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Markierung und Kennzeichnung beim modernen Schaltschrankbau

| Autor / Redakteur: Sven Heier * / Kristin Rinortner

In einer zunehmend digitalisierten industriellen Welt, in der die Vergleichbarkeit von Produkten, Systemen und Lösungen immer einfacher wird, müssen sich die Anbieter von Markierungstechnik vom Mitbewerb durch Service abheben. Im Artikel betrachten wir die Punkte, die die Kaufentscheidung des Anwenders beeinflussen.

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Kennzeichnungen schnell und flexibel: Ein umfangreiches Service-Paket unterstützt den Anwender im gesamten Markierungsprozess.
Kennzeichnungen schnell und flexibel: Ein umfangreiches Service-Paket unterstützt den Anwender im gesamten Markierungsprozess.
(Bild: Phoenix Contact)

Produkte werden über Jahre weiterentwickelt und optimiert – oft bis zu einem Reifegrad, bei dem weitere Verbesserungen kaum möglich sind. Viele Hersteller vergleichbarer Komponenten nähern sich qualitativ diesem Optimum an, und auch preislich kommen sich die Produkte im gleichen Wettbewerbsumfeld immer näher.

Als Konsequenz aus diesen Annäherungsprozessen folgt, dass dem Anwender oder Einkäufer die Auswahl aus einem Pool vergleichbarer Komponenten unterschiedlicher Hersteller immer schwerer fällt. Was kann auf diesem Niveau dann zum ausschlaggebenden Faktor für die Kaufentscheidung werden? Wo sind dann noch Differenzierungen in der Customer Journey möglich, die der Anbieter zum Nutzen seines Kunden und zu seinem eigenen wirtschaftlichen Erfolg gestalten kann?

Ein Aspekt zunehmender Relevanz ist hier der Service-Gedanke mit all seinen Facetten, gerade vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung. Anbieter, die es verstehen, den Service-Aspekt auch im Umfeld industrieller Markierungen noch stärker auf die Kundenbedürfnisse hin auszurichten, werden sich hier von den Mitbewerbern differenzieren und mit individuellen Angeboten abheben. Diesen Weg hat Phoenix Contact bereits eingeschlagen – und geht ihn konsequent weiter.

Welchen Mehrwert erhält der Anwender?

Zunächst muss ermittelt werden, was ein Anwender als Mehrwert noch erwarten kann, wenn Produkte verschiedener Anbieter ähnlicher werden. In einem weiteren Schritt geht es darum, diese Erwartung noch zu übertreffen, um dem Kunden eine Dienstleistung anzubieten, die ihm auch künftig die Arbeit erleichtert.

Wie erreicht ein Anbieter hier seinen Kunden? Unser Beispiel zur Veranschaulichung des Unterschiedes zwischen erwartetem Service und einem darüber hinaus gehenden Gesamtpaket kommt aus dem Alltag. Jeder kennt die Situation: Das Auto muss zur In­spektion. Im Autohaus A bekommt man, während man wartet, ein freundliches Lächeln, einen Cappuccino und ein paar Zeitschriften.

Im Autohaus B bekommt der Kunde diesen erwarteten Service auch. Aber er bekommt mehr – denn er wird gefragt, ob man ihm die Wartezeit sinnvoll verkürzen kann. Vielleicht kann man ihn beim Einkauf unterstützen oder ihm vom Imbiss nebenan einen Snack ordern. Autohaus B versucht hier, konventionelle Strukturen zu durchbrechen und den Service-Gedanken auf eine neue Stufe zu stellen. Der Kunde wird seine Zufriedenheit mitnehmen und als Multiplikator sein Autohaus weiterempfehlen.

„Den Service neu zu denken“ ist in der Elektromechanik und Elektronik schwieriger in die Tat umzusetzen als in unserem Autohaus. Betrachtet man jedoch das Produktportfolio aus der industriellen Kennzeichnung, bietet sich gerade im Bereich der Markierung – mit Marking system – die Möglichkeit durch Service einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen.

Selbst drucken oder drucken lassen

Ein Beispiel sind individuelle Kennzeichnungen für den Schaltschrank-, Maschinen- und Anlagenbau. Aus drei verschieden Beschriftungstechnologien – Thermotransfer, High-Speed UV-LED und Laser-Direktbeschriftung – sowie einem breit gefächerten Produktportfolio zur Kennzeichnung von Reihenklemmen, Leitern, Kabeln, Geräten und Anlagen kann der Kunde wählen. Insbesondere wenn hohe Ansprüche an die Beständigkeit der Markierung gestellt werden, ist die Laser-Direktbeschriftung – etwa auf Edelstahl – eine interessante Option.

