und zielgerichteten Einstieg in die individuelle Markierungssuche an Hand von vier übergeordneten Filterkriterien (Bild 1).

Bild 1: Der Einstieg in den Application Guide erfolgt über die vier Filterkriterien „Applikation“, „Beständigkeit“, „Zulassung“ und „Materialeigenschaften“.
Bild 1: Der Einstieg in den Application Guide erfolgt über die vier Filterkriterien „Applikation“, „Beständigkeit“, „Zulassung“ und „Materialeigenschaften“.
(Bild: Phoenix Contact)

Unter dem Punkt Materialeigenschaften werden Applikationsanforderungen dargestellt, die sich auf die jeweilige Haupteigenschaft einer spezifischen Produktgruppe beziehen – etwa stark klebende oder fälschungssichere Etiketten. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass der Anwender – anders als bei gedruckten oder gängigen digitalen Produktkatalogen – die Nomenklatur der jeweiligen Produktgruppen nicht kennen muss.

So führt der Application Guide den Anwender direkt zur gewünschten Produktgruppe. In der angezeigten Ergebnisliste können dann zusätzliche Filterkriterien – wie Drucker, Größe und Farbe - bequem hinzugefügt werden, um die Trefferanzahl weiter einzugrenzen. Dabei aktualisiert die App die Trefferanzahl in Echtzeit (Bild 2).

Bild 2: Im Bereich „Materialeigenschaften“ werden Applikationsanforderungen dargestellt, die sich auf die jeweilige Haupt­eigenschaft einer spezifischen Produktgruppe beziehen.
Bild 2: Im Bereich „Materialeigenschaften“ werden Applikationsanforderungen dargestellt, die sich auf die jeweilige Haupt­eigenschaft einer spezifischen Produktgruppe beziehen.
(Bild: Phoenix Contact)

Ist der Anwender beispielsweise auf der Suche nach einem Etikett, das gegen Natriumhydroxid beständig sein soll, weil seine Maschinen hin und wieder mit Natronlauge gereinigt werden, gelangt er über die Kategorie „Beständigkeiten“ zur gesuchten Markierungslösung. Innerhalb des Filters „Chemische Beständigkeit“ hat er dann die Auswahl zwischen drei verschiedenen Beständigkeitsstufen: Standard, Medium und Hoch.

Diese vereinfachte Kategorisierung unterscheidet auch Chemikalien nach unterschiedlichen Konzentrationen. Die aufgeführten Normen geben Aufschluss darüber, wie die beschrifteten Materialien mit den einzelnen Chemikalien geprüft werden. Sollten die aufgeführten Normen nicht bekannt sein, kann der Anwender dies direkt in der App in Erfahrung bringen. So erfährt er, dass mittels der Norm ISO 61010 die Wischfestigkeit einer Beschriftung überprüft wird, oder dass mittels der Norm ISO 175 Lagerungsversuche durchgeführt werden.

Zurück zu unserem Beispiel: Da der Anwender seine Maschinen nur hin und wieder mit Natronlauge reinigt, reicht eine Wischfestigkeit gegenüber dieser Chemikalie für seine Anforderungen völlig aus. Dies entspricht der Beständigkeitsstufe Medium. Diese übersichtliche und applikationsnahe Bündelung chemischer und mechanischer Eigenschaften der Markierungsmaterialien vereinfacht den Selektionsprozess erheblich.

Digitaler Mehrwert durch einfach zu bedienende App

Mit der App erhält der Anwender zudem einen uneingeschränkten Zugang zu den vollständigen digitalen Daten der ausgewählten Kennzeichnung. Sämtliche technische Daten sind auf einen Blick einsehbar.

Hinsichtlich der Beständigkeit gegenüber chemischen und mechanischen Einflüssen erfährt der Anwender auch, mit welchem Markierungssystem und – sofern es die Beschriftungstechnik erfordert – mit welchem Druckmedium die jeweilige Beständigkeitsstufe erreicht wird.

Bild 3: Die Produktdarstellung zeigt alle relevanten technischen Informationen sowie Beständigkeiten – darunter sind die jeweils passenden Markierungssysteme sowie Fluide und Farbbänder aufgeführt.
Bild 3: Die Produktdarstellung zeigt alle relevanten technischen Informationen sowie Beständigkeiten – darunter sind die jeweils passenden Markierungssysteme sowie Fluide und Farbbänder aufgeführt.
(Bild: Phoenix Contact)

Zudem findet der Anwender unter dem Reiter „Zubehör“ kompatible Farbbänder, Magazine und Schildchenträger. Auf diese Weise steht einer langlebigen Kennzeichnung nichts mehr im Wege (Bild 3).

Nach der Auswahl der Kennzeichnung kann von der App aus mit wenigen Klicks beschriftet und anschließend vor Ort ausgedruckt werden. Diese Kombination aus mobiler Markierung und mobilem Drucksystem macht es möglich, dass Komponenten und Betriebsmittel bei Wartungs- und Servicearbeiten auch direkt vor Ort flexibel nachbeschriftet werden.

Häufiger verwendete Markierungen kommen auf eine Merkliste oder werden als fertige Markierungsprojekte abgespeichert. Aufgrund der zunehmenden Vernetzung und Komplexität im Zuge der digitalen Transformation ist eine eindeutige und dauerhafte Kennzeichnung aller Komponenten, Betriebsmittel und Anlagen für alle Branchen relevant. Für die Vielfalt an applikationsspezifischen Anforderungen bieten die Blomberger mehr als 3000 Kennzeichnungslösungen an.

Industrielle Kennzeichnung leicht gemacht

Bild 4: Die Produktdarstellung zeigt alle relevanten technischen Informationen sowie Beständigkeiten – darunter sind die jeweils passenden Markierungssysteme sowie Fluide und Farbbänder aufgeführt.
Bild 4: Die Produktdarstellung zeigt alle relevanten technischen Informationen sowie Beständigkeiten – darunter sind die jeweils passenden Markierungssysteme sowie Fluide und Farbbänder aufgeführt.
(Bild: Phoenix Contact)

Um den Auswahlprozess einer applikationsgerechten und gleichzeitig professionellen Markierung auch Mitarbeitern ohne spezifische Fachkenntnisse zugänglich zu machen, bietet der Application Guide in der App eine digitale Alternative zu Katalogen und Broschüren, mit der effizient gearbeitet und gesucht werden kann.

Eine digitale Lösung in Form einer App beschleunigt darüber hinaus die Abläufe schon während der Planung – und gleichzeitig werden diese auch sicherer. Weil die zugrunde liegenden digitalen Daten immer aktuell sind, wählt der Anwender stets seine richtige Markierung aus.

Die hohe Flexibilität – auch im Feld – macht die digitale Lösung zu einem effizienten Werkzeug für die industrielle Kennzeichnung. Die App ist für Smartphones und Tablets kostenlos im Google Play Store und im Apple I-Tunes Store erhältlich.

* B. Eng. Katharina Fae ist Abteilungsleiterin im Produkt-Marketing der Abteilung Marking and Identification bei Phoenix Contact in Blomberg.

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