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LOPEC 2018: Gedruckte Elektronik zieht in den Alltag eing

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Von OLED-Heckleuchten bis hin zu intelligenten Verpackungen: Vom 13. bis 15. März standen die Entwicklungen der flexiblen Elektronik aus den Bereichen Automotive und Wellbeing im Fokus.

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Der neue Audi A8 mit integrierten OLED-Rückleuchten ermöglicht eine extrem homogene Ausleuchtung mit flexiblen Lichtdesign.
Der neue Audi A8 mit integrierten OLED-Rückleuchten ermöglicht eine extrem homogene Ausleuchtung mit flexiblen Lichtdesign.
(Bild: VBM / A. Gutberlet)

Zur 10. Ausgabe der Lopec präsentierten 154 Aussteller ihre Neuentwicklungen auf einer Fläche von 1620 m2 - bei der Erstveranstaltung 2009 waren es 50 Aussteller auf 212 m2. Einige der Aussteller, beispielsweise Coatema, Fujifilm Dimatix, Merck oder PolyIC sind seit der ersten Veranstaltung jedes Jahr mit dabei.

Rund 2.500 Teilnehmer aus 51 Ländern besuchten die Lopec Messe und Konferenz, damit bewegen sich die Zahlen auf dem gleichen Niveau wie zur Vorveranstaltung. Neben Deutschland waren die Top-Besucherländer Österreich, Großbritannien, die Schweiz und Frankreich. Laut der unabhängigen Teilnehmerbefragung der Gelszus Messe-Marktforschung bekam die LOPEC Bestnoten. 97 Prozent der Befragten bewerteten die LOPEC insgesamt als ausgezeichnet bis gut. Zudem gaben 76 Prozent der Teilnehmer an, die LOPEC auch im nächsten Jahr wieder besuchen zu wollen (Vergleich 2017: 64 Prozent). Die 153 Aussteller kamen aus 21 Ländern. 51 Prozent kamen aus dem Ausland. Die Fläche vergrößerte sich im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent.

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„Die LOPEC hat ihren Stellenwert als zukunftsweisende Plattform für die Branche erneut bestätigt. Hier werden Trends gesetzt“, betont Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München. „Insbesondere das Thema Wellbeing stellte sich als Zukunftsmarkt mit hohem Wachstumspotenzial heraus.“

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in diesem Bereich, der sowohl die Pharma- und Medizinbranche als auch die Sportindustrie umfasst, sieht auch Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer der OE-A (Organic and Printed Electronics Association): „Die Eigenschaften organischer und gedruckter Elektronik machen die Technologie besonders interessant für den medizinischen Bereich. Im Gegensatz zu konventionellen Sensoren, sind gedruckte Sensoren hauchdünn und flexibel. So können sie direkt auf der Haut getragen werden. Das macht zum Beispiel die Messung von Langzeit EKGs für Patienten angenehmer.“

Das Ergebnis der neueste Forschungsarbeit unter der Leitung von Professor Takao Someya an der Graduate School of Engineering der Universität Tokio, ist ein ultradünnes, elastisches Display, das sich eng an die Haut anschmiegt. Es zeigt live das Elektrokardiogramm an, dass von einer atmungsaktiven Elektrode auf der Haut aufgenommen wird. In Kombination mit einem drahtlosen Kommunikationsmodul kann dieses integrierte biomedizinische Sensorsystem biometrische Daten in die Cloud übertragen.

Auch die Automobilbranche ist nach wie vor starker Treiber bei der Entwicklung neuer Anwendungen gedruckter Elektronik. Ashutosh Tomar, Principal Engineer (Research) bei Jaguar Land Rover, sieht große Chancen für die gedruckte Elektronik im Bereich autonomes Fahren und Elektromobilität: „Das Auto der Zukunft ist voll mit Elektronik. Von Entertainment Systemen für den Fahrer bis hin zu Sensoren zur Überwachung der Umgebung. Ohne gedruckte Elektronik bliebe für den Fahrgast kein Platz mehr. Der Bedarf nach Innovationen und Umsetzungsmöglichkeiten ist groß.“

Unabhängige Marktforschungsunternehmen prognostizieren, dass der Wertschöpfungsanteil der Elektronik am Automobil bis zum Jahr 2030 auf 50 Prozent ansteigt. „Aber mittlerweile gilt es auch umgekehrt und wir sehen einen deutlichen „Martketpull“: Bestehende Produkte werden durch diese Technologie optimiert sowie neue Anwendungen ermöglicht“, sagt OE-A Vorsitzenden Dr. Jeremy Burroughes. „Dies zeigt sich auch auf der LOPEC 2018, wo sich viele Endanwender u.a. aus den Bereichen Wearables, Automobil und Unterhaltungselektronik über die neuesten Trends auf der Messe und Konferenz informieren.“

LOPEC Kongress: internationaler Wissensaustausch

Forscher, Entwickler und Industrievertreter aus zahlreichen Branchen diskutierten an drei Tagen das Potenzial und aktuelle Anwendungen von gedruckten Elektronikkomponenten. Mit 188 Kongressbeiträgen erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Facetten der gedruckten Elektronik. Wolfgang Mildner, General Chair der LOPEC, freut sich über den hohen Zuspruch: „Der LOPEC Kongress zeigte einmal mehr wie wichtig das interdisziplinäre Arbeiten an Problemlösungen ist. Das Netzwerken mit Fachkollegen aus aller Welt bringt wichtige Impulse, um die Technologie weiter voranzutreiben und neue Anwendungen zu realisieren.“

Die gedruckte Elektronik hält nicht nur in der Medizin- und Automotivebranche Einzug: Johan Edvardsson, Strategic Dynamic Marketing Program Manager bei IKEA in Schweden, erörterte in der Plenary Session am 15. März, wie IKEA mit Hilfe der gedruckten Elektronik Prozesse optimieren und zugleich einen Mehrwert für die Kunden schaffen möchte. Das Möbelhaus plant die Auszeichnung seiner Produkte mit E-Labeln, etwa mit hauchdünnen gedruckten Displays, die sich an bestimmten Punkten der Wertschöpfungskette programmieren lassen. Länderspezifische Informationen, nachträgliche Änderungen oder Aktualisierungen wären so einfach umzusetzen. Auch über den Einsatz von gedruckten RFID- und NFC-Tags denkt man bei IKEA nach.

Die nächste LOPEC findet von 19. bis 21. März 2019 statt.

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