Die Anschaffung von Beschriftungssystemen mit den für die Applikation benötigten Materialien erfordert eine Investition, die gerade für kleinere Unternehmen aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht immer vertretbar ist. Hier bietet der Hersteller aus Blomberg einen Beschriftungsservice, über den der Anwender individuelle Kennzeichnungen in der Industrie bestellen kann. Da der Anschaffungspreis für ein Lasersystem relativ hoch ist, kommt gerade kleineren Unternehmen ein Beschriftungsservice entgegen.

Bild 1: Die intuitiv bedienbare Planungs- und Markierungssoftware Project complete dient der professionellen Beschriftung von Markierungsmaterialien für Klemmen, Leiter, Kabel, Geräte und Anlagen.
Bild 1: Die intuitiv bedienbare Planungs- und Markierungssoftware Project complete dient der professionellen Beschriftung von Markierungsmaterialien für Klemmen, Leiter, Kabel, Geräte und Anlagen.
(Bild: Phoenix Contact)

Die einfache Individualisierung der benötigten Markierungsmaterialien erfolgt über die im Download-Bereich auf der Website verfügbare kostenfrei erhältliche Planungs- und Markierungssoftware Project complete. Sowohl die Beschriftungstechnologie als auch das für die Applikation gewünschte Material wird durch den Kunden festgelegt. Nach diesen Vorgaben wird die Markierung erstellt und dem Kunden zur Verfügung gestellt. Der erzielte Mehrwert für den Kunden liegt klar auf der Hand: Er spart Zeit und Kosten (Bild 1).

Service-Pakete für Selbstmarkierer

Auch für Anwender, die sich aus Kapazitätsgründen ein eigenes Beschriftungssystem angeschafft haben und ihre Markierungsaufgaben selbst erledigen möchten, halten die Blomberger Service-Pakete bereit. Diese Service-Angebote sorgen dafür, dass von der Erstinbetriebnahme der Markierungstechnik bis zur Serienfertigung alles komplikationslos und ohne wirtschaftliche Einbußen abläuft.

Hat ein Anwender zum Beispiel ein Beschriftungssystem über einen Online-Händler bestellt, kann er Dienstleistungen wie Installation und Inbetriebnahme direkt in Blomberg ordern. Dann wird der Drucker vor Ort eingerichtet und der Endanwender in das Gerät eingewiesen und auf Wunsch geschult.

Für den Anwender gibt es unterschiedliche Dienstleistungen, die einen reibungslosen Markierungsprozess ermöglichen:

  • Technischer Support: Bei technischen Rückfragen zu Geräten, Markierungssoftware oder Kennzeichnungsmaterialien, ist Expertenwissen gefragt (Bild 2).
  • Wartung: Wie bei der Inspektion in unserem Autohaus wird das Gerät auf Herz und Nieren geprüft. Während dieser Zeit erhält der Kunde auf Wunsch ein Leihgerät.
  • Reparatur: Dies kann, je nach Art der erforderlichen Arbeitsschritte, vor Ort geschehen oder in einem der Service-Center weltweit. Am Ende wird ein detaillierter Analyse- und Reparaturbericht ausgestellt, sodass alle geleisteten Arbeitsschritte nachvollziehbar sind.
  • Leihgeräte: Für eine temporäre Kapazitätserweiterung oder im Falle einer Gerätereparatur ist es hilfreich, auf externe Kapazitäten in Form eines Leihgerätes zurückgreifen zu können.

Bild 2: Der Service-Techniker im Service Center ist über unterschiedliche Kanäle jederzeit erreichbar.
Bild 2: Der Service-Techniker im Service Center ist über unterschiedliche Kanäle jederzeit erreichbar.
(Bild: Phoenix Contact)

Zukünftig wird nicht mehr das Einzelprodukt im Mittelpunkt stehen, sondern das Gesamtsystem – bestehend aus Beschriftungssystem, Markierungssoftware, Kennzeichnungslösungen und Serviceangeboten. Die Kaufentscheidung des Kunden wird maßgeblich dadurch beeinflusst werden, inwiefern das Gesamtsystem die individuellen Bedürfnisse berücksichtigt.

Ein skalierbares Serviceportfolio wird dabei eine signifikante Rolle spielen, denn große Unternehmen haben zum Teil andere Vorstellungen und Anforderungen als Unternehmen kleiner oder mittlerer Größe.

* Sven Heier ist Gruppenleiter Produktmarketing bei der Business Unit Marking and Identification bei Phoenix Contact in Blomberg.

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