Schnelllader mit einer Ausgangsspannung bis 1000 V Gleichstrom

| Redakteur: Margit Kuther

Schnellladestation von Delta: Via Zusatzmodule kann die Ladeleistung von 50 auf zu bis 150 kW Gleichstrom erhöht werden.
Schnellladestation von Delta: Via Zusatzmodule kann die Ladeleistung von 50 auf zu bis 150 kW Gleichstrom erhöht werden. (Bild: Delta)

Das Schnellladesystem für E-Fahrzeuge von Delta besteht aus zwei Ladesäulen und einer Batteriespeicherlösung. Eingesetzt wird das System etwa in den GridBooster-Stationen von Greenway in Bratislava.

Das Schnellladesystem von Delta, Anbieter von Energie- und Wärmemanagementlösungen, besteht zum einen aus zwei Schnellladesäulen mit einer Ladeleistung von 50 kW, die sich mittels Zusatzmodulen auf bis zu 150 kW erhöhen lässt. Zum anderen enthält das System Deltas Batteriespeicherlösung BESS (Battery Energy Storage) mit einer Speicherkapazität von 52 kWh und einer Ladeleistung von bis zu 60 kW, durch die etwaige Frequenzschwankungen im Stromnetz effizient ausgeglichen werden können. Eine hohe Systemeffizienz soll Deltas Lademanagement-System DEEMS (Delta Efficient Energy Management Software) gewährleisten. Dieses stellt eine permanente Verbindung zwischen dem Stromnetz, der Pufferbatterie und der Schnellladestation her, überprüft fortlaufend, wie viel Strom gerade im Netz zur Verfügung steht und sorgt dafür, dass bei Bedarf Energie aus dem Batteriespeicher bereitgestellt wird.

Modulare Schnelllade-Technologie von 50 bis 150 kW Gleichstrom

Anfang des Jahres wurde die Schnellladestation im Avion-Einkaufszentrum in der slowakischen Hauptstadt Bratislava installiert. Der Schlüssel zum Erfolg des Projekts liegt in der speziellen Modularität von Deltas Schnellade-Technologie. Durch den Einbau einiger Zusatzmodule kann der Betreiber die Ladeleistung seiner Station schrittweise von 50 auf zu bis 150 kW Gleichstrom erhöhen. Das ist, so Delta, der höchste Wert, der derzeit realisiert werden kann. Damit wird das modulare System zu einer sehr kosteneffizienten Lösung, denn es muss nicht mehr zusätzlich in Ladestationen mit einer höheren Ladeleistung investiert werden.

Deltas Schnellladestation kann via Netz oder Batterie gespeist werden

Herkömmliche Schnellladestationen sind direkt an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Das neue System hingegen wird entweder von der Batterie, dem Netz oder von beiden Quellen gespeist. Außerdem kann die Batterie zu Zeiten von niedrigen Strompreisen über das Stromnetz aufgeladen werden. Schließlich ist auch eine Aufladung über eine erneuerbare Energiequelle vor Ort, z.B. Sonnenkollektoren, möglich. Deltas Lademanagement-System DEEMS überprüft fortlaufend, wie viel Strom gerade im Netz zur Verfügung steht, und sorgt dafür, dass bei Bedarf Energie aus dem Batteriespeicher bereitgestellt wird. Über eine Fernüberwachungs- und Konfigurationssoftware werden alle Aktivitäten an der Ladestation rund um die Uhr verfolgt.

Als Netzwerkanschluss dient eine Steckdose oder eine drahtlose Schnittstelle (Ethernet, 3G, GPRS). Die Authentifizierung des Nutzers erfolgt entweder direkt vor Ort über die Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und der Ladestation oder über ein mobiles Endgerät. Auch für die Abrechnung stehen verschiedene Modelle zur Wahl. Bei der gesamten Schnellladestation handelt es sich um ein offenes System, es kommen keinerlei firmenspezifische Strukturen zum Einsatz.

Bis zu vier E-Autos gleichzeitig ladbar

Ein weiterer Vorteil der Schnelllade-Technologie von Delta besteht darin, dass bis zu vier Elektro-Autos gleichzeitig geladen können (bis zu zwei Fahrzeuge an den Gleichstrom-Anschlüssen und bis zu zwei Fahrzeuge an den Wechselstrom-Anschlüssen). Dadurch sinken die Investitionskosten, die Wartezeit für die Nutzer reduziert sich und der Platzbedarf vor Ort nimmt ab. Solange nur ein Elektroauto an das Gleichstromnetz angeschlossen ist, kommt die gesamte Ladeleistung diesem einen Fahrzeug zugute. Sobald weitere Elektrofahrzeuge angeschlossen werden, wird die gesamte Ladeleistung automatisch gleichmäßig auf alle zu ladenden Fahrzeuge verteilt.

Ist der Delta-Schnelllader für eine Ladeleistung von 150 kW konfiguriert, kann innerhalb von nur zehn Minuten eine Reichweite von bis zu 100 km nachgeladen werden. Dieses industrietaugliche und umfassend zertifizierte Produkt ist bereits an vielen Standorten in ganz Europa im Einsatz, so auch in Norwegen, Spanien, Schweden, Deutschland, Polen, der Schweiz, der Slowakei und in Finnland. Dies belegt auch, wie leistungsfähig das System selbst bei unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen ist. Alle Bedien- und Anzeigeelemente der Ladestation sind wetterfest. Der Ultra Fast Charger von Delta soll der einzige Schnelllader sein, der mit einer Ausgangsspannung von bis zu 1000 V Gleichstrom erhältlich ist. Genauer gesagt, ist ein Betrieb mit einer Ausgangsspannung von 170 V bis 550 V oder von 340 V bis 1000 V möglich. Bei jedem Ladevorgang wird die benötige Ausgangsspannung automatisch auf das zu ladende Fahrzeug abgestimmt.

Die steigende Nachfrage nach batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen erfordert eine entsprechende Infrastruktur. In den Städten geht es hier vor allem um ein tragfähiges Konzept für die E-Mobilität mit einem dichten Netz an Ladestationen. Weltweit wird heute in vielen Großstädten nach Möglichkeiten gesucht, die Parkplätze von Wohnhäusern und Firmengebäuden mit Ladestationen auszustatten, die öffentlichen Ladenetze auszubauen und die E-Mobilität bei städtebaulichen Maßnahmen zu berücksichtigen.

Die verwendete Technologie ist deshalb so zukunftsweisend, weil einerseits die jeweils vorhandenen Energiequellen optimal genutzt werden und andererseits auch erneuerbare Energiequellen vor Ort zur Stromversorgung und -speicherung eingesetzt werden können. Damit eignet sich die neue Lösung auch für die so genannten „Prosumer“, also Nutzer, die nicht nur Energie verbrauchen (consumer), sondern auch selbst Energie produzieren (producer).

Wenn vergleichbare Systeme in größerer Zahl eingesetzt würden, könnte damit die Speicherkapazität für das gesamte Energienetz verbessert werden. Dieses „Smart Grid“-Konzept würde dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren, erneuerbare Energiequellen vermehrt in das bestehende Versorgungskonzept zu integrieren und eine größere Unabhängigkeit von dem herkömmlichen System zu schaffen, bei dem ein zentraler Energieversorger Strom erzeugt und an Verbraucher verkauft.

Bei der Entwicklung seines GridBoosters hat sich GreenWay schließlich auch deshalb für die Schnelllade-Technologie von Delta entschieden, da diese durch einen wartungsfreien und geräuscharmen Betrieb überzeugen konnte.

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