Fahrzeugbeleuchtung Lichtstimmung mit LEDs in der Oberklasse von BMW

Autor / Redakteur: Bernhard Bayersdorfer und Dietmar Graf * / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Lichtstimmungen mit LED lassen sich in einem Auto sehr gut umsetzen. Im aktuellen BMW 7er kommt ein flächiges Lichtelement zum Einsatz. Dabei kam es auf eine robuste und sichere Bauweise an.

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Lichtakzente in der Oberklasse: Für das aktuelle Modell des BMW 7er hat Dräxlmaier eine Lösunge entwickelt, die robust und stoßunempfindlich ist.
Lichtakzente in der Oberklasse: Für das aktuelle Modell des BMW 7er hat Dräxlmaier eine Lösunge entwickelt, die robust und stoßunempfindlich ist.
(Bild: BMW)

Vorlieben ändern sich, Ansprüche ebenso. Und das gilt auch beim Autokauf. Legten Kunden früher vor allem Wert auf möglichst viele PS oder auf das charakteristische Design eines bestimmten Fahrzeugs, achten Käufer heute immer häufiger auf noch ganz andere Dinge, bevor sie sich für einen Neuwagen entscheiden. Denn längst ist das Auto mehr als nur ein Fortbewegungsmittel – es dient als mobiler Kommunikationsexperte, Unterhaltungskünstler, als intelligenter Straßenlotse und nicht zuletzt als Wohnzimmer auf Reisen, bei dem der Fahrer bereits beim Einsteigen das Gefühl hat, nach Hause zu kommen.

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Die Lust an der Ästhetik von Fahrzeuginnenräumen eröffnet den Interieur-Designern Möglichkeiten, denn je mehr Funktionen und je mehr Technik ins Cockpit von Fahrzeugen gelangen, desto mehr ist ihre Kreativität gefragt. Was die Gestaltung des Fahrzeuginnenraums betrifft, hat sich vor allem bei der Ambient-Beleuchtung in den vergangenen Jahren enorm viel getan. Der Interieur-Spezialist Dräxlmaier aus dem niederbayerischen Vilsbiburg stattet seit 2002 Premiumfahrzeuge wie BMW, Mercedes Benz, Maserati, Porsche und Bugatti mit Lichttechnik aus. Sein neuestes Lichtdesign schafft im Fond des Fahrzeugs nicht nur eine Lounge-Atmosphäre, sondern integriert das Objekt als Designelement.

Als die LED Licht in das Fahrzeuginnere brachte

Schaut man zurück auf die Anfänge der Lichttechnik im Fahrzeug, beschränkte diese sich lange Zeit auf Lampen am Fahrzeugdach, die bei Bedarf per Schalter an- und wieder ausgeschaltet werden konnten. Heute ist Licht wesentlich mehr. Es dient nicht mehr ausschließlich dazu, den Fahrzeuginnenraum zu beleuchten, sondern kann je nach Wunsch der Passagiere verschiedene Stimmungen erzeugen.

Auf technischer Seite begann alles mit dem Einsatz von einfarbigen LEDs, wie sie noch in der Mercedes CL-Klasse 2006 zu finden sind. Bereiche des Interieurs, darunter die Türverkleidung und das Cockpit, leuchteten in der Farbe Bernsteingelb. Die Leuchtkomponenten bestanden aus mehreren Spritzgusslichtleitern mit Längen von 20 bis 80 cm, die einen homogenen Lichtvorhang erzeugten. Die Lichtleiter waren so in das Interieur integriert, dass die Insassen sie nicht direkt sahen. Die nächste Weiterentwicklung ließ nicht lange auf sich warten: Aus den monochromatischen LEDs entwickelte Dräxlmaier zunächst die Duo-LEDs, die das Interieur in den Farben Eisblau, Bernsteingelb und Weiß anstrahlten.

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Dreidimensionale Formen im Fahrzeug

Zunehmend dominieren im Fahrzeuginnenraum dreidimensionale Formen, denen sich die Lichtflächen individuell anpassen sollen. Plane Flächen sind rar geworden, doch man brauchte sie, um flächige Lichtleiter zu verbauen. Die Umsetzung sah deswegen bisher so aus, dass man entweder auf größere, durchgehende Lichtflächen verzichtete oder aber mit einem planen Lichtelement in einem geschwungenen Bauteil wertvollen Raum verschenkte.

Mögliche Lösungen bieten Lichtelemente, die sich flexibel den dreidimensionalen Strukturen des Interieurs anpassen. Mit ihnen lassen sich auch größere Bereiche im Fahrzeuginnenraum homogen ausleuchten. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass der Bauraum optimal genutzt wird. Weil sie eine geringe Dicke besitzen und sich der Flächenkontur des Bauteils individuell anpassen, sind die Lichtelemente der neuen Generation nahezu universell einsetzbar.

Aus den Duo-LEDs wiederum entstanden RGB-LEDs. Im Gegensatz zu herkömmlichen LEDs, die lediglich über einen Halbleiterchip verfügen und auch nur eine einzige Farbe darstellen können, sind in den RGB-LEDs drei Halbleiterchips in den Farben Rot, Grün und Blau verbaut. Drei Grundfarben, die Millionen von Möglichkeiten bieten: Dank der neuen Lichttechnik mit LED können die Insassen nun theoretisch ein ganzes Farbszenario im Innenraum inszenieren. Daher bietet der Fahrzeughersteller nur eine begrenzte Anzahl von Farben an, um sich eine individuelle Wohlfühlmischung zusammenzustellen. Ein von Dräxlmaier entwickelter Kalibrier-Algorithmus in Verbindung mit einer elektronischen Steuerung auf dem LED-Modul sorgt für exakte Gleichheit in Bezug auf Farbe und Intensität unter den RGB-LEDs. Was die neue RGB-LED-Technik alles vermag, können designaffine Autoliebhaber bereits in der Mercedes E-Klasse bewundern.

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