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Raumfahrt Magnetkernspeicher aus dem ersten Computer im Weltraum unter dem Hammer

| Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Ein Ferritkernspeicher aus dem ersten Computer im Weltraum wurde beim Auktionshaus Heritage Auctions versteigert. Der Random Access Non-Destructive Readout Memory stammt aus dem Bordcomputer der Gemini-3-Kapsel, die am 23. März 1965 in den Orbit startete.

Erstmals ist ein Computer mit an Bord: die Astronauten Virgil I. “Gus” Grissom und John W. Young in ihrer Gemini-3-Kapsel.
Erstmals ist ein Computer mit an Bord: die Astronauten Virgil I. “Gus” Grissom und John W. Young in ihrer Gemini-3-Kapsel.
(Bild: NASA)

Der 4,25 Zoll große Speicher schrieb sowohl Raumfahrt- als auch Computergeschichte, denn er gehörte zum Speicher des ersten Computersystems an Bord eines bemannten Raumfahrzeugs. Die Mercury-Missionen kamen ohne Bordcomputer aus, da ihre Flugroute von der Atlas-Trägerrakete bestimmt wurde und die Navigationsdaten für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre am Boden berechnet und zur Kapsel übertragen wurden.

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In den anspruchsvolleren Gemini-Missionen mit zwei Astronauten an Bord war dagegen ein Bordcomputer in der Raumkapsel nötig, um sechs Phasen des Raumflugs zu berechnen: vor dem Start, als Backup-System während des Aufstiegs, Einschwenken in die Erdumlaufbahn, Annäherung an ein Rendezvousziel, beim Rendezvous selbst sowie zu Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Entwickelt und aufgebaut wurde der Bordcomputer bei der Federal Systems Division von IBM in Oswego, New York. Der Computer brachte knapp 27 kg auf die Waage, konnte 7000 Rechenschritte pro Sekunde ausführen und war mit den Maßen 48,0 cm x 36,8 cm x 32,4 cm nicht größer als eine Hutschachtel. Das System benötigte im Schnitt eine Leistung von knapp 95 Watt.

Eine Addition (ein Befehlzyklus) dauerte 140 µs, eine Multiplikation mit drei Befehlszyklen 420 µs sowie eine Division mit sechs Befehlszyklen 840 µs. Der Speicher des Computers bestand laut IBM-Archiv aus einem Ferritkernspeicher, aufgebaut aus 39 Feldern mit jeweils 64 x 64 Bit. Das ergibt 4096 Adressen mit einer Wort-Länge von 39 Bit, die wiederum in drei Silben aufgeteilt waren, sodass sich eine einer Rechenkapazität von 12.288 13-Bit-Wörtern ergibt. Die Bedienelemente und das Display des Bordcomputers waren am Instrumententräger des Copiloten montiert.

Das zu ersteigernde Speicherfeld war an Bord von Gemini 3, der ersten US-amerikanischen Weltraummission mit zwei Besatzungsmitgliedern: den Austronauten Gus Grissom und John Young, die ab 23 März 1965 in den Orbit abhoben.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.