Open-Source-Software

Linux und Computerhardware für die Bildung in Afrika

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Das ist auch genau der Flaschenhals des Projektes: die Kosten. Ein Container nach Südafrika kostet zwischen 2000 und 3000 Euro. In solch einen Container passen ungefähr 300 PCs. Das Projekt in Kenia schaut noch einmal anders aus. Hier betreuen vor Ort Ordensschwestern eine Schule in Nairobi, die dicht an einem der größten Slums im ganzen südlichen Afrika ist. Diese Schule wird von 1100 bis 1200 Schüler besucht. Gleichzeitig gibt es noch einen Kindergarten und eine Entbindungsstation. Betrieben wird die Schule von ungefähr 15 Ordensschwestern. Die afrikanische Leiterin hat ein gutes Gespür, was die Schulen benötigen.

Und das ist für sie definitiv IT-Technik. Dadurch konnte das Lehrangebot an dieser Schule gesteigert werden. Da es sich um eine private Schule mit Internat handelt, muss ein Schulgeld bezahlt werden. Allerdings haben auch Kinder aus dem Slum die Möglichkeit, diese Schule zu besuchen. Die privilegierteren Eltern zahlen also nicht nur für ihre eigenen Kinder, sondern auch für die ohne Mittel.

25 Rechner für ein komplett neues Klassenzimmer

Vom Zoll sind jetzt 120 Rechner gekommen, die nicht nur noch voll funktionstüchtig sind, sondern auch noch sehr leistungsstark. Diese hat der Verein mit 19-Zoll-TFT-Displays ergänzt. Zu den Spendern gehören beispielsweise Schweizer Firmen oder eine Bank aus Frankfurt. Mit dieser Hardware soll ein neues Klassenzimmer ausgestattet werden. In dem neuen Klassenzimmer sollen 25 Rechner mit TFT-Displays verwendet werden, die mit einem Speicher von 4 GByte ausgestattet werden. Wichtig ist auch, dass für die Schule geworben wird und sie so ein Aushängeschild für eine ganze Region wird.

Alle zur Verfügung gestellten Rechner laufen mit Ubuntu. Das liegt zum einen an einer Vorgabe vom Freiburger Open-Source-Netzwerk und zum anderen entstehen mit freier Software keine Lizenzkosten, was gerade auch in afrikanischen Ländern nicht unerheblich ist. Allerdings klingt das erst einmal sehr viel leichter. In Afrika hat eine Open-Source-Software keinen allzu guten Ruf. Dazu beigetragen hat auch die Aussage: „Why open source in Africa everything is open source even Microsoft”. Da muss natürlich gegen gesteuert werden. Außerdem ist Linux auch leistungsfähiger.

Warum Computer und nicht Nahrung nach Afrika?

Oft kommt die Frage, warum Computer nach Afrika – essen wäre doch wichtiger! Der Verein beschäftigt sich mit IT-Technik und genau damit soll den Menschen vor Ort geholfen werden. Die Möglichkeit der Weiterbildung im IT-Bereich ist wichtig. Es werden nicht nur stationäre Rechner angeboten, sondern auch Web- und Mailserver. Damit lassen sich beispielsweise auch eigene Webseiten erstellen, was die Kreativität der Schüler anregt. Ein aktuelles PDF ist für die Schüler auch sinnvoller, als total veraltete Bücher.

Diese sind nicht nur in einer sehr schlechten Qualität, sondern der Inhalt ist nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Besonders beliebt ist die lokal installierte Wikipedia, die Offline betrieben werden kann. Allerdings wird es künftig vermutlich keine neuen Projekte geben. Der Verein möchte lieber die bisher etablierten Projekte weiter forcieren. Das Problem ist die afrikanische Mentalität. Die Leute schreien nach Merkels Worten immer nach neuer Hardware und das immer Projektverantwortliche vor Ort sind. Kaum verlässt das deutsche Projektteam das Land, dann wird Linux entfernt und heimlich eine Raubkopie von Windows auf den Rechnern installiert. Nach spätestens vier Wochen funktionieren die ganzen Rechner nicht mehr: sie sind total mit Viren versucht und das komplette Klassenzimmer ist nicht mehr zu gebrauchen. Aus diesem Grund nimmt das Projektteam derzeit keine neuen Projekte mehr auf.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: bei den Ingenieuren ohne Grenzen. Die wollen ein Solarprojekt in Uganda starten und benötigen dazu ein Internet-Café. Der Verein hat die Messlatte hoch gelegt, um die Qualität der Soft- und Hardware garantieren zu können. Ein Kriterium ist beispielsweise, den Bestzustand eines PCs einzufrieren. Die beste Leistung eines PCs ist quasi beim ersten einschalten im Neuzustand. Dann nimmt die Leistungsfähigkeit immer weiter ab. Um allerdings die Leistungsfähigkeit jedes Mal zu garantieren, wird ein Image erstellt. Mit kleinen Skripten wird am Freitag das Image zurückgezogen. Am Montag hat der Rechner wieder seinen Bestzustand zurück.

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