Projekt iBOSS

Lego-Satelliten für eine grün(er)e Raumfahrt

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Die Entwicklung einer wartungsfähigen Satellitenarchitektur und intelligenter Schnittstellen (bis auf die mechanische) gehören zu den Aufgaben der TU-Forscherinnen und -Forscher. Neben der Betrachtung von Regelungskonzepten in modularisierten Satellitensystemen wird das Schnittstellenproblem einer der Schwerpunkte in der zweiten Projektphase sein, die über drei Jahre bis 2015 läuft.

„Der Nachhaltigkeitsgedanke kommt in der Raumfahrt bislang kaum vor. Mit unserem Baustein-Konzept, bestehend aus reparaturfähigen standardisierten Modulen, wollen wir beginnen, auch die Raumfahrt ‚grün‘ zu machen“, sagt Jana Weise.

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Bleibt noch die Frage, wer den Satelliten repariert? „Ebenfalls ein Satellit, ein sogenannter Service-Satellit, der mit allen Fähigkeiten ausgestattet ist, die Wartungen im All vorzunehmen“, so Jana Weise.

Verkehrskameras für den Erd-Orbit

Einen etwas anderen Weg zur Vermeidung von Kollisionen und Weltraumschrott wollen Wissenschaftler des Lawrence Livermore National Laboratory in den USA gehen. Im Projekt STARE (Space-Based Telecopes for Actionable Refinement of Ephemeris) entwickeln sie winzige Weltraumteleskope, die in Zukunft quasi als Verkehrskameras im Orbit die Umlaufbahn von Satelliten wesentlich präziser als heute erfassen sollen, so dass frühzeitig Kurskorrekturen möglich sind.

Bisher lassen sich die Bahnen der Satelliten im Orbit nur mit einer Genauigkeit von etwa einem Kilometer feststellen. Die Folge sind rein rechnerisch etwa 10.000 Fehlalarme pro einem wirklichen Zusammenstoß. Mit Hilfe der STARE-Nanosatelliten soll die Präzision der Bahnerfassung wesentlich steigen.

Die STARE-Systeme sind sogenannte Cubesats, die auf würfelförmigen Elementen mit zehn Zentimeter Kantenlänge basieren. Ein STARE Weltraumteleskop hat die Größe von drei dieser Würfel. Erste Tests mit den Satelliten noch am Boden lassen eine Positionserfassung von Satelliten mit einer Genauigkeit von 50 Meter erwarten.

Ein erster STARE-Satellit (STARE-A) wurde auch bereits 2012 ins All geschossen, konnte wegen Kommunikationsproblemen aber nicht wirklich getestet werden.

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