LOPEC 2019: Gedruckte Elektronik mit Innovationen und Kooperationen auf Erfolgskurs

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Unternehmen und Forschungsinstitute aus aller Welt präsentieren auf der LOPEC ihre Neuheiten.
Unternehmen und Forschungsinstitute aus aller Welt präsentieren auf der LOPEC ihre Neuheiten. (Bild: Messe München)

Leitfähige Tinten für den Direktdruck auf Textilien, gedruckte Lithium-Ionen-Batterien, ein Alarm-Klebeband für Fahrzeuge: Das sind nur drei von vielen Neuheiten, auf die sich die Besucher der LOPEC 2019 freuen dürfen.

Vom 19. bis 21. März präsentieren Unternehmen und Forschungsinstitute aus aller Welt ihre Neuheiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf der LOPEC, internationale Fachmesse und Kongress für gedruckte Elektronik. „Dem Erfolgskurs der gedruckten Elektronik entsprechend verzeichnen wir mehr Aussteller­anmeldungen als jemals zuvor“, erklärt Barbara Ismaier, Projektleiterin LOPEC bei der Messe München. Auf über 1.600 Quadratmetern werden sich über 160 Aussteller aus 19 Ländern präsentieren.

Von neuen Tinten bis zum Electrospinning

Das US-Unternehmen Creative Materials zeigt in München eine leitfähige Tinte für den Direktdruck auf Textilien. Selbst ohne Schutzschicht ist die damit hergestellte Elektronik so stabil, dass sie 100 Wasch- und Trocknergänge übersteht.

Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien aus Saarbrücken wiederum hat eine Hybridtinte für den Druck von Schaltkreisen auf Papier oder Folie entwickelt. Sie enthält sowohl organische Polymere als auch metallische Nanopartikel. Das INM informiert zudem über den Inkjet-Druck und andere Verfahren. Besonders spannend: Per Elektrospinnen lassen sich transparente, leitfähige Netze aus feinsten Fasern auf Glas aufbringen.

Für den konventionellen Einstieg in die gedruckte Elektronik hingegen bietet Coatema unter anderem kompakte Maschinen an, die auf DINA4-Formaten oder im Rolle-zu-Rolle-Verfahren drucken. Neben weiteren Anlagenbauern sind Unternehmen wie Siemens, Polytec und M. Braun Inertgas-Systeme mit Anlagen für die Automatisierung und Prozessoptimierung vertreten.

Fit für den Markt

„Der hohe Reifegrad der gedruckten Elektronik äußert sich darin, dass die LOPEC von Jahr zu Jahr mehr konkrete Anwendungen zeigt“, unterstreicht Barbara Ismaier.

Varta Microbattery stellt diverse Typen gedruckter Batterien vor: Im Rahmen des EU-Projektes INNPAPER entwickelt das Unternehmen Zink-Kohle-Batterien für die papierbasierte Elektronik. Gedruckte Lithium-Ionen-Batterien und wiederaufladbare Zink-Luft-Zellen zeigt Varta ebenfalls. Das neueste Projekt, das auch auf der LOPEC vorgestellt wird, ist BEWELL. Bei dem im Januar gestarteten Vorhaben sollen Integrations- und Fertigungstechnologien entwickelt werden, die für das Tragen von intelligenten Hautpflastern und Handgelenksgeräten – smarte Uhren und Armbänder – erforderlich sind.

Das BEWELL-Projekt zielt darauf ab, fortschrittliche integrierte Technologiekomponenten aus Europa zu nutzen, um das Potenzial freizusetzen, das flexible und tragbare Elektronik für das körperliche und emotionale Wohlbefinden besitzen. „Ein spannendes Zukunftsfeld mit großem Potenzial für künftige Anwendungen“, meint Projektverantwortlicher Dr. Martin Krebs, Varta Microabttery.

Zu den weiteren Höhepunkten zählt das Tape zur Diebstahlsicherung von Fahrzeugen am Stand von Witte plusprint. Es besteht aus einem Kunststoffgewebe, das rückseitig mit elektrischen Leitbahnen versehen ist. Bei Durchtrennung löst es ein akustisches oder visuelles Alarmsignal aus.

Mit Kooperationen zum Erfolg

Interessant für die Automobilindustrie sind auch die Exponate von InnovationLab und KEX Knowledge Exchange: InnovationLab stellt Drucksensoren im Druckprozess mit hohem Durchsatz her. Integriert in Autositze erkennen sie die Sitzbelegung und erinnern zum Beispiel ans Anschnallen. Für die E-Mobilität sind neue Heizkonzepte gefragt. KEX präsentiert eine Flächenheizung für den Fahrzeuginnenraum in Elektroautos auf Basis einer transparenten Heizfolie mit einem feinen metallischen Netz. An der Entwicklung beteiligten sich 16 Unternehmen.

„Für den Durchbruch von neuen Technologien sind Kooperationen entscheidend“, betont Barbara Ismaier. „Mit der LOPEC bringen wir alle Akteure zusammen. Wir freuen uns, dass sich neben Unternehmen aus aller Welt so viele Forschungsinstitute und Netzwerke aktiv an der LOPEC beteiligen.“

So werden mehrere Fraunhofer-Institute, der spanische Cluster Functional Print, das niederländische Holst Centre, das finnische Forschungszentrum VTT, die kanadische intelliFLEX Innovation Alliance, das Innovation Center for Organic Electronics der japanischen Yamagata University und viele weitere Institutionen in München vertreten sein.

Gedruckte Elektronik: „Der Weg in die 3. Dimension war vorgezeichnet

Gedruckte Elektronik: „Der Weg in die 3. Dimension war vorgezeichnet"

09.10.18 - Das 2. Praxisforum 3D-gedruckter Elektronik präsentiert einen Rundumschlag zu gedruckter Elektronik, additiver Fertigung sowie hybriden Ansätzen – vom Stand der Forschung über verschiedener Prozesse bis zu industriellen Anwendungen - und regte zur Diskussion an. lesen

Flexible OLED als Wearable für die Lichttherapie

Flexible OLED als Wearable für die Lichttherapie

10.04.18 - Fraunhofer-Forscher haben mit Partnern ein tragbares Armband entwickelt, das mit OLED ausgestattet ist. Ein besonderer Fokus dabei lag auf der integrierten kompakten Stromversorgung. Einsatz finden die OLEDs unter anderem in der Lichttherapie. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45794877 / Generative Fertigung)