Batterie-Recycling Lithium-Ionen-Akkus: Ecobat kauft deutschen Recycler

Redakteur: Kristin Rinortner

Das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien ist nicht trivial, aber aufgrund der forcierten Elektromobilität zwingend notwendig. Mit der Akquisition der deutschen Promesa baut Ecobat nun seine Position in Europa weiter aus.

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Akku-Recycling: Promesa bereitet Batteriesysteme kosteneffizient auf und verwertet sie mit einer Recycling-Effizienz von über 50 Prozent. Jetzt geht die Firma aus Hettstedt an Ecobat.
Akku-Recycling: Promesa bereitet Batteriesysteme kosteneffizient auf und verwertet sie mit einer Recycling-Effizienz von über 50 Prozent. Jetzt geht die Firma aus Hettstedt an Ecobat.
(Bild: Wilfried Pohnke auf Pixabay)

Die Nachfrage nach einem Recycling von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge steigt in Europa und weltweit. Das Marktvolumen wird Analysten zufolge in den nächsten zehn Jahren auf 4,7 Mrd. US-Dollar wachsen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate wird mit 31,6 Prozent beziffert.

Bisher gibt es wenige Unternehmen in Europa, die Lithium-Ionen-Akkus aufbereiten und die Inhaltsstoffe trennen, da hohe Spannungen, Selbstentzündlichkeit und gesundheitsgefährdende Rauchgasentwicklungen hohe Anforderungen an eine sichere Behandlung stellen.

Die im englischen Shrewsbury beheimatete Ecobat gehört hier eigenen Angaben zufolge zu einem der weltweiten Marktführer. Am heutigen Montag (26.7.2021) hat der Firmenverbund die Promesa GmbH & Co. KG offiziell übernommen.

Neuer Ansatz zum Recycling von Lithium-Ionen-Batterien

Auch das deutsche Unternehmen mit Sitz in Hettstedt in Sachsen-Anhalt, das bisher zur VVG gehörte, zählt zu den führenden Recyclern von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge.

Die 2014 gegründete Promesa verfolgt einen vollkommen neuen Ansatz, Lithium-Ionen-Batterien und Akkumulatoren zu behandeln und zu verwerten: Reaktive Lithiumzellen werden in einem flüssigen Medium gefahrlos aufbereitet und verwertet. Aufbereitet werden alle Batteriesysteme unabhängig von Bauform oder Batteriechemie

Durch die rein mechanische Aufbereitung können Batteriesysteme kosteneffizient und gemäß der gesetzlichen Recycling-Effizienz von über 50 Prozent verwertet werden, so das Unternehmen aus dem Mansfelder Land.

Strategisch günstiger Standort

Für Ecobat bietet Promesas Standort im Zentrum der deutschen Automobilproduktion einen strategisch wichtigen Zugang zu einem der bedeutendsten Märkte für Batterieherstellung und -Abfall, war aus Unternehmerkreisen zu hören.

„Durch die Verstärkung durch das Promesa-Team ist Ecobat der einzige Anbieter in Europa, der seinen Kunden das gesamte Spektrum der Recycling-Dienstleistungen für Lithium-Ionen-Batterien anbieten kann – vom Sammeln, Entladen und Zerlegen der Batterien über das Zerkleinern und Sortieren bis hin zur Entsorgung der schwarzen Masse“, so Jimmy Herring, Präsident und Geschäftsführer von Ecobat.

Ausbau der Recycling-Anlage in Hettstedt geplant

Zudem ist Promesa ein zentraler Bestandteil in der Wertschöpfungskette für das Recycling von Batterien, wodurch Ecobat bedeutende Genehmigungen für 3.200 t an chemischen Produkten erhält. Diese Verträge decken ein breites Spektrum der mit Batteriechemie verbundenen Abfallstoffe ab, von Haushaltsbatterien bis hin zu Elektrofahrzeugen, mit denen Ecobat expansiv wachsen will.

„Durch die Akquisition wird Ecobat seine Position im Bereich des Recyclings von Lithium-Ionen-Batterien erweitern und plant zukünftige Investitionen, um die Produktion in unserer Promesa-Anlage zu erhöhen und zusätzliche Demontagekapazitäten in Deutschland aufzubauen.“, erklärt Herring.

Über Ecobat: Die Wurzeln von Ecobat liegen in der 1952 gegründeten Manchester Batteries (Manbat). Heute besteht der Firmenverbund aus Hefra (Benelux), Manbat France und Manbat UK. Das Unternehmen ist spezialisiert auf das Sammeln und Recyclen sowie Produktion und Vertrieb von Energiespeichern.

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