Nordbayern als Standortvorteil Mainfranken – eine klassische Wirtschaftsregion und „hidden technology champion“

Autor / Redakteur: Reinhold Karl* / Reinhard Kluger

Was sich an der Chancen-Region Mainfranken aufzeigen lässt, das ist so oder ähnlich auf ganz Nordbayern übertragbar: Eine Region in Europa geht ihren Weg als vielschichtige Wirtschaftsregion mit zahlreichen Kompetenzfeldern und zukünftigen Technologie-Clustern. Dass dies mehr ist als nur Marketing, bestätigt das Prognos-Institut in einer Studie. Darin nimmt das Automation Valley Rang vier ein unter 97 anderen Regionen im Kompetenzfeld Automotive und Maschinenbau.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Mainfranken ist im Aufbruch. Die Region befindet sich auf dem Weg zu einem modernen Industrie- und Dienstleistungsstandort. Nach einer Analyse des Europäischen Statistikamtes liegt Mainfranken unter den 240 Regionen der EU inzwischen auf Platz 6 der High-Tech-Regionen Europas gemessen an den Beschäftigten in Technologiebranchen. Mainfranken wird seit einigen Jahren nicht nur durch erstklassige Weine im bekannten Bocksbeutel wahrgenommen, sondern zunehmend als vielschichtige Wirtschaftsregion mit einer breiten Basis von Kompetenzfeldern und zukunftsfähigen Technologie-Clustern.

Vom renommierten Prognos-Institut wurde Mainfranken, die dynamisch wachsende Region, als einer der zehn „stillen Stars“ in Deutschland in einer bundesweit führenden Wirtschaftszeitung gefeiert und mit der Studie „Kompetenzfeldanalyse Mainfranken“ genau untersucht. Demnach hat Mainfranken bundesweit in drei Kompetenzfeldern Alleinstellungsmerkmale und überdurchschnittliche Potenziale:

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= Automotive/Maschinenbau, mit hoher technologischer Kompetenz in Mess- und Steuerungstechnik, einem Kernthema des „Automation Valley Nordbayern“. Bundesweit nimmt Mainfranken Rang vier unter allen 97 Regionen in diesem Kompetenzfeld ein. Dies zeigt die industrielle Stärke und Innovation der Unternehmen vor Ort mit über 40.000 Beschäftigten

= Gesundheit, mit internationaler Kompetenz in Biomedizin und Medizintechnik. Mit rund 43.000 Beschäftigten belegt Mainfranken hier Platz 21 unter den 97 Regionen. Außerdem ist die Universität Würzburg in der Biomedizin unter den Top-Hochschulen der Welt gelistet. Prognos sieht dieses Kompetenzfeld als weiteres zentrales Standbein der Region zur Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur.

= In der Querschnittstechnologie Werkstoffe wird Mainfranken ein „sehr hoher Kompetenzgrad“ attestiert, insbesondere wegen der ansässigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer ISC, Süddeutsches Kunststoffzentrum oder Neue Materialien Würzburg. Das Kompetenzfeld übernimmt wichtige technologische Unterstützungsfunktion und hat große Bedeutung für Anwender in allen Branchen.

Unternehmen kooperieren entlang der Wertschöpfungskette und quer dazu

Neben hohen Beschäftigtenzahlen und innovativen Strukturen bestehen ausgeprägte wirtschaftliche Beziehungen in den Kompetenzfeldern. Dabei kooperieren die Unternehmen miteinander (entlang der Wertschöpfungskette und auch quer dazu) und zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen auch mit der Wissenschaft. Die Zukunftsfähigkeit der Kompetenzfelder wird grundsätzlich stärker von der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren bestimmt sein.

Die langjährige Strategie der regionalen Marketing-Initiative Chancen-Region Mainfranken, die Region sowohl nach innen als auch nach außen durch Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln, findet eine neue konzentrierte Ausrichtung in den Kompetenzprofilen Mainfrankens. Die Qualität und der Erfolg Mainfrankens - und dies gilt auch für alle Regionen in Deutschland - wird dabei entscheidend von einer engen Verzahnung der Wirtschaft in einer Region, der wissenschaftlichen Forschung und der öffentlichen Hand abhängen.

„Made in Mainfranken“ wird traditionell von Weltmarkt führenden Unternehmen in etablierten Branchen und zunehmend von jungen Technologie-Unternehmen, wie etwa im Bereich Neue Materialien/Funktionswerkstoffe und Biotechnologie, gemacht. Die Hochschulen an den Standorten Würzburg und Schweinfurt, international renommierte Forschungsinstitute, fünf Autobahnen und eine ausgereifte Infrastruktur bilden absolut harte Standortfaktoren für die Wirtschaft dieser Region mitten in Deutschland. Die immer wichtigeren weichen Standortfaktoren wie Lebensumfeld, Struktur von Arbeitsmärkten, kulturelles Flair, Verwaltungshandeln und Umwelt sind traditionelle Stärken in Mainfranken.

Der Wettbewerb in Deutschland und Europa um Unternehmen, qualifizierte Arbeitskräfte und ein positives Image wird intensiver. Nur gut aufgestellte Regionen, die flexibel und kreativ am Markt agieren, werden zukunftsfähig sein.

Eine Region in Europa: Marketingverbund schafft Kontakte

Nordbayern im allgemeinen, Mainfranken im besonderen, um diese Region in Europa weiter nach vorne zu bringen, das war der Leitgedanke bei der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Chancen-Region Mainfranken im Februar 1998. Rechtlicher Träger sind die Städte Schweinfurt und Würzburg, die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg, IHK Würzburg-Schweinfurt Mainfranken, Handwerkskammer für Unterfranken, Universität Würzburg und Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt unter dem Vorsitz des Regierungspräsidenten von Unterfranken. Die mainfränkischen Unternehmen wurden schon frühzeitig eingebunden und im Jahr 2001 der Unternehmerkreis Mainfranken gegründet, mit inzwischen rund 50 namhaften mainfränkischen Unternehmen. So entstand eine gemeinsame Plattform zur Entwicklung des Wirtschaftsstandortes und seiner Vermarktung in Deutschland und Mitteleuropa.

*Reinhold Karl ist Leiter der Geschäftsstelle Chancen-Region Mainfranken

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