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Leuchtende Oberflächen versprechen mehr Sicherheit im Fahrzeug

| Autor / Redakteur: Jens Jünemann * / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Licht wird in künftigen Fahrzeuggenerationen immer wichtiger. Mit besonderen Oberflächen lässt sich die Aufmerksamkeit des Fahrers in gefährlichen Situationen oder bei Müdigkeit steigern.

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Gefahr in Verzug: Das transluzente Bezugsmaterial Acella Hylite ermöglicht spezielle Lichteffekte und sorgt mit seiner Eigenschaft für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
Gefahr in Verzug: Das transluzente Bezugsmaterial Acella Hylite ermöglicht spezielle Lichteffekte und sorgt mit seiner Eigenschaft für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.
(Bild: Continental)

Licht sorgt für Sicherheit im Straßenverkehr: Das bezieht sich nicht nur auf die Frontscheinwerfer oder das Rücklicht, um jederzeit und rechtzeitig gesehen zu werden. Auch im Innenraum des Fahrzeugs spielt Licht eine wichtige Rolle. Und zwar dann, wenn sich Oberflächen farblich anpassen: In einer Gefahrensituation oder bei Müdigkeit des Fahrers. Continental hat seine Oberflächenmaterialien so weiterentwickelt, dass mit integrierten wechselnden Lichtquellen individuelle und farbliche Änderungen möglich sind. Bei Müdigkeit oder einer gefährlichen Verkehrssituation könnten die farblich veränderten Oberflächen die Aufmerksamkeit des Fahrers wieder steigern.

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Darin liegt das große Potenzial der transluzenten Bezugsmaterialien mit der Bezeichnung Acella Hylite und dem transluzenten DecoJect von Continental. Das Konzept zur Weiterentwicklung ausgeklügelter Oberflächenmaterialien wird auch bei Innenraumkonzepten für künftige autonome Fahrzeuge eine wichtige Rolle spielen. Autonome Mobilität ist Teil des Megatrends hin zu autonomen Systemen, der sich in den kommenden Jahren zunehmend durchsetzen wird.

Zeitersparnis durch einen gleichmäßigen Verkehrsfluss und die Nutzung der Lenkzeit für andere Aktivitäten, Nachhaltigkeit durch die Möglichkeit, mehr Menschen gleichzeitig zu transportieren, mehr Sicherheit durch Vermeidung von Fahrfehlern und barrierefreies Fahren unabhängig von Alter und Führerschein – das sind nur einige Argumente, die diesen Trend stützen.

Autonomes Fahren verändert das klassische Automobil

Damit einhergehend wird sich die Nutzung von Verkehrsmitteln ändern. Wir werden künftig mehr auf Verkehrssysteme zurückgreifen, die auf Abruf verfügbar sind, vor allem Robocabs, die fahrerlos kleine Personenzahlen befördern können. Allerdings müssen Hersteller wie Continental umdenken: Die Anforderungen bezüglich Funktionalität und Individualisierung steigen, die Produkte werden komplexer und entwickeln sich zu Systemen.

Es wird nicht nur anders gestaltete Innenräume geben, sondern auch völlig neue Innenraumkonzepte für autonome Fahrzeuge. Schon heute wird autonomes Fahren erprobt. Die Experten von Continental gehen davon aus, dass die letzten Hürden in den nächsten fünf Jahren genommen werden. Ab 2030 wird mit einem Anteil von 25 bis 30 Prozent autonomen Fahrzeugen bei den Neuzulassungen gerechnet, wobei zumindest die privat genutzten Fahrzeuge zusätzlich immer noch die Möglichkeit bieten werden, selbst zu fahren.

Spezielle Oberflächen und individuelle Lichttechnik

Wenn die Fahrt anders als für Tätigkeiten wie das Lenken, Gasgeben und Bremsen genutzt werden kann, rücken Privatsphäre, Entspannung, Kommunikation und Arbeit in den Mittelpunkt. Entsprechend wird beim Interieur noch mehr Wert auf Behaglichkeit und Wohlempfinden gelegt. Hier kann die Oberflächenkompetenz von Continental weiter dazu beitragen, den Insassen diese Gefühle zu vermitteln. Velourledereffekte und prägbare Ziernähte sind nur zwei Beispiele dafür. Dabei kommen auch die transluzenten Materialien des Oberflächenspezialisten ins Spiel, die künftig zusammen mit spezieller Lichttechnik das Ambiente der jeweiligen Stimmung anpassen.

In Kombination mit Prägungen, Lackierungen, Perforationen und Drucken kann der Innenraum weiter individualisiert werden. Hierzu laufen gerade die ersten Designstudien. Zudem können Produktion und Prozesstechniken für kleine Losgrößen oder zur Konfektion nach Kundenwunsch Vorteile bringen. Elemente wie die Instrumententafel oder das Lenkrad werden sich verändern oder künftig eine untergeordnete Rolle spielen. Deren Funktionen können durch neue Konzepte ersetzt werden, beispielsweise durch die Funktionalisierung von Oberflächen oder die Integration von Displays. Dazu werden Oberflächen benötigt, die Benutzerschnittstellen schaffen. Mit seinen darauf ausgerichteten Lösungen und Ideen will Continental innovative Produkte und Services anbieten, die dem Endkunden einen nachhaltigen Nutzen bieten.

Transluzente Materialien sind bereits heute bei konventionellen Fahrzeugen der Schlüssel für die Funktionalisierung und Individualisierung von Oberflächen im Innenraum. Werden Oberflächenmaterialien mit verschiedenen Beleuchtungstechniken verknüpft, kann sich beispielsweise die Grundbeleuchtung dem Tagesrhythmus, den Wettergegebenheiten und dem Umgebungslicht anpassen. Lichtdurchlässige Materialien bieten außerdem die Möglichkeit, mit verschiedenen Beleuchtungsarten die Materialien selbst als auch ihre Umgebung in Szene zu setzen.

Auch die Intensität der Lichtquelle beeinflusst die jeweilige Fahrsituation oder das individuelle Befinden. Dadurch können Innenräume auf das individuelle Befinden oder die Fahrsituation abgestimmt werden. Hinzu kommt, dass unterschiedliche Tätigkeiten wie Lenken, Lesen, Schlafen und Entspannen unterschiedlich beleuchtet werden können.

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