Displayhersteller Lieferengpässe bei ICs und Muttergläsern

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Für die Displayhersteller wird es eng: Nicht nur Treiber-ICs und Mikrocontroller sind knapp, auch bei den Muttergläsern steigen die Lieferzeiten auf 50 Wochen. Hersteller Holitech sucht bereits nach Alternativen.

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Knappes Gut: Muttergläser für TFT- und E-Paper-Displays sind knapp. Hersteller Holitech muss sich nach Alternativen umschauen.
Knappes Gut: Muttergläser für TFT- und E-Paper-Displays sind knapp. Hersteller Holitech muss sich nach Alternativen umschauen.
(Bild: Holitech)

Die weltweite Nachfrage nach Halbleitertechnik (IC) hat mittlerweile zur Folge, dass es zu einer Verknappung kommt. Dabei reichen die Auswirkungen nicht nur auf die Industrie, sondern bis in die Politik. Am 12. April lud die US-Regierung zu einem Krisengespräch ein. Und auch für die Automobilhersteller bringt die hohe Nachfrage nach elektronischen Bauteilen Probleme. Hersteller und Zulieferer mussten in Kurzarbeit gehen.

Die Verknappung der Bauteile ist auch eine Folge der Coronakrise. Durch Lockdown und den verbreiteten Homeoffice benötigen die Menschen mehr technisches Equipment. Der Bedarf an Laptops, PCs und Monitore ist stark gestiegen.

Am Beispiel der Displays und Monitore: Für die Herstellung sind neben Treiber-ICs und Mikrocontroller sogenannte Muttergläser notwendig. Aus diesem Basismaterial werden Displays geschnitten und von den Displayherstellern zu fertigen Rohstoffen verarbeitet. Anbieter auf dem Markt sind BoE und Innolux. Sie haben bereits steigende Vorlaufzeiten (Leadtimes) und Preis angekündigt. Lieferzeiten von 50 Wochen werden von den Herstellern angekündigt.

Suche nach alternativen Herstellern von Muttergläsern

Hersteller wie Holitech müssen bereits auf andere Quellen ausweichen. „Wir gehen schon so weit, dass wir gemeinsam mit unseren Kunden alternative Hersteller suchen und dort anfragen“, berichtet Thomas de Laar, Managing Director von Holitech Europe. Schaut man genauer hin, betrifft die Knappheit von Muttergläsern nicht nur den TFT-Displays, sonder auch bei E-Paper. „E-Paper ist eines der Fokusprodukte von Holitech. Alternative Quellen sind für unser Geschäft von hohem Interesse“, schließt de Laar ab.

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