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LoRaWAN als Alternative zu 5G und NB-IoT

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Telkos und Community

Telekommunikationsunternehmen wie KPN bieten LoRaWAN zwar bereits an; der besondere Charme der Lösung liegt aber darin, dass jeder Anwender für eine Handvoll Euro selbst IoT-Devices oder Gateways in Betrieb nehmen kann. Damit werden Nutzer nicht nur zum Teil einer weltweiten LoRa-Community, sondern können praktisch an beliebigen Orten eine eigene Netzinfrastruktur aufbauen. In einem seiner informativen YouTube-Videos schildert etwa Andreas Spiess, mit welchen Bauteilen sich bereits für 15 US-Dollar einen einfaches LoRa-Gateway realisieren lässt.

In einem ihrer Whitepaper stellt die LoRa Alliance die Kosten LoRa etwas umfassender denen klassischer Infrastrukturen gegenüber. Während LTE-Module für Devices im Feld kaum unter 20 US-Dollar zu haben seien, peile man mit zertifizierten LoRaWAN-Modulen ein Viertel dieses Preises an. Je nach Leistungsfähigkeit seien (geschäftstaugliche) Gateways bereits zwischen 100 und 1.000 US-Dollar zu haben, während das NB-IoT-Upgrade einer bestehenden LTE-Basis mit bis zu 15.000 US-Dollar zu Buche schlage.

Anbieter wie The Things Network bieten vorgefertigte Gateways sowie Nodes an und stellen überdies die nötige Netzwerkinfrastruktur bereit. Die (funktional eingeschränkte) Community-Variante eines solchen LoRaWAN Network Servers ist kostenlos nutzbar, für geschäftliche Nutzer gibt es leistungsfähigere und kostenpflichtige Pakete mit einer Vielzahl von Integrationen, Monitoring- oder Skalierungsfunktionen.

Vorzüge und Kehrseiten

Mit LoRaWAN steht ein energieeffizientes, kostengünstiges und reichweitenstarkes Verfahren zur Übertragung von IoT-Daten bereit. So reizvoll der Community-Ansatz von LoRaWAN ist, so wenig taugt die Lösung für alle Einsatzzwecke. Wer lizenzfreie Spektren und Dienste eines Providers zugleich nutzen will, kann LoRaWAN über einen Provider wie KPN nutzen oder den ähnlich gelagerten Ansatz von Sigfox ins Auge fassen.

Der krankt freilich auch an ähnlichen Nachteilen wie LoRaWAN: Der Betrieb in einem nicht lizenzierten Spektrum geht nämlich zwangsläufig zu Lasten der Zuverlässigkeit: Je mehr Nutzer und Geräte die offenen Frequenzen bevölkern, desto öfter wird es zu Interferenzen kommen. Anders als bei NB-IoT müssen sich LoRaWAN-Nutzer zudem mit einer proprietären Funktechnik arrangieren und auf die Sicherheit einer SIM-Authentifizierung verzichten.

Mit geringen Übertragungsraten und sporadischen Sendezeiten ist LoRaWAN zwar perfekt geeignet um Batterien zu schonen, für große Datenmengen oder Echtzeitanforderungen fällt das System jedoch aus. Das weiß auch die LoRa Alliance und kommuniziert offen, wo der Ansatz taugt und wo eher nicht.

Beispiele contra LoRaWAN

Smarte Strommesser: Die fordern häufig hohe Datenraten, können Strom aus dem Netz beziehen und sind häufig in gut mit Mobilfunk versorgten Gebieten installiert. Darum wäre hier NB-IoT die bessere Wahl.

Buchungsterminals: Die Systeme kommunizieren häufig und benötigen dabei QoS-Garantien. Auch hier ist NB-IoT vorzuziehen.

Beispiele pro LoRaWAN

In ländlichen Regionen mit schwacher oder gar keiner Mobilfunkabdeckung und bei geringen Datenvolumina kann LoRaWAN dagegen seine Stärken besser ausspielen. So ließen sich mit Sensoren etwa Feuchtigkeit, Temperatur oder Bodenalkalität in der Landwirtschaft überwachen. Überdies eigne sich LoRaWAN beim Tracking in der Logistik oder Sensoren für das Gebäudemanagement.

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