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Lidar-Sensorsystem mit zusätzlichem Intensitätsbild

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Ein zusätzlicher Sensor, der als eine Art Schwarz-Weiß-Kamera dient, schärft das Lidar-Bild des „ibeoNEXT“. Zudem kommt das Lidar-System ohne bewegliche Teile aus.

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Kompakter Lidar-Sensor ohne bewegliche Teile: Der ibeoNEXT hat eine Reichweite von 260 m bei einer räumlichen Auflösung von 0,05 Grad.
Kompakter Lidar-Sensor ohne bewegliche Teile: Der ibeoNEXT hat eine Reichweite von 260 m bei einer räumlichen Auflösung von 0,05 Grad.
(Bild: Ibeo)

Kein automatisiertes Fahren ohne Sensoren. Bei den Assistenzsystemen setzen viele Automobilhersteller auf Lidar als eine Schlüsseltechnik. Der Hamburger Lidar-Entwickler Ibeo hat nun die offizielle Auslieferung des „ibeoNEXT“ begonnen. Dabei handelt es sich um einen Solid-State-Lidar, der ganz ohne bewegliche Teile auskommt. Der Sensor erzeugt zur sicheren Objekterkennung eine hochauflösende 3D-Punktwolke.

Was den Lidar-Sensor von anderen auf dem Markt verfügbaren Systemen unterscheidet: Es wird zusätzlich ein Intensitätsbild erzeugt. Damit fungiert der Sensor auch als eine Art Schwarz-Weiß-Kamera, was der Hersteller als die vierte Dimension bezeichnet – oder einfach 4D. Das Intensitätsbild ist besonders bei der Spurerkennung während der Fahrt vorteilhaft. Nach eigenen Angaben ist Ibeo ist bisher einzige Entwickler mit Lidar-Technik im Automotive-Serieneinsatz.

Die kompakte und modulare Bauweise des ibeoNEXT-Sensors lässt unterschiedliche Set-ups für unterschiedliche Anwendungsfälle beim Kunden zu. So lässt sich dank des modularen Aufbaus Objektive mit 11,2; 32; 60 oder 120 Grad verwenden. Die Umgebung lässt sich mit 360 Grad erfassen. Dazu kommen mehrere Sensoren zum Einsatz und die gewonnenen Daten werden von einer Software ausgewertet.

Keine beweglichen Teile

Ein Lidar-System sendet Laserimpulse aus und wertet dann das von verschiedenen Objekten reflektierte Licht aus. Aus der sogenannten Lichtlaufzeit, also der Zeit, die der reflektierte Laserimpuls benötigt, bis er wieder beim Sensor ankommt, errechnet eine Software die Distanz zu den Umgebungsobjekten. Ein rotierender Spiegel sorgt bei konventionellen Lidar-Systemen für die Abdeckung des Sichtbereichs. Bei dem neuen Lidar-Modell gibt es dieses bewegliche Teil nicht mehr, da hier Halbleitertechnologie verwendet wird.

Dank der Solid-State-Technik des Sensors verfügt er außerdem über eine Reichweite von bis zu 260 m und eine räumliche Auflösung von 0,05 Grad beim Scannen der Umgebung. Damit wird die Umgebung exakt modelliert. Dementsprechend werden Veränderungen im Straßenverlauf schneller und genauer erfasst, was beispielsweise bei der Spurerkennung besonders wichtig ist.

Dr. Ulrich Lages, CEO von Ibeo Automotive Systems, erklärt: „Lidar stellt die perfekte Schlüsseltechnologie dar, um bei der Automatisierung von Prozessen für maximale Sicherheit zu sorgen. Unser neuer ibeoNEXT-Solid-State-Lidar erfüllt diese Anforderungen und ist vielfältig einsetzbar.“

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