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Stadtratsfraktionen wollen zu Microsoft zurück Linux in München steht vor dem Aus

| Autor: Susanne Ehneß

Ein Antrag der Münchener Stadtratsfraktionen CSU und SPD will die Open-Source-Ära der Landeshauptstadt beenden. Das Prestige-Projekt „Limux“ steht vor dem Aus.

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Ob der Pinguin in München bleiben darf, ist ungewiss
Ob der Pinguin in München bleiben darf, ist ungewiss
(Bild: Michael Nagy/Presse- und Informationsamt LH München/Collage: M. Büchner)

Die große Liebe war es noch nie. Die Paarung aus Linux und München wurde seit Beginn kritisch beäugt. Nun gibt es die nächste Krise: Die Stadtratsfraktionen SPD und CSU haben beantragt, zu Microsoft zurückzukehren.

Im Wortlaut heißt es dazu: „Die Verwaltung wird beauftragt, unverzüglich ein Konzept zu erstellen, wie auf Basis des neu zu entwickelnden Windows-Basis-Clients bis spätestens zum 31.12.2020 eine stadtweit einheitliche Client-Architektur geschaffen werden kann. Bei den Standardfunktionalitäten (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsprogramm, PDF-Reader, E-Mail-Client, Internetbrowser) sind dabei stadtweit einheitlich marktübliche Standardprodukte einzusetzen, die eine höchst mögliche Kompatibilität nach intern und extern sowie zu anderen Software-Produkten (z. B. SAP) gewährleisten.

In der Übergangszeit wird es den Referaten und Eigenbetrieben freigestellt, unter Berücksichtigung der individuellen technischen Gegebenheiten den neu entwickelten Windows-Basis-Client mit den vorgenannten Standardprodukten einzusetzen oder weiterhin eine gemischte Client-Architektur (Windows/LiMux) zu betreiben. Strategisches Ziel muss es sein, dass die städtischen Anwendungen unabhängig vom Betriebssystem des Endgerätes funktionieren (z. B. Webanwendungen, Virtualisierungen, Remote Desktop Services).“

Prestige-Projekt

Damit könnte ein Projekt begraben werden, das international für Aufsehen gesorgt hatte. Am 28. Mai 2003 hatte der Münchener Stadtrat beschlossen, beim Großteil der städtischen PC-Arbeitsplätze vom bisher eingesetzten Microsoft-Betriebssystem Windows auf Open-Source-Software umzusteigen – nicht nur, um Kosten zu senken, sondern auch um unabhängiger von Herstellern, Produktzyklen und Betriebssystemen zu werden. Zehn Jahre brauchte es, um die Migration abzuschließen.

Doch das Open-Source-System wurde kritisiert. Microsoft veröffentlichte eine Studie, die belegen sollte, dass die Stadt München über 40 Millionen Euro hätte sparen können, wenn sie bei Windows-Produkten geblieben wäre. Auch intern riss die Kritik nicht ab. Mitarbeiter kritisierten, das Open-Source-Projekt sei technisch überholt und nicht geeignet, die Anforderungen der Stadtverwaltung zu erfüllen.

Fazit: Das Thema Linux kommt in München auch 13 Jahre nach Absegnung des Projekts nicht zur Ruhe.

Der Beitrag wurde von unserem Schwesterportal eGovernment Computing übernommen.

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