Suchen

Ledvance schließt sein Werk in Augsburg zum 1. November

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Der LED-Hersteller Ledvance hat beschlossen, die Produktion in Augsburg einzustellen. Fast alle der knapp 700 Mitarbeiter sind ab dem 1. November 2018 freigestellt. Nach über 100 Jahren ist mit der Leuchtenproduktion nun Schluss.

Aus für Augsburg: Ledvance schließt den Produktionsstandort nun endgültig. Zum 1. November sind nahezu alle der 700 Werksangestellten von der Arbeit freigestellt.
Aus für Augsburg: Ledvance schließt den Produktionsstandort nun endgültig. Zum 1. November sind nahezu alle der 700 Werksangestellten von der Arbeit freigestellt.
(Bild: Stefan Puchner/dpa )

Die Zeichen standen an der Wand: Im November 2017 hatten die neuen Eigentümer von Ledvance, eine chinesische Investorengruppe, bereits angekündigt, 1300 der 2200 Arbeitsplätze des Leuchtenherstellers in Deutschland zu streichen. Hauptsächlich sollten davon die Standorte Augsburg und Berlin betroffen sein.

Nach knapp einem Jahr ist nun das Ende für das Werk an der Berliner Allee gekommen. Nach über 100 Jahren stellt der Standort Augsburg die Leuchtenproduktion endgültig ein. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, wurden fast alle der knapp 700 Beschäftigten ab dem 1. November freigestellt. Das wurde den Angestellten auf einer Betriebsversammlung am Dienstag dem 16. Oktober mitgeteilt. Nur funktionale Abteilungen wie die Personalabteilung sollen noch besetzt bleiben.

Ende trotz monatelangem Kampfes

Wie der BR unter Berufung auf anwesende Mitarbeiter erwähnt, haben die bei der Betriebsversammlung anwesenden Angestellten die Nachricht insgesamt ruhig aufgenommen. "Es ist mittlerweile alles gesagt", wird ein Mitarbeiter zitiert.

Die Belegschaft hatte Zeit, sich auf das Ende einzustellen; bereits im April hatte Ledvance signalisiert, dass kein Interesse daran bestünde, den Standort zu halten. Monatelang hatte die Belegschaft, unter anderem mit Streiks, versucht, sich gegen die Schließung zu wehren. Erneuerungskonzepte und Zukunftspläne hatten allerdings nichts gebracht. Nun wurde die Produktion von Verkaufsprodukten eingestellt.

Wie Gewerkschaftsvertreter und Werksleiter bekräftigen, seien trotz des unausweichlichen Endes alle Mitarbeiter stets jeden Tag zur Arbeit erschienen. Am 29.11. soll in der Augsburger Agentur für Arbeit eine eigene Jobmesse für Ledvance-Mitarbeiter stattfinden. Dabei werde versucht, die Facharbeiter bei Unternehmen aus der Region unterzubringen. Die Ex-Ledvancer können sich dort direkt vorstellen.

Ende eines über 100 Jahre alten Standorts

Die Augsburger Fabrik wurde 1906 als Glühlampenproduktion gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Standort von Osram übernommen und in den Firmenkomplex eingegliedert.

Im Jahr 2016 beschloss Osram, seine Leuchtensparte unter dem Namen Ledvance mitsamt 2300 Mitarbeitern auszugründen, wodurch der Produktionsstandort Augsburg abermals den Firmennamen wechselte. Zum März 2017 verkaufte Osram die Neusausgründung für mehr als 400 Millionen Euro an die chinesische Investorengruppe MLS. War man in Augsburg zum Zeitpunkt des Kaufs noch zuversichtlich für die zukünftige Entwicklung des Werks, setzte der neue Eigner allerdings bereits kurz danach die Axt an und kündigte an, die Standorte Berlin und Augsburg komplett schließen zu wollen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45552948)