Keine Chance für Hacker? Mainframe Z14 verspricht ein neues Niveau an Leistung und Datenverschlüsselung

Redakteur: Ulrike Ostler

IBM hat mit dem Mainframe Z14 auch den nach eigenen Angaben schnellsten und sichersten Mikroprozessor der Welt vorgestellt. Die Anlage, an der sich Hacker die Zähne ausbeißen sollen, verspricht 32 TByte Arbeitsspeicher, bis zu zwei Millionen Docker-Container, Level 4 des FIPS 140-2-Standards und Training von über 1.000 Modellen für maschinelles Lernen.

Firmen zum Thema

Der IBM "Z14" Mainframe, ausgestattet mit einem neue, hochsicheren Mikroprozessor, bietet die volle Verschlüsselung aller Daten und hoche Leistung vor allem für Big-Data- und Maschine-Learning-Anwendungen.
Der IBM "Z14" Mainframe, ausgestattet mit einem neue, hochsicheren Mikroprozessor, bietet die volle Verschlüsselung aller Daten und hoche Leistung vor allem für Big-Data- und Maschine-Learning-Anwendungen.
(Bild: IBM)

Andreas Bieswanger, Distinguished Engineer im z-Development, ist überzeugt, dass dem IBM-Team ein großer Wurf gelungen ist: „ Z14 ist keine inkrementelle Weiterentwicklung, sondern ein Riesensprung“, sagt er. Er ist in Böblingen für die Mainframe-Firmware tätig und berichtet, dass rund 1.000 Entwickler seit 2014/15 an dem neuen System gearbeitet haben.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Mit im Boot waren 13 so genannte „Sponsor Clients“, die als Kunden beständig Mitarbeiter zur Verfügung gestellt und deren Zeit investiert haben, um daran beteiligt zu sein. Sie gehören zu den insgesamt 150 Kunden, die sicherstellen wollten, dass sich die neue Mainframe-Generation in die richtige Richtung entwickelt.

Alleine zum Punkt „Pervasive Encryption“, die End-zu-End-Verschlüsselung, die erstmals sämtliche Daten, die mit einer Anwendung, einem Cloud-Service oder einer Datenbank verbunden sind, einbezieht, hat mehr als 50 entsprechender 1:1-Diskussionen verlangt. Ein IBM Z14 ist nun in der Lage, mehr als 12 Milliarden verschlüsselte Transaktionen pro Tag auszuführen.

Einer der Gründe ist der in einem 14-Nanometer-Prozess gefertigte neue Chip („neues Design, keine bloße Verbesserung“, erklärt Bieswanger- , mit dem Z14 ausgestattet ist. Darauf verbaut ist ein Kryptografie-Co-Prozessor, der im Gegensatz zu dem in der Vorgänger-Version Z13 verwendeten, die vierfache Fläche benötigt.

Es röhrt unter der Haube

Insgesamt nimmt die Plattform bis zu 170 CPU-PU-Kerne auf, die mit 5,2 Gigahertz getaktet sind. Außerdem verfügt die Plattform über 6,1 Milliarden Transistoren. Diese sorgen unter anderem dafür, dass sich der Mainframe gut auf das Training von Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) versteht; neuronale Netze (noch) ausgenommen. Das zeigt sich bei den deutliche Vorsprüngen in Sachen neuer Single Instruction, Multiple Data (SIMD).

Letztendlich steigt die Performanz für Kompression und Kryptographie im Vergleich zu Z13 um das Sechsfache. Zudem reduzieren sich die Ausfallzeiten bei Bereinigung der Garbage Collection, etwa bei Verwendung von Java-Anwendungen, quasi auf Null. Die Fähigkeit Java-Workloads zu verarbeiten, steigt: Nach Angaben von IBM laufen sie bis zu 50 Prozent schneller als auf x86-Alternativen.

Zum Performance-Gewinn tragen weiterhin das RAIM Memory Design bei (RAIM = redundant array of independent memory) und die Erhöhung der Kapazität auf 32 Terabyte, nahezu eine Verdreifachung gegenüber dem Vorgängersystem. Das sorgt für schnellere Reaktionszeiten, größeren Durchsatz und beschleunigte analytische Leistung.

(ID:44814775